Die Europäische Union hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Rückführungen umgesetzt als zuvor. Nach Angaben von Magnus Brunner wurden rund 28 Prozent der ausreisepflichtigen Personen in der EU tatsächlich zurückgeführt – ein Höchstwert im laufenden Jahrzehnt.
Insgesamt waren im Jahr 2025 mehr als 491.000 Menschen in der EU ausreisepflichtig, davon wurden etwa 135.000 abgeschoben. Im Vergleich zu 2022, als die Quote noch bei 16 Prozent lag, ist das ein deutlicher Anstieg.
Brunner führt die Entwicklung unter anderem auf ein konsequenteres Vorgehen der Mitgliedstaaten sowie verbesserte Verwaltungs- und Informationssysteme zurück. Dennoch betont er, dass die Ergebnisse nicht ausreichen: „Die höhere Zahl kann uns nicht zufriedenstellen.“
Ein zentrales Problem sieht die EU-Kommission in den bestehenden Rückführungsregeln der Europäische Union, die als zu ineffizient gelten. Deshalb drängt Brunner auf eine neue Rückführungsverordnung, die strengere und verbindlichere Vorgaben schaffen soll – insbesondere für Personen mit Abschiebebescheid.
Darüber hinaus setzt die EU stärker auf internationale Kooperation. Die Rücknahme von Staatsbürgern aus Drittstaaten soll künftig stärker an politische und wirtschaftliche Anreize geknüpft werden, etwa über Visa-, Handels- oder Entwicklungspolitik.
Die EU verfolgt damit das Ziel, Migration stärker zu steuern und Rückführungen effizienter umzusetzen – ein politisch sensibler Bereich, der in vielen Mitgliedstaaten stark diskutiert wird.
OZD / ©AFP
OZD-Kommentar – mehr Zahlen, aber kein Durchbruch:
Der Anstieg der Rückführungen klingt auf den ersten Blick nach
Fortschritt, ist aber relativ zu sehen: Mehr als zwei Drittel der
Ausreisepflichtigen bleiben weiterhin in der EU. Brunners Kritik an den
bestehenden Regeln ist deshalb folgerichtig. Entscheidend wird sein, ob
die geplante Reform tatsächlich mehr Durchsetzungskraft bringt – oder
erneut im politischen Kompromiss stecken bleibt. Die Prognose: Ohne
einheitlichere Verfahren bleibt die Rückführungspolitik ein
Dauerstreitpunkt in der EU.
Lesermeinung:
"Mehr Abschiebungen sind ein Schritt – aber das System wirkt weiterhin sehr ineffizient."
OZD-Analyse:
Entwicklung der Rückführungen
a) Deutlicher Anstieg
28 Prozent Quote im Jahr 2025
Höchster Wert im Jahrzehnt
Bewertung der EU-Kommission
a) Trotz Fortschritt unzufrieden
System gilt als ineffizient
Reformbedarf bleibt hoch
Politische Maßnahmen
a) Neue Rückführungsverordnung geplant
Strengere Regeln
Mehr Zusammenarbeit zwischen Staaten
b) Außenpolitische Hebel
Visa- und Handelspolitik als Druckmittel
Kooperation mit Drittstaaten entscheidend
Was bedeutet Rückführungsquote?
Die Rückführungsquote gibt an, wie viele ausreisepflichtige Personen
tatsächlich aus einem Land oder einer Region abgeschoben werden.
Wer ist Magnus Brunner?
Magnus Brunner ist EU-Kommissar für Migration und zuständig für Asyl-,
Grenz- und Rückführungspolitik innerhalb der Europäischen Union.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
Gewinnspiel:
Wie hoch war die Rückführungsquote in der EU im Jahr 2025 laut Bericht?
A) 16 Prozent
B) 20 Prozent
C) 28 Prozent
D) 35 Prozent
