Eine geplante Neugestaltung britischer Banknoten sorgt in Großbritannien für eine hitzige politische Debatte. Künftig sollen auf den 10-, 20- und 50-Pfund-Scheinen statt historischer Persönlichkeiten möglicherweise Tiere und Pflanzen abgebildet werden.
Die Bank of England erklärte, die Entscheidung gehe auf eine Bürgerbefragung im vergangenen Jahr zurück. Welche Naturmotive genau auf den Banknoten erscheinen sollen, will die Zentralbank im Sommer bekannt geben.
Mit der Reform würden mehrere bekannte Persönlichkeiten von den Geldscheinen verschwinden. Dazu gehören der frühere Premierminister Winston Churchill, die Schriftstellerin Jane Austen, der Maler J. M. W. Turner sowie der Mathematiker und Informatik-Pionier Alan Turing.
Auf der Vorderseite der Scheine sollen weiterhin die Porträts des jeweils amtierenden britischen Monarchen abgebildet bleiben.
Die geplante Änderung löste vor allem in Teilen der britischen Politik Kritik aus. Der Vorsitzende der Liberaldemokraten, Ed Davey, erklärte im Onlinedienst X, Churchill habe entscheidend dazu beigetragen, Großbritannien und Europa vor dem Faschismus zu retten.
"Er hat mehr verdient, als von einem Otter ersetzt zu werden", schrieb Davey.
Auch der konservative Politiker Alex Burghart kritisierte die Pläne der Zentralbank scharf und bezeichnete die Entscheidung als "empörend".
Die Bank of England verteidigte die Neugestaltung unter anderem mit technischen Argumenten. Naturmotive seien für moderne Sicherheits- und Authentifizierungsverfahren besser geeignet und könnten helfen, Fälschungen zu verhindern.
Welche Tiere oder Pflanzen tatsächlich auf den neuen Banknoten erscheinen werden, ist bislang noch offen. Eine Liste möglicher Motive soll in den kommenden Monaten vorgestellt werden.
OZD

OZD-Kommentar – Symbolpolitik auf dem Geldschein
Geldscheine sind mehr als nur Zahlungsmittel. Sie sind auch Symbole nationaler Identität. Deshalb überrascht es kaum, dass der mögliche Abschied von Winston Churchill Emotionen weckt. Für viele Briten steht er für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus und für ein entscheidendes Kapitel der Geschichte. Gleichzeitig spiegelt die geplante Reform einen gesellschaftlichen Wandel wider: Statt einzelner Persönlichkeiten sollen künftig Natur und Umwelt stärker in den Mittelpunkt rücken. Ob ein Otter allerdings wirklich den Platz eines Kriegshelden einnehmen sollte, darüber dürfte die britische Öffentlichkeit noch lange diskutieren.
Historischer Hintergrund:
Winston Churchill war während des Zweiten Weltkriegs Premierminister
Großbritanniens und gilt als eine der prägendsten politischen Figuren
des 20. Jahrhunderts.
Zukunftsprognose:
Die Diskussion um nationale Symbole auf Geldscheinen könnte künftig auch
andere Länder betreffen, da viele Zentralbanken ihre Designs
modernisieren.
Lesermeinungen:
"Churchill gehört auf den Geldschein." David E.
"Naturmotive sind eigentlich eine schöne Idee." Beate Kroger
"Solche Entscheidungen sind immer politisch." M. Nissau
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Mini-Infobox
Land: Großbritannien
betroffene Banknoten: 10, 20 und 50 Pfund
bisherige Motive: berühmte Persönlichkeiten
mögliche neue Motive: Tiere und Pflanzen
Kritik: Politiker verschiedener Parteien
OZD-Analyse
Hintergrund der Reform
a) Bürgerbefragung
– Vorschläge für neue Motive
b) Designmodernisierung
– neue Sicherheitsmerkmale
c) symbolische Bedeutung
– neue nationale Darstellung
Politische Kritik
a) Bedeutung Churchills
– Zweiter Weltkrieg
b) historische Persönlichkeiten
– kulturelles Erbe
c) politische Reaktionen
– parteiübergreifende Debatte
Rolle von Banknoten als Symbol
a) nationale Identität
– historische Figuren
b) kulturelle Botschaft
– Natur und Umwelt
c) internationale Trends
– modernisierte Designs

Erklärungen
Wer war Winston Churchill?
Winston Churchill war britischer Premierminister während des Zweiten
Weltkriegs. Er gilt als eine der zentralen Figuren im Kampf gegen das
nationalsozialistische Deutschland.
Was ist die Bank of England?
Die Bank of England ist die britische Zentralbank. Sie ist unter anderem
für die Ausgabe von Banknoten im Vereinigten Königreich verantwortlich.
OZD-Extras
Die Bank of England begann bereits 1694 mit der Ausgabe von Banknoten und gehört zu den ältesten Zentralbanken der Welt.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
