Übersicht
Vertrag bis zur WM 2030 im Gespräch.
Keine Ablöse an Red Bull vorgesehen.
Per Mertesacker gilt als Kandidat für den DFB.
Der Deutsche Fußball-Bund steht offenbar kurz vor einer der bedeutendsten Personalentscheidungen der vergangenen Jahre. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung ist die größte Hürde auf dem Weg von Jürgen Klopp zum Bundestrainer ausgeräumt: Für die vorzeitige Auflösung seines bis 2029 laufenden Vertrags als Fußballchef von Red Bull soll keine Ablösesumme fällig werden.
Demnach seien zwischen den Beteiligten bereits alle "wesentlichen Punkte" besprochen worden. Vorgesehen sei ein Vertrag bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2030. Klopp soll trotz seines Wechsels dem österreichischen Energydrink-Konzern als Werbebotschafter erhalten bleiben. Auch sein bestehender Werbevertrag mit adidas soll einem Engagement beim DFB nicht im Wege stehen, da dieser nach der kommenden Weltmeisterschaft endet. Weder der DFB noch adidas wollten den Bericht kommentieren. Auch Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff äußerte sich zunächst nicht.
Parallel arbeitet der Verband offenbar an einer weiteren prominenten Personalie. Nach Informationen der Bild gilt Weltmeister Per Mertesacker als Favorit auf die Nachfolge des zum Jahresende ausscheidenden DFB-Geschäftsführers Andreas Rettig. Der frühere Nationalspieler und heutige ZDF-Experte hatte bereits öffentlich Interesse an einer Tätigkeit beim Verband signalisiert. Unterstützung erhielt seine mögliche Kandidatur zuletzt unter anderem von Lothar Matthäus und Uli Hoeneß. Bevor Mertesacker eine neue Aufgabe übernimmt, plant er allerdings zunächst eine persönliche Auszeit. Ein Einstieg Anfang des kommenden Jahres erscheint deshalb realistisch.
Bereits bekannt ist, dass DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Bundesliga-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zeitnah in die USA reisen wollen. Dort möchten sie Klopp, der die Weltmeisterschaft für MagentaTV begleitet, persönlich treffen und über eine Zusammenarbeit sprechen. Ziel der Reise ist es, gegenseitige Vorstellungen auszutauschen und die letzten offenen Fragen zu klären.
Sollte die Einigung gelingen, könnte Klopp bereits im September sein Debüt als Bundestrainer feiern. Zum Auftakt der Nations League würde die deutsche Nationalmannschaft dann in Amsterdam auf die Niederlande treffen. Für den DFB wäre dies der Beginn einer neuen sportlichen Ära, verbunden mit der Hoffnung, die Nationalmannschaft dauerhaft wieder an die Weltspitze heranzuführen.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Der DFB setzt alles auf Klopp
Der DFB geht mit der Verpflichtung von Jürgen Klopp ein enormes Risiko – und hat gleichzeitig kaum eine Alternative. Nach Jahren sportlicher Rückschläge, Führungsdebatten und enttäuschender Turniere soll nun ein Trainer die Wende schaffen, dessen internationale Strahlkraft weltweit anerkannt ist. Klopp bringt Führungsqualität, Glaubwürdigkeit und Siegermentalität mit. Doch auch er wird die strukturellen Probleme des deutschen Fußballs nicht im Alleingang lösen.
Sollte Per Mertesacker tatsächlich ebenfalls zum DFB wechseln, könnte erstmals seit Jahren wieder eine klare sportliche Linie entstehen. Dennoch wird der Erfolg nicht an Namen gemessen werden, sondern ausschließlich an Ergebnissen auf dem Platz. Die Erwartungen sind gewaltig – und der öffentliche Druck dürfte größer sein als je zuvor.
Historischer Hintergrund
Der Deutsche Fußball-Bund mit Sitz in Frankfurt am Main gehört zu den größten Sportverbänden der Welt. Nach dem WM-Titel 2014 unter Joachim Löw folgten mehrere enttäuschende Turniere und ein schleichender sportlicher Bedeutungsverlust. Mit der Europameisterschaft 2024 im eigenen Land gelang zwar eine sportliche Stabilisierung, doch der Anspruch Deutschlands bleibt der Gewinn großer Titel. Jürgen Klopp zählt nach Erfolgen in der Bundesliga und der englischen Premier League zu den angesehensten Trainern des internationalen Fußballs und gilt seit Jahren als Wunschlösung für das Amt des Bundestrainers.
Zukunftsprognose
Sollte der Vertrag zustande kommen, dürfte der DFB einen grundlegenden personellen und sportlichen Neuanfang einleiten. International würde die Verpflichtung Klopps als Signal verstanden werden, dass Deutschland wieder zu den führenden Fußballnationen aufschließen will. Wirtschaftlich könnten Sponsoren, TV-Partner und Vermarktung erheblich profitieren. Gleichzeitig würde der Druck steigen, spätestens bei der Weltmeisterschaft 2030 wieder um den Titel mitzuspielen.
Gewinnspiel
Frage: Welcher Trainer gilt laut Bericht als Wunschkandidat des DFB für das Amt des Bundestrainers?
A) Julian Nagelsmann
B) Jürgen Klopp
C) Thomas Tuchel
D) Hansi Flick
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OZD-Analyse
Strategischer Neustart
– Der DFB plant offenbar einen umfassenden personellen Neuanfang.
Neues Führungsteam
– a) Klopp als Bundestrainer.
– b) Mertesacker als möglicher Geschäftsführer.
– c) Neuendorf und Watzke treiben die Gespräche voran.
Folgen
– Deutschland könnte sportlich, wirtschaftlich und international wieder
deutlich an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an
Verband und Nationalmannschaft erheblich.
Erklärungen
Wer ist Jürgen Klopp?
Jürgen Klopp zählt zu den erfolgreichsten deutschen Fußballtrainern der vergangenen Jahrzehnte. Nach Meisterschaften mit Borussia Dortmund gewann er mit dem FC Liverpool unter anderem die UEFA Champions League und die englische Meisterschaft. International genießt er den Ruf eines herausragenden Motivators und Teamentwicklers.
Wer ist Per Mertesacker?
Per Mertesacker wurde 2014 mit
Deutschland Fußball-Weltmeister. Nach seiner aktiven Karriere arbeitete
er unter anderem im Nachwuchsbereich des FC Arsenal und ist heute als
TV-Experte tätig. Er gilt als ausgewiesener Fachmann für
Talententwicklung und Verbandsarbeit.
Red Bull ist ein internationaler österreichischer Konzern, der weltweit in zahlreichen Sportarten engagiert ist und unter anderem mehrere Profifußballvereine betreibt sowie Sportmanager und Trainer beschäftigt.
OZD-Extras
Jürgen Klopp wäre der erste Bundestrainer seit Jahrzehnten, der bereits vor seinem Amtsantritt weltweit als einer der bekanntesten Fußballtrainer überhaupt gilt. Seine Verpflichtung würde nicht nur in Europa, sondern auch in Nordamerika, Asien und Südamerika enorme mediale Aufmerksamkeit erzeugen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.