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US-Regierung sieht Chance auf Iran-Abkommen noch heute

US-Außenminister Rubio hält ein Iran-Abkommen noch heute für möglich – betont aber Israels Recht auf militärische Reaktionen.

Mini-Infobox

Rubio sieht Chance auf Iran-Abkommen

Israel pocht auf Sebstverteidigungsrecht

Straße von Hormus bleibt Schlüsselregion

Waffenruhe seit April weiterhin fragil

Atomverhandlungen bleiben zentraler Streitpunkt



US-Außenminister Marco Rubio schließt eine Vereinbarung zur Beendigung des Iran-Kriegs noch am Montag nicht aus - allerdings nur unter Berücksichtigung des Selbstverteidigungsrechts Israels. "Wir hatten gestern Abend gedacht, dass wir Neuigkeiten haben, vielleicht auch heute, ich würde da nicht allzu viel hineininterpretieren", sagte Rubio am Montag bei einem Besuch in Indiens Hauptstadt Neu Delhi.

Derzeit liege "ein ziemlich solides Ding auf dem Tisch hinsichtlich seiner Fähigkeit, die Meerengen zu öffnen", fügte Rubio offenbar mit Blick auf die Straße von Hormus hinzu. Die Vereinbarung bekomme "viel Unterstützung" aus der Golfregion, da alle betroffenen Staaten sähen, dass sie "sehr vernünftig" sei und umgesetzt werden sollte.

Der US-Chef-Diplomat machte deutlich, dass Israel "immer das Recht" habe, "sich selbst zu schützen". Wenn also die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon Raketen auf Israel abfeuere oder abzufeuern drohe, habe Israel "jedes Recht, darauf zu reagieren", sagte Rubio vor seiner Weiterreise ins nordindische Agra vor Journalisten.

Zu Israels Forderung, dass eine Friedensvereinbarung den Iran am Bau von Atombomben hindern muss, sagte der US-Außenminister, er setze darauf, dass Teheran zu "sehr realen, bedeutenden, zeitlich begrenzten Verhandlungen zu dem Atom-Thema" bereit sei. US-Präsident Donald Trump sei bei den Verhandlungen mit dem Iran "nicht in Eile", er werde "keinen schlechten Deal" abschließen.

Die USA und Israel hatten Ende Februar den Iran-Krieg mit Angriffen auf die Islamische Republik begonnen. Der Iran blockierte in der Folge die Straße von Hormus, was die Erdöl- und Spritpreise weltweit in die Höhe schießen ließ.

Seit Anfang April gilt im Iran-Krieg eine fragile Waffenruhe. Trump erklärte am Samstag, eine Vereinbarung mit dem Iran zur Beendigung des Krieges sei "weitgehend ausgehandelt", müsse aber noch endgültig fertiggestellt werden. Am Sonntag dämpfte Trump dann allerdings die Hoffnungen, indem er eine "übereilte Vereinbarung" mit Teheran ausschloss.

OZD/AFP


OZD-Kommentar – Frieden im Nahen Osten bleibt ein Spiel mit dem Feuer
Die Aussagen von Marco Rubio zeigen, wie zerbrechlich die Lage im Nahen Osten weiterhin ist. Einerseits spricht Washington von einer möglichen historischen Einigung mit dem Iran, andererseits wird gleichzeitig Israels Recht auf militärische Gegenschläge betont. Genau darin liegt die Gefahr: Selbst kleinste Zwischenfälle könnten die fragile Waffenruhe sofort zerstören.
Die USA versuchen offensichtlich, mehrere Krisen gleichzeitig zu kontrollieren – den Atomstreit, den Ölmarkt, die Sicherheit Israels und den Einfluss des Iran in der Region. Doch die Interessen aller Beteiligten prallen frontal aufeinander. Besonders die Straße von Hormus bleibt ein geopolitischer Sprengsatz. Sollte sie erneut blockiert werden, drohen weltweit neue Energie- und Wirtschaftsschocks. Ein dauerhafter Frieden ist deshalb weiterhin alles andere als sicher.



Historischer Hintergrund
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch die Meerenge zwischen dem Iran und Oman wird ein erheblicher Teil des globalen Erdöls transportiert. Bereits in früheren Konflikten im Persischen Golf kam es dort zu militärischen Spannungen und wirtschaftlichen Schockwellen.
Der aktuelle Iran-Krieg begann Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf Ziele in der Islamischen Republik Iran. Hintergrund waren eskalierende Spannungen um das iranische Atomprogramm sowie Angriffe verbündeter Milizen in der Region.
Die Hisbollah im Libanon gilt als einer der wichtigsten Verbündeten Teherans im Nahen Osten und steht seit Jahren im direkten Konflikt mit Israel.



Zukunftsprognose
Sollte es tatsächlich zu einer Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran kommen, könnte dies kurzfristig die Ölpreise stabilisieren und die Lage im Nahen Osten beruhigen. Allerdings bleibt die Gefahr regionaler Eskalationen hoch. Besonders Angriffe der Hisbollah oder neue militärische Zwischenfälle in der Straße von Hormus könnten jede diplomatische Annäherung sofort gefährden.
Auch die Atomfrage bleibt zentral. Israel wird auf harten Sicherheitsgarantien bestehen, während Teheran versuchen dürfte, internationale Sanktionen zu lockern. Die kommenden Wochen könnten daher entscheidend für die geopolitische Stabilität der gesamten Golfregion werden.



Gewinnspiel
Frage: Welche strategisch wichtige Meerenge spielte im Iran-Krieg eine zentrale Rolle?
A) Straße von Gibraltar
B) Bosporus
C) Straße von Hormus
D) Suezkanal
Teilnahme-Link: https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen



OZD-Analyse
Hauptpunkt: Mögliche Einigung im Iran-Krieg
– Beschreibung: USA und Iran nähern sich offenbar diplomatisch an

Konfliktfaktoren
– a) Israels Sicherheitsinteressen
– b) iranisches Atomprogramm
– c) Einfluss der Hisbollah im Libanon

Wirtschaftliche Bedeutung
– Stabilität der Ölpreise
– Sicherheit globaler Handelswege
– Auswirkungen auf Energieversorgung weltweit

Folgen
– mögliche Entspannung im Nahen Osten
– weiterhin hohes Eskalationsrisiko
– geopolitische Machtverschiebungen in der Golfregion


Erklärungen
Wer ist Marco Rubio?
Marco Rubio ist US-Außenminister und zählt zu den einflussreichen außenpolitischen Akteuren der amerikanischen Regierung.

Was ist die Straße von Hormus?
Die Straße von Hormus ist eine strategisch wichtige Meerenge zwischen Iran und Oman, über die ein großer Teil des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird.

OZD-Extras
Die Straße von Hormus ist an ihrer engsten Stelle nur rund 50 Kilometer breit – trotzdem passieren dort täglich Millionen Barrel Erdöl und Flüssiggas für den Weltmarkt.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.