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Mond-Moment der Menschheit: Artemis-2-Crew sieht die Rückseite wie nie zuvor

Der Mond zeigt sich von einer Seite, die bislang im Verborgenen lag – und Menschen sehen sie erstmals direkt.

Die Astronautinnen und Astronauten der Artemis-2-Mission haben auf ihrem Flug zum Mond eine bislang unerreichte Perspektive auf den Erdtrabanten erlebt. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa befand sich die Crew zum Zeitpunkt der Beobachtung bereits rund zwei Drittel der Strecke zum Mond entfernt. Dabei gelang es ihnen, das sogenannte Orientale-Becken vollständig mit bloßem Auge zu erfassen – ein Novum in der Geschichte der bemannten Raumfahrt.

"Wir konnten zum ersten Mal die Rückseite des Mondes sehen, und es war einfach spektakulär", sagte US-Astronautin Christina Koch. Der dabei dokumentierte Orientale-Krater, oft als "Grand Canyon" des Mondes bezeichnet, sei ein außergewöhnliches geologisches Gebiet. "Es ist ein ganz besonderes Kratergebiet, und bis heute hatte es tatsächlich noch kein Mensch gesehen", erklärte Koch weiter. Die gesamte Crew habe diesen Moment als einzigartig erlebt.

Zum Zeitpunkt der Aufnahme befand sich das Raumschiff laut Nasa mehr als 320.000 Kilometer von der Erde und rund 132.000 Kilometer vom Mond entfernt. Die Mission schreitet planmäßig voran: In einem nächsten entscheidenden Schritt soll die Raumkapsel in die sogenannte Einflusssphäre des Mondes eintreten. Dort wird die Gravitation des Mondes stärker wirken als die der Erde.

Wenn alles nach Plan verläuft, wird die Crew den Mond umrunden und dabei einen neuen historischen Rekord aufstellen: Noch nie zuvor haben sich Menschen so weit von der Erde entfernt.

OZD / ©AFP

OZD-Kommentar: Der Wettlauf ins All ist zurück – und er wird härter
Die Artemis-Mission zeigt eindrucksvoll: Die Raumfahrt ist längst wieder geopolitisches Spielfeld. Was hier als wissenschaftlicher Meilenstein gefeiert wird, ist zugleich ein Signal an China, Russland und private Raumfahrtkonzerne. Wer den Mond kontrolliert, kontrolliert perspektivisch Ressourcen, strategische Positionen und technologische Dominanz. Die Begeisterung über spektakuläre Bilder darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein neuer Wettlauf begonnen hat – diesmal wirtschaftlich und militärisch aufgeladen. Die nächsten Jahre werden entscheiden, ob Kooperation oder Konkurrenz den Ton angibt. Die Gefahr: Eine Fragmentierung des Weltraums in Einflusszonen.

Mini-Infobox
– Mission: Artemis-2 (NASA)
– Entfernung: über 320.000 km von der Erde
– Besonderheit: Erste Sicht des Orientale-Beckens mit bloßem Auge
– Ziel: Mondumrundung mit Rekorddistanz
– Dauer: etwa 10 Tage

OZD-Analyse

Technologischer Fortschritt
a) Präzise Navigation über extreme Distanzen
b) Verbesserte Beobachtungs- und Kameratechnik
c) Vorbereitung für bemannte Mondlandungen

Wissenschaftliche Bedeutung
a) Neue Einblicke in Mondgeologie
b) Direkte visuelle Beobachtungen statt nur Satellitendaten
c) Grundlage für zukünftige Forschungsmissionen

Geopolitische Dimension
a) Konkurrenz zwischen Raumfahrtnationen nimmt zu
b) Mond als potenzieller Rohstoffstandort
c) Strategische Positionierung im All gewinnt an Bedeutung

Erklärungen / Wissensblock

Was ist die Artemis-Mission?
Die Artemis-Mission ist das neue Mondprogramm der Nasa. Ziel ist es, erstmals seit den Apollo-Missionen wieder Menschen zum Mond zu bringen – langfristig auch mit dauerhaften Stationen und als Vorbereitung für Flüge zum Mars.

Was ist das Orientale-Becken?
Das Orientale-Becken ist ein riesiger Einschlagskrater auf der Rückseite des Mondes. Es zählt zu den markantesten geologischen Strukturen des Erdtrabanten und wurde bisher nur aus der Ferne kartiert.

Historischer Hintergrund
Seit der letzten bemannten Mondmission im Jahr 1972 (Apollo 17) hat kein Mensch mehr den Mond aus unmittelbarer Nähe gesehen. Die Artemis-Programme markieren nun die Rückkehr der Menschheit zum Erdtrabanten – mit deutlich erweiterten technischen Möglichkeiten und langfristigen Ambitionen.

Prognose
Die Artemis-Mission könnte den Startpunkt für eine dauerhafte menschliche Präsenz im Mondorbit markieren. In den kommenden Jahren sind weitere Missionen geplant, darunter auch Landungen. Gleichzeitig wird der internationale Wettbewerb zunehmen – insbesondere mit China, das eigene Mondprogramme vorantreibt. Der Mond könnte so zum nächsten strategischen Schlüsselraum werden.

Gewinnspiel
Wie weit war die Artemis-2-Crew zum Zeitpunkt der Beobachtung von der Erde entfernt?
A) 120.000 Kilometer
B) 220.000 Kilometer
C) Über 320.000 Kilometer
D) 50.000 Kilometer

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

OZD-Extra
Der Mond hat eine „dunkle Seite“ – allerdings nicht im Sinne von Dunkelheit: Auch die Rückseite wird von der Sonne beleuchtet, ist aber von der Erde aus nie direkt sichtbar.


Alle Angaben ohne Gewähr.

Bild: AFP