Die Elfenbeinküste zieht erstmals in ihrer WM-Geschichte in die K.o.-Runde ein. Doppelpacker Nicolas Pépé beendet Curacaos sensationelles Märchen.
Die Elfenbeinküste hat Fußball-Geschichte geschrieben und erstmals die K.o.-Runde einer Weltmeisterschaft erreicht. Mit einem souveränen 2:0 (1:0)-Erfolg gegen Curacao sicherten sich die "Elefanten" den zweiten Platz in Gruppe E hinter Deutschland. Matchwinner war Nicolas Pépé, der beide Treffer erzielte und damit den Traum des karibischen Außenseiters vom sensationellen Weiterkommen beendete.
Nationaltrainer Émerse Faé zeigte sich nach dem historischen Erfolg erleichtert. "Wir sind glücklich, wir sind stolz, und jetzt stecken wir uns noch höhere Ziele. Wir werden uns gewissenhaft auf das nächste Spiel vorbereiten", sagte der Coach. Gleichzeitig mahnte er: "Es war nicht unsere beste Leistung. Aber das Wichtigste ist, dass wir gewonnen haben, ohne Gegentor geblieben sind und uns qualifiziert haben."
Bereits in der siebten Minute brachte Nicolas Pépé seine Mannschaft in Führung. Nach einer unglücklichen Abstimmungspanne in der Defensive Curacaos legte Leipzig-Profi Yan Diomande mustergültig quer, sodass Pépé nur noch einschieben musste.
Curacao zeigte sich trotz des frühen Rückschlags keineswegs geschockt. Das kleinste Land der WM-Geschichte mit rund 160.000 Einwohnern versuchte mutig mitzuspielen und überzeugte erneut mit großem Einsatz. Doch gegen die spielerisch reiferen Afrikaner fehlte die Durchschlagskraft.
Die beste Gelegenheit auf den Ausgleich vergab Kapitän Leandro Bacuna kurz vor der Halbzeit. Auf der anderen Seite ließ die Elfenbeinküste weitere Chancen ungenutzt, kontrollierte die Begegnung aber weitgehend.
Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Afrikaner endgültig das Kommando. Mit viel Ballbesitz und ruhigem Spielaufbau ließen sie Curacao laufen. In der 64. Minute sorgte Nicolas Pépé schließlich für die Entscheidung. Nach einem präzisen Traumpass von Ibrahim Sangaré schlenzte der Angreifer den Ball sehenswert ins lange Eck und machte den historischen Einzug in die K.o.-Runde perfekt.
"Wir wissen, dass es von nun an Spiel für Spiel geht, und wir werden versuchen, so weit wie möglich zu kommen", erklärte Pépé nach seinem Doppelpack.
Für Curacao endet damit zwar das WM-Abenteuer, doch der Außenseiter verlässt das Turnier erhobenen Hauptes. Mit dem ersten WM-Tor der Landesgeschichte gegen Deutschland und dem ersten Punktgewinn gegen Ecuador hat die "Blue Wave" dennoch ein sportliches Märchen geschrieben.
Im Sechzehntelfinale trifft die Elfenbeinküste nun am Dienstag in Dallas auf Norwegen oder Frankreich.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Afrikas nächste Hoffnung lebt
Die Elfenbeinküste hat ihre Pflicht erfüllt, ohne dabei zu glänzen. Genau darin steckt aber die Qualität erfolgreicher Turniermannschaften: Sie gewinnen auch dann, wenn nicht alles funktioniert. Nicolas Pépé übernahm Verantwortung und entschied die Partie nahezu im Alleingang. Curacao verlässt die WM zwar ausgeschieden, aber mit großem Respekt der Fußballwelt. Das kleine Karibik-Land hat bewiesen, dass Leidenschaft und Teamgeist selbst gegen deutlich größere Nationen bestehen können. Für die Elfenbeinküste beginnt jetzt jedoch erst die eigentliche Bewährungsprobe.
Historischer Hintergrund
Die Elfenbeinküste nahm bereits an den Weltmeisterschaften 2006, 2010 und 2014 teil, scheiterte jedoch jeweils in der Gruppenphase. Nun gelang erstmals der Einzug in die K.o.-Runde. Curacao feierte bei dieser Weltmeisterschaft seine Premiere und wurde als kleinste Nation der WM-Geschichte schnell zum Publikumsliebling. Mit nur rund 160.000 Einwohnern sorgte das Team aus der Karibik weltweit für Aufmerksamkeit.
Zukunftsprognose
Die Elfenbeinküste könnte mit ihrer individuellen Qualität auch in der K.o.-Phase für Überraschungen sorgen. Gegen Norwegen oder Frankreich wartet jedoch eine deutlich anspruchsvollere Aufgabe. Curacao dürfte trotz des Ausscheidens langfristig profitieren: Die starke WM-Präsenz stärkt den Fußball auf der Karibikinsel und erhöht die internationale Wahrnehmung des Landes.
Gewinnspiel
Frage: Wer erzielte beide Tore für die Elfenbeinküste?
A) Franck Kessié
B) Nicolas Pépé
C) Amad Diallo
D) Yan Diomande
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Mini-Infobox
Elfenbeinküste gewinnt 2:0 gegen Curacao.
Nicolas Pépé erzielt beide Treffer.
Erstmals Einzug in die WM-K.o.-Runde.
Curacao scheidet mit einem Punkt aus.
Im Sechzehntelfinale wartet Norwegen oder Frankreich.
OZD-Analyse
Historischer Erfolg
– Die Elfenbeinküste übersteht erstmals die Gruppenphase einer Weltmeisterschaft.
Schlüssel zum Sieg
– a) Frühe Führung durch Nicolas Pépé.
– b) Spielkontrolle durch Ballbesitz nach der Pause.
– c) Defensiv stabil und ohne Gegentor.
Folgen
– Die Afrikaner reisen mit Selbstvertrauen in die K.o.-Phase. Curacao verabschiedet sich trotz des Ausscheidens als einer der Sympathieträger des Turniers.
Erklärungen
Wer ist Nicolas Pépé?
Nicolas Pépé ist Nationalspieler der Elfenbeinküste und offensiver Flügelspieler. Der technisch starke Angreifer spielte unter anderem in Frankreich und England und zählt zu den wichtigsten Offensivkräften seines Landes.
Was ist Curacao?
Curacao ist eine autonome Insel in der südlichen Karibik innerhalb des Königreichs der Niederlande. Mit rund 160.000 Einwohnern gehört das Land zu den kleinsten Teilnehmern einer Fußball-Weltmeisterschaft und schrieb mit seiner erstmaligen WM-Teilnahme Sportgeschichte.
OZD-Extras
Torhüter Eloy Room stellte im bisherigen Turnier mit 15 Paraden gegen Ecuador einen außergewöhnlichen WM-Wert auf und wurde trotz des Ausscheidens zum Nationalhelden Curacaos.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
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