Nach Deutschland geben auch die USA im Zuge des Iran-Kriegs einen Teil ihrer strategischen Ölreserven frei. US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch bei einem Besuch in Cincinnati im Bundesstaat Ohio, der US-Ölvorrat werde "ein bisschen reduziert, und dadurch sinken die Preise".
Wie viel Öl tatsächlich freigegeben werden soll, ließ Trump offen. Zuvor hatten die Vereinigten Staaten, Deutschland und andere Mitgliedsländer der Internationalen Energie-Agentur (IEA) die bislang größte koordinierte Freigabe von Notfallreserven beschlossen.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund massiv gestiegener Energiepreise infolge des Krieges im Nahen Osten. Vor allem die faktische Sperrung der strategisch wichtigen Straße von Hormus hat den globalen Ölmarkt erheblich unter Druck gesetzt.
Trump steht innenpolitisch unter wachsendem Druck, weil die Treibstoffpreise in den USA stark gestiegen sind. Gerade im Autoland USA gelten Benzinpreise als besonders sensibler politischer Faktor.
Die strategische Ölreserve der Vereinigten Staaten wurde nach der Ölkrise der 1970er Jahre eingerichtet. Sie soll die Versorgung in Krisenzeiten sichern. Laut US-Energieministerium ist sie für bis zu 714 Millionen Barrel ausgelegt.
Derzeit befinden sich nach Angaben der Energiebehörde EIA rund 415 Millionen Barrel in den US-Notfalllagern. Damit liegt der Bestand weiterhin deutlich unter früheren Niveaus.
Trump kündigte an, die Reserven zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzufüllen. In seinem Wahlkampf hatte er seinem Vorgänger Joe Biden vorgeworfen, die strategische Reserve zu stark reduziert zu haben.
Nach der russischen Invasion in der Ukraine hatte die Regierung Biden rund 40 Prozent der US-Ölreserve freigegeben, um steigende Spritpreise zu bremsen. Unter Trump stieg der Bestand seit dem Tiefstand im Juli 2023 wieder um etwa 70 Millionen Barrel.
Mit der aktuellen Freigabe reagiert Washington nun erneut auf Turbulenzen am globalen Energiemarkt – diesmal ausgelöst durch den Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran.
OZD
OZD-Kommentar – Öl als politische Waffe
Der Iran-Krieg zeigt einmal mehr, wie abhängig die Weltwirtschaft vom Öl bleibt. Kaum eskaliert ein Konflikt im Nahen Osten, schießen die Preise in die Höhe und Regierungen greifen zu Notmaßnahmen. Trumps Entscheidung, strategische Reserven freizugeben, ist kurzfristig nachvollziehbar – politisch aber riskant. Jede Nutzung dieser Reserven schwächt den Puffer für zukünftige Krisen. Gleichzeitig zeigt der Schritt, wie stark Energiepreise die Innenpolitik dominieren. Sollte der Krieg länger dauern oder die Straße von Hormus dauerhaft blockiert bleiben, könnten selbst riesige Reserven kaum ausreichen, um den globalen Energiemarkt zu stabilisieren.
Historischer Hintergrund:
Die strategischen Ölreserven der USA wurden nach der Ölkrise von 1973
aufgebaut, als ein Embargo der OPEC-Staaten massive Energieengpässe und
wirtschaftliche Turbulenzen auslöste.
Zukunftsprognose:
Sollte der Iran-Konflikt anhalten oder die Straße von Hormus blockiert
bleiben, könnten weitere Staaten ihre strategischen Reserven öffnen –
mit langfristigen Folgen für die globale Energiesicherheit.
Lesermeinungen:
"Die Welt hängt immer noch viel zu stark am Öl."
"Strategische Reserven sind für echte Notfälle gedacht."
"Ein Krieg im Nahen Osten trifft sofort den Benzinpreis."
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Warum geben die USA ihre strategischen Ölreserven frei?
A) Wegen eines Streiks der Ölarbeiter
B) Wegen steigender Energiepreise im Iran-Krieg
C) Wegen einer Naturkatastrophe
D) Wegen eines neuen Umweltgesetzes
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Mini-Infobox
strategische US-Ölreserve: maximal 714 Mio. Barrel
aktueller Bestand: etwa 415 Mio. Barrel
Tiefstand 2023: rund 346 Mio. Barrel
Anlass der Freigabe: Iran-Krieg und steigende Ölpreise
koordinierte Aktion: Staaten der Internationalen Energie-Agentur

OZD-Analyse
Energiepreise als geopolitischer Faktor
a) Straße von Hormus
– zentrale Ölroute
b) Iran-Konflikt
– Risiken für Lieferketten
c) Preisschocks
– globale Auswirkungen
Rolle der strategischen Reserven
a) Kriseninstrument
– Versorgungssicherheit
b) Marktstabilisierung
– kurzfristige Preisbremse
c) politisches Signal
– Beruhigung der Märkte
Politische Folgen in den USA
a) steigende Spritpreise
– innenpolitischer Druck
b) Wahlkampf-Thema
– Energiepolitik
c) langfristige Strategie
– Wiederauffüllen der Reserve
Erklärungen
Was ist die strategische Ölreserve der USA?
Die strategische Ölreserve (Strategic Petroleum Reserve) ist ein
staatlicher Vorrat an Rohöl, der nach der Ölkrise der 1970er Jahre
aufgebaut wurde. Er dient dazu, die Energieversorgung der USA in
Krisenzeiten zu sichern.
Was ist die Internationale Energie-Agentur (IEA)?
Die Internationale Energie-Agentur ist eine Organisation von
Industriestaaten, die 1974 gegründet wurde. Sie koordiniert unter
anderem gemeinsame Maßnahmen zur Stabilisierung der globalen
Energiemärkte.
OZD-Extras
Die strategische Ölreserve der USA wird in riesigen unterirdischen
Salzkavernen an der Golfküste gelagert – einige davon sind so groß wie
Kathedralen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
