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Merz überreicht Trump historisches Handelsdokument - Bestechung?

Im Zollkonflikt mit den USA setzt Kanzler Friedrich Merz auf Geschichte: Bei seinem Treffen mit Donald Trump überreichte er ein Faksimile des ersten Handelsvertrags zwischen den USA und Preußen.

Im Handelsstreit mit den USA hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) versucht, Präsident Donald Trump mit der Kopie eines historischen Handelsabkommens zwischen Preußen und den Vereinigten Staaten gnädig zu stimmen. "Ich habe Präsident Trump heute ein schön gerahmtes Faksimile dieses Abkommens aus dem Jahre 1785 unterbreitet", sagte Merz am Dienstag nach seinem Treffen mit Trump in Washington.

Der Freundschafts- und Handelsvertrag sei "das erste internationale Handelsabkommen, das zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und einem Drittstaat, in diesem Fall Preußen, verabschiedet worden ist", sagte Merz weiter. Das Mitbringsel soll nach Worten des Kanzlers mit einem "Augenzwinkern" an die langen transatlantischen Verbindungen unter anderem beim Handel erinnern.

Schon bei seinem Antrittsbesuch im Juni hatte Merz Trump eine Kopie eines historischen Dokuments als Gastgeschenk mitgebracht – und zwar mit Bezug zu den deutschen Vorfahren des US-Präsidenten: ein Faksimile der Geburtsurkunde von Trumps Großvater, der am 14. März 1869 in Kallstadt, einem Winzerdorf in Rheinland-Pfalz, zur Welt kam.

Die Handelspolitik war – neben dem Ukraine-Krieg und dem Iran-Krieg – eines der zentralen Themen des Treffens von Merz und Trump im Weißen Haus am Dienstag. Trump hat die Handelspartner der USA, darunter die Europäische Union, in seiner zweiten Amtszeit mit hohen Zöllen überzogen. Im Februar kassierte der Oberste Gerichtshof der USA aber die Mehrheit dieser Zölle.

"Wir wollen jetzt nach dem Urteil des Supreme Court eine faire, dauerhafte Verständigung", sagte Merz am Dienstag. "Wir setzen als Europäer nicht auf Zölle, sondern auf freien Handel." Es sei unklar, ob ein im August zwischen den USA und der EU im Zollstreit vereinbarter Kompromiss noch Bestand habe; ein solches Abkommen sollte jetzt aber "schnellstmöglich" unterzeichnet und in Kraft gesetzt werden.

"Ein Abkommen, das den transatlantischen Handel stärker belastet als die Vereinbarung von August, steht für uns, für die Europäische Union, auch für mich persönlich nicht zur Debatte", mahnte Merz. "Das weiß man hier in Washington, dass hier auf europäischer Seite eine Grenze erreicht ist, dessen, was wir bereit sind zu akzeptieren."

OZD




OZD-Kommentar – Diplomatie mit Symbolkraft

Das Geschenk von Friedrich Merz wirkt auf den ersten Blick charmant, fast nostalgisch. Doch hinter dem historischen Dokument steckt eine klare politische Botschaft: Die transatlantischen Handelsbeziehungen reichen über zwei Jahrhunderte zurück – und sollten nicht durch kurzfristige Zollpolitik gefährdet werden. Ob Donald Trump sich davon beeindrucken lässt, ist allerdings eine andere Frage. Der US-Präsident verfolgt seit Jahren eine aggressive Handelspolitik. Symbolische Gesten mögen diplomatisch wirken, doch sie ersetzen keine harten wirtschaftlichen Verhandlungen. Der eigentliche Konflikt zwischen Washington und Brüssel ist damit keineswegs gelöst.

Historischer Hintergrund:
Der Freundschafts- und Handelsvertrag von 1785 zwischen Preußen und den USA gilt als eines der ersten internationalen Handelsabkommen der jungen amerikanischen Republik.

Zukunftsprognose:
Sollte der Zollstreit zwischen den USA und der EU weiter eskalieren, könnten Gegenzölle und neue Handelsbarrieren den transatlantischen Handel erheblich belasten.



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Aus welchem Jahr stammt das Handelsabkommen, das Merz Trump überreichte?
A) 1776
B) 1785
C) 1815
D) 1869

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Lesermeinungen:
"Trump lässt sich wohl kaum mit historischen Dokumenten beeindrucken."

"Wie billig."



Mini-Infobox

Treffen: Merz und Trump in Washington

Thema: Handelsstreit USA–EU

Geschenk: Handelsvertrag von 1785

Hintergrund: US-Zölle auf Handelspartner

Ziel: Entspannung der Beziehungen


OZD-Analyse

Diplomatische Strategie
a) Symbolisches Geschenk
– historischer Handelsvertrag
– Erinnerung an transatlantische Tradition
b) Politische Botschaft
– Freihandel statt Protektionismus
– europäische Position stärken
c) Persönlicher Stil
– Merz setzt auf historische Argumente

Handelskonflikt USA–EU
a) US-Zollpolitik
– Strafzölle gegen Handelspartner
– protektionistische Strategie
b) Rolle des Supreme Court
– teilweise Aufhebung der Zölle
– neue Verhandlungsbasis
c) EU-Reaktion
– Ablehnung zusätzlicher Handelsbarrieren

Wirtschaftliche Auswirkungen
a) Transatlantischer Handel
– einer der größten Wirtschaftsräume der Welt
b) Risiko von Gegenzöllen
– mögliche Eskalation
c) Bedeutung für Europa
– Exportabhängige Wirtschaft


Wer ist Friedrich Merz?
Friedrich Merz ist seit 2025 Bundeskanzler Deutschlands und Vorsitzender der CDU. Zuvor war er Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag und lange Zeit in der Wirtschaft tätig.

Was ist der Freundschafts- und Handelsvertrag von 1785?
Der Vertrag von 1785 zwischen Preußen und den Vereinigten Staaten war eines der ersten internationalen Handelsabkommen der jungen amerikanischen Republik und regelte Handelsrechte sowie diplomatische Beziehungen.

OZD-Extras
Der Vertrag von 1785 gilt als eines der frühesten Beispiele für moderne Handelsabkommen – und wurde sogar von Benjamin Franklin mitverhandelt.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.