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Cyberkrieg im Iran-Konflikt: Hacker greifen US-Konzerne an

Eine Iran-nahe Hackergruppe bekennt sich zu Cyberangriffen auf zwei US-Unternehmen. Die Attacken sollen Vergeltung für den umstrittenen Raketenangriff auf eine Schule im Iran sein.

Eine Iran-nahe Hackergruppe hat zwei Cyberangriffe auf US-Unternehmen für sich beansprucht. Die Gruppe Handala erklärte im Onlinedienst X, sie habe den Medizintechnik-Konzern Stryker sowie den Zahlungsabwicklungsanbieter Verifone attackiert.

Die Hacker bezeichneten den Angriff auf Stryker als Vergeltung für den "brutalen Angriff" auf eine iranische Grundschule in Minab am 28. Februar. Bei dem Angriff sollen nach iranischen Angaben mehr als 150 Menschen, darunter viele Schülerinnen, getötet worden sein.

Nach Darstellung der Gruppe wurden bei der Cyberattacke mehr als 200.000 Systeme und Server in 79 Ländern lahmgelegt. Diese Angaben konnten unabhängig nicht überprüft werden.

Der Konzern Stryker bestätigte eine Störung seines Netzwerks. Es habe eine "weltweite Netzwerkstörung in unserer Microsoft-Umgebung" gegeben, erklärte das Unternehmen. Hinweise auf Ransomware oder Malware gebe es bislang nicht, der Vorfall sei offenbar unter Kontrolle.

Handala begründete den Angriff zudem mit den geschäftlichen Verbindungen zwischen Stryker und Israel. Der US-Konzern gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Medizintechnik und hatte 2019 ein israelisches Unternehmen übernommen.

Später erklärte die Hackergruppe, auch den Zahlungsabwicklungsanbieter Verifone angegriffen zu haben. Das Unternehmen entwickelt Systeme für digitale Zahlungen im Internet und im Einzelhandel. Eine Stellungnahme lag zunächst nicht vor.

Die Gruppe bezeichnete die Attacke als "vollen Erfolg" und kündigte weitere Angriffe an. Der Cyberangriff sei "nur der Anfang eines neuen Kapitels in der Cyberkriegsführung".

Parallel dazu berichten US-Medien über neue Erkenntnisse zum Raketenangriff auf die Schule in Minab. Nach Informationen der "New York Times" könnte ein Fehler der US-Streitkräfte für den Vorfall verantwortlich sein.

Demnach sollen bei der Zielplanung veraltete Geheimdienstinformationen verwendet worden sein. Die Schule befand sich dem Bericht zufolge in unmittelbarer Nähe zu einem Marinestützpunkt der iranischen Revolutionsgarden, der offenbar Ziel einer Tomahawk-Rakete war.

US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch, er wisse nichts von dem Bericht. Die Untersuchung des Vorfalls laufe weiter.

Die Hackergruppe Handala war erst vor wenigen Jahren erstmals in Erscheinung getreten und hatte zuletzt mehrere Cyberangriffe auf israelische und US-Unternehmen für sich beansprucht.

OZD


OZD-Kommentar – Der Krieg verlagert sich in den digitalen Raum

Der Iran-Konflikt zeigt immer deutlicher, dass moderne Kriege nicht nur auf Schlachtfeldern geführt werden. Cyberangriffe sind längst ein zentraler Bestandteil geopolitischer Auseinandersetzungen geworden. Unternehmen, Krankenhäuser oder Zahlungsdienste können plötzlich zu strategischen Zielen werden. Besonders brisant ist dabei die mögliche Verbindung zwischen militärischen Ereignissen und digitalen Vergeltungsschlägen. Sollte sich dieser Trend verstärken, könnte der Cyberraum zu einer neuen, kaum kontrollierbaren Front internationaler Konflikte werden.

Historischer Hintergrund:
Cyberangriffe werden seit Jahren zunehmend als Instrument geopolitischer Konflikte eingesetzt, etwa bei Angriffen auf Energieunternehmen, Banken oder staatliche Einrichtungen.

Zukunftsprognose:
Mit der weiteren Digitalisierung der Wirtschaft könnte der Cyberraum in zukünftigen Konflikten eine noch größere Rolle spielen als klassische militärische Operationen.



Lesermeinungen:
"Der Krieg findet längst auch im Internet statt." Beate Blüht

"Cyberangriffe auf Unternehmen können enorme Schäden verursachen." Hans 

"Die digitale Infrastruktur wird immer mehr zum Ziel." Oliver Triller 


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Welches US-Unternehmen wurde laut Hackergruppe unter anderem angegriffen?

A) Microsoft
B) Stryker
C) Intel
D) Cisco

Richtige Antwort: B

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Mini-Infobox

Hackergruppe: Handala

angegriffene Unternehmen: Stryker und Verifone

angebliche betroffene Systeme: über 200.000

Länder: 79

Motiv laut Hackern: Vergeltung für Schulangriff im Iran

OZD-Analyse

Cyberkrieg im geopolitischen Konflikt
a) neue Front
– digitale Angriffe
b) strategische Ziele
– Unternehmen und Infrastruktur
c) politische Botschaft
– Vergeltungsschläge

Bedeutung der betroffenen Unternehmen
a) Stryker
– Medizintechnik für Krankenhäuser
b) Verifone
– Zahlungsabwicklung weltweit
c) globale Auswirkungen
– internationale Netzwerke

Risiken für Wirtschaft und Gesellschaft
a) digitale Abhängigkeit
– kritische Infrastruktur
b) wirtschaftliche Schäden
– Systemausfälle weltweit
c) neue Sicherheitsstrategien
– Cyberabwehr


Erklärungen 

Was ist die Hackergruppe Handala?
Handala ist eine pro-iranische Hackergruppe, die in den vergangenen Jahren mehrere Cyberangriffe auf israelische und US-Unternehmen für sich beansprucht hat.

Was ist ein Cyberangriff?
Ein Cyberangriff ist ein gezielter digitaler Angriff auf Computersysteme oder Netzwerke mit dem Ziel, Daten zu stehlen, Systeme zu sabotieren oder Infrastruktur zu stören.

OZD-Extras
Viele Staaten investieren inzwischen Milliardenbeträge in Cyberabwehr und digitale Sicherheitsstrukturen, da Cyberangriffe zunehmend als Teil moderner Kriegsführung gelten.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.