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Olympia-Traum geplatzt: Hamburg sagt erneut Nein zu den Spielen

Hamburg lehnt eine Olympia-Bewerbung erneut ab. Mehr als die Hälfte der Wähler stimmt gegen die Spiele – ein schwerer Rückschlag für den deutschen Sport.

Hamburg hat sich erneut gegen Olympische Spiele in der Hansestadt entschieden. Beim Referendum über eine deutsche Olympia-Bewerbung sprach sich eine Mehrheit der Bürger gegen die Pläne aus. Am Ende votierten 54,9 Prozent der Teilnehmer mit Nein. Damit ist Hamburg aus dem Rennen um eine mögliche Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 ausgeschieden.

Schon vor Abschluss der Auszählung zeichnete sich das Scheitern deutlich ab. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,5 Prozent. Insgesamt wurden 652.193 Stimmen abgegeben. Rund 1,3 Millionen Hamburgerinnen und Hamburger ab 16 Jahren waren zur Abstimmung aufgerufen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher zeigte sich enttäuscht. „Das Votum ist für den Senat verbindlich. Ich habe dem Präsidenten des DOSB, Thomas Weikert, sowie dem Vertreter Deutschlands beim IOC, Michael Mronz, soeben mitgeteilt, dass Hamburg seine Olympia-Bewerbung zurückzieht“, erklärte der SPD-Politiker. Viele Menschen hätten sich auf die Spiele gefreut, dennoch müsse die Entscheidung der Bürger respektiert werden.

Auch beim Deutschen Olympischen Sportbund herrschte Ernüchterung. DOSB-Vorstandsvorsitzender Otto Fricke sprach von Frust über das Ergebnis, betonte aber gleichzeitig die Bedeutung demokratischer Entscheidungen. Das Nein aus Hamburg beendet die Olympia-Ambitionen der Stadt bereits zum zweiten Mal. Schon 2015 hatten die Bürger eine Bewerbung abgelehnt.

Nun verbleiben mit München, Berlin und der Rhein-Ruhr-Region noch drei Kandidaten für eine deutsche Bewerbung. Der DOSB will am 26. September in Baden-Baden entscheiden, welche Region Deutschland beim Internationalen Olympischen Komitee ins Rennen schicken soll.

Trotz intensiver Werbung für die Bewerbung und dem Hinweis auf ein nachhaltiges Konzept mit kurzen Wegen konnte der Hamburger Senat die Mehrheit der Bevölkerung nicht überzeugen. Damit bleibt die Hansestadt erneut außen vor, wenn Deutschland in den kommenden Jahrzehnten möglicherweise Gastgeber Olympischer Spiele wird.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Die Olympia-Müdigkeit der Deutschen

Hamburgs Nein ist mehr als eine lokale Entscheidung. Es ist ein deutliches Signal an Politik und Sportfunktionäre. Viele Bürger glauben den großen Olympia-Versprechen nicht mehr. Zu oft standen in der Vergangenheit explodierende Kosten, Sicherheitsprobleme und teure Prestigeprojekte am Ende einer Bewerbung.

Die Niederlage zeigt auch, wie groß das Misstrauen gegenüber Großprojekten geworden ist. Selbst eine wirtschaftsstarke und moderne Metropole wie Hamburg konnte ihre Bevölkerung nicht überzeugen. Wer Olympia nach Deutschland holen will, muss künftig deutlich transparenter erklären, wer zahlt, wer profitiert und welche Risiken bestehen.

Die Prognose ist eindeutig: Auch München, Berlin oder die Rhein-Ruhr-Region werden es schwer haben, eine breite gesellschaftliche Zustimmung zu sichern. Ohne die Bürger wird Olympia in Deutschland auf absehbare Zeit kaum eine Chance haben.

Historischer Hintergrund

Olympische Bewerbungen sorgen in Deutschland seit Jahren für Kontroversen. München scheiterte 2013 mit einer Bewerbung für die Winterspiele 2022 an Bürgerentscheiden. Hamburg lehnte bereits 2015 eine Bewerbung für die Sommerspiele 2024 ab.

International haben zahlreiche Austragungsorte mit hohen Kosten und langfristigen finanziellen Belastungen zu kämpfen gehabt. Beispiele reichen von Athen in Griechenland über Rio de Janeiro in Brasilien bis zu mehreren Winterspiel-Austragungsorten. Deshalb wächst in vielen europäischen Städten die Skepsis gegenüber Olympischen Spielen.

Zukunftsprognose

Nach dem Aus Hamburgs konzentriert sich die deutsche Olympia-Debatte nun auf Berlin, München und die Rhein-Ruhr-Region. Die Chancen für eine deutsche Bewerbung bleiben grundsätzlich vorhanden, doch der gesellschaftliche Rückhalt wird zum entscheidenden Faktor.

Sollte Deutschland tatsächlich Olympische Spiele erhalten, dürften Nachhaltigkeit, bestehende Sportstätten und transparente Finanzierung zu den wichtigsten Kriterien gehören. Andernfalls drohen weitere Bürgerentscheide mit negativem Ausgang.

Gewinnspiel

Wie hoch fiel die Zustimmung gegen eine Olympia-Bewerbung Hamburgs aus?

A) 44,9 Prozent
B) 49,5 Prozent
C) 54,9 Prozent
D) 64,9 Prozent

Gewinnspiel-Link:

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Mini-Infobox

54,9 Prozent stimmten gegen Olympia

Wahlbeteiligung: 49,5 Prozent

Zweites Olympia-Nein nach 2015

Hamburg zieht Bewerbung sofort zurück

DOSB entscheidet am 26. September über neuen Kandidaten

OZD-Analyse

Klare Bürgerentscheidung
– Mehrheit lehnt Olympia-Projekt erneut ab

Vertrauensproblem bei Großprojekten
– a) Angst vor Kostenexplosionen
– b) Zweifel an langfristigem Nutzen
– c) Skepsis gegenüber politischen Versprechen

Folgen für Deutschland
– Hamburg scheidet aus
– Fokus liegt nun auf Berlin, München und Rhein-Ruhr
– Olympia-Bewerbungen bleiben politisch hochsensibel

Erklärungen

Wer ist Peter Tschentscher?

Peter Tschentscher ist seit 2018 Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg und Mitglied der SPD.

Was ist der DOSB?

Deutscher Olympischer Sportbund ist die Dachorganisation des deutschen Sports und verantwortlich für Olympia-Bewerbungen Deutschlands.

Was ist das IOC?

International Olympic Committee organisiert die Olympischen Spiele und entscheidet über deren Austragungsorte.

OZD-Extras

Bereits das Olympia-Referendum 2015 in Hamburg scheiterte überraschend knapp. Die aktuelle Abstimmung fiel deutlich klarer aus und bestätigt den langjährigen Widerstand großer Teile der Bevölkerung gegen Olympische Spiele in der Hansestadt.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.