England hat sich in einem der spektakulärsten Spiele dieser Fußball-Weltmeisterschaft mit einem hart erkämpften 3:2 (2:1)-Erfolg gegen Gastgeber Mexiko ins Viertelfinale gekämpft. Vor der einmaligen Kulisse des legendären Aztekenstadions in Mexiko-Stadt bewiesen die Three Lions enorme Moral, obwohl sie nach einer Roten Karte mehr als eine halbe Stunde in Unterzahl spielen mussten.
Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen. Nationaltrainer Thomas Tuchel umarmte seine Spieler, während englische Fans mit „Football's Coming Home“ und „Wonderwall“ das traditionsreiche Stadion übernahmen. Für Mexiko platzte dagegen der Traum vom historischen Heim-WM-Märchen.
„Ich bin sehr stolz. Das ist unsere Mentalität. Die Mannschaft hat es wirklich gezeigt, wir haben nie aufgegeben, es war ein weiterer Schritt“, sagte Tuchel unmittelbar nach dem Spiel.
Auch Kapitän Harry Kane rang nach dem emotionalen Kraftakt nach Worten. „Es ist unglaublich, ein verrücktes Spiel. Mein Gott, wir haben so gekämpft. Unglaublich, die Mannschaft, alles, das ist so unglaublich.“
Schon vor dem Anpfiff herrschte Ausnahmezustand in Mexiko-Stadt. Zehntausende Fans verwandelten das traditionsreiche Aztekenstadion in einen Hexenkessel. Bereits in der Nacht vor dem Spiel versuchten mexikanische Anhänger, die Engländer mit Feuerwerkskörpern rund um das Teamhotel um den Schlaf zu bringen. Bei der Ankunft des Mannschaftsbusses flogen Schaumstoff-Sprays, während die englische Nationalhymne von lautstarken Pfiffen begleitet wurde.
Ein heftiges Unwetter sorgte zusätzlich dafür, dass der Anpfiff um eine Stunde verschoben werden musste. Dennoch war die Atmosphäre nach Spielbeginn elektrisierend.
Mexiko begann diszipliniert und lauerte auf Konter. Die erste große Gelegenheit gehörte Raúl Jiménez, dessen Kopfball Jordan Pickford stark parierte. England kontrollierte zwar den Ball, fand zunächst aber kaum Lücken gegen die kompakte Defensive der Gastgeber.
Dann schlug Jude Bellingham eiskalt zu. Nach einer präzisen Flanke von Bukayo Saka köpfte der Mittelfeldstar zur Führung ein. Nur 98 Sekunden später folgte bereits der nächste Schock für Mexiko. Nach einem Ballgewinn schaltete England blitzschnell um, Harry Kane legte mustergültig quer und Bellingham erzielte seinen zweiten Treffer des Abends.
Doch die Gastgeber gaben sich nicht geschlagen. Julián Quiñones verkürzte noch vor der Pause mit einem wuchtigen Abschluss auf 1:2 und brachte das Aztekenstadion wieder zum Beben. Kurz darauf rettete ausgerechnet Bellingham in höchster Not auf der eigenen Torlinie gegen César Montes und verhinderte den Ausgleich.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel ein offener Schlagabtausch. Zunächst scheiterte Nico O'Reilly mit einem Schuss am Pfosten, ehe England einen herben Rückschlag verkraften musste. Jarell Quansah sah nach einem harten Einsteigen und einer VAR-Überprüfung die Rote Karte. England musste von der 54. Minute an in Unterzahl bestehen.
Nur wenige Minuten später erhielt England dennoch die große Chance zur Vorentscheidung. Mexikos Torhüter Raúl Rangel brachte Anthony Gordon zu Fall. Harry Kane verwandelte den fälligen Strafstoß souverän und erzielte seinen bereits sechsten Treffer bei dieser Weltmeisterschaft.
Doch erneut antwortete Mexiko. Diesmal verwandelte Raúl Jiménez einen Foulelfmeter zum 2:3 und leitete eine dramatische Schlussphase ein. Mit einem Mann mehr drängte die Auswahl von Trainer Jaime Lozano auf den Ausgleich und setzte England massiv unter Druck.
Elf Minuten Nachspielzeit sorgten für Hochspannung. Immer wieder rollten die Angriffe der Gastgeber auf das englische Tor zu. Doch Pickford und die englische Defensive stemmten sich mit aller Kraft gegen den drohenden Ausgleich. Als der Schlusspfiff endlich ertönte, lagen sich Spieler und Trainer erleichtert in den Armen.
Mit dem Erfolg zieht England ins Viertelfinale ein und trifft dort auf Norwegen mit Torjäger Erling Haaland. Für Gastgeber Mexiko endet dagegen der Traum von einer historischen Heim-Weltmeisterschaft unter Tränen. Nach Kanada scheidet damit bereits der zweite Gastgeber im Achtelfinale aus.
OZD/SID
OZD-Kommentar – England gewinnt mehr als nur ein Fußballspiel
Diese Partie war ein echter Charaktertest für England. Über Jahre wurde den Three Lions vorgeworfen, in entscheidenden Momenten mental einzubrechen. Gegen Mexiko zeigte die Mannschaft von Thomas Tuchel genau das Gegenteil.
Selbst nach der Roten Karte verlor England weder die Ordnung noch den Glauben an den Sieg. Spieler wie Jude Bellingham und Harry Kane übernahmen Verantwortung und entschieden ein Spiel, das leicht hätte kippen können.
Mexiko wiederum scheiterte trotz überragender Unterstützung der eigenen Fans daran, die numerische Überlegenheit konsequent auszunutzen. Der Gastgeber verabschiedet sich damit zwar erhobenen Hauptes, verpasst aber die Chance auf ein weiteres WM-Märchen.
Sollte England diese Mischung aus individueller Klasse und kämpferischer Mentalität konservieren, gehört die Mannschaft endgültig zum engsten Favoritenkreis auf den WM-Titel.
Historischer Hintergrund
Das Aztekenstadion in Mexiko-Stadt zählt zu den legendärsten Fußballstadien der Welt. Hier gewann Brasilien 1970 den WM-Titel, Diego Maradona schrieb 1986 mit der „Hand Gottes“ und dem „Tor des Jahrhunderts“ Fußballgeschichte.
England verbindet mit dem Stadion schmerzhafte Erinnerungen. 1986 schied die Mannschaft hier im Viertelfinale gegen Argentinien aus. Fast vier Jahrzehnte später kehren die Three Lions nun mit einem historischen Sieg zurück.
Zukunftsprognose
Mit dem Viertelfinaleinzug untermauert England seine Ambitionen auf den ersten WM-Titel seit 1966. Das Duell gegen Norwegen und Erling Haaland verspricht jedoch eine völlig andere Herausforderung.
Mexiko wird trotz des Ausscheidens wichtige Erkenntnisse aus dem Turnier mitnehmen. Die Leistungen im eigenen Land zeigen, dass El Tri international wieder konkurrenzfähig geworden ist.
Gewinnspiel
Frage: Gegen welchen Gegner spielt England im WM-Viertelfinale?
A) Frankreich
B) Brasilien
C) Norwegen
D) Argentinien
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Mini-Infobox
England gewinnt 3:2 gegen Mexiko.
Jude Bellingham erzielt zwei Tore.
Harry Kane trifft per Elfmeter.
England spielt nach Rot gegen Quansah lange in Unterzahl.
Im Viertelfinale wartet Norwegen.
OZD-Analyse
Bellingham entscheidet das Spiel
– Doppelpack innerhalb von 98 Sekunden.
Englands Mentalität
– a) Führung konsequent verteidigt.
– b) Trotz Unterzahl stabil geblieben.
– c) Kane übernimmt Verantwortung.
Mexikos Aufholjagd
– Gastgeber kämpft bis zur letzten Minute.
– Folgen: England reist mit großem Selbstvertrauen ins Viertelfinale, Mexiko verabschiedet sich trotz starker Leistung aus dem Turnier.
Erklärungen
Wer ist Jude Bellingham?
Jude Bellingham zählt zu den besten Mittelfeldspielern der Welt. Der englische Nationalspieler überzeugt durch Technik, Spielintelligenz und Torgefahr und gilt als einer der Schlüsselspieler der Three Lions.
Was ist das Aztekenstadion?
Das Aztekenstadion in Mexiko-Stadt gehört zu den berühmtesten Fußballarenen der Welt. Es war bereits Austragungsort der WM-Endspiele 1970 und 1986 und gilt als eine der traditionsreichsten Spielstätten des internationalen Fußballs.
OZD-Extras
Mit dem Sieg im Aztekenstadion beendet England zugleich eine fast 40-jährige WM-Erinnerung an die Niederlage gegen Argentinien im selben Stadion. Für viele englische Fans besitzt dieser Erfolg daher eine besondere symbolische Bedeutung.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild SID