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Social Media erst ab 13

EU-Experten empfehlen ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren. Auch für Jugendliche könnten künftig strengere Alters- und Schutzregeln gelten.

Die Übersicht 

Empfehlung: Social Media erst ab 13 Jahren.

Weitere Altersstufen könnten folgen.

EU-Kommission arbeitet an Gesetzesvorschlägen.



Kinder unter 13 Jahren sollen nach Empfehlung eines europäischen Expertengremiums künftig keinen Zugang mehr zu sozialen Netzwerken erhalten. Die Fachleute sprechen sich für ein EU-weites Mindestalter aus und regen darüber hinaus weitere Altersbeschränkungen für Jugendliche an, solange Plattformen keinen ausreichenden Schutz vor Suchtgefahren, Gewaltinhalten und Hassrede gewährleisten.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterstützte den Vorschlag und sprach sich für ein gestuftes Zugangssystem aus. "Es muss ein Mindestalter geben, ab dem sich Kinder auf Social Media anmelden können", erklärte sie in Brüssel. "Wir müssen einen schrittweisen Zugang für unterschiedliche Altersgruppen in Betracht ziehen."

Nach den Vorstellungen könnten bestimmte Plattformen bereits ab 13 Jahren genutzt werden, andere hingegen erst ab 15 oder 16 Jahren. Welche Dienste unter welche Altersgrenzen fallen würden, ist bislang offen.

Die EU-Kommission will im September darlegen, wie die Empfehlungen in konkrete Gesetzesvorschläge umgesetzt werden könnten. Anschließend müssten sowohl das Europäische Parlament als auch die Regierungen der 27 Mitgliedstaaten den Vorschlägen zustimmen.

Mehrere EU-Staaten arbeiten bereits an eigenen Regelungen. Dazu gehören unter anderem Dänemark, Spanien, Griechenland und Frankreich.

Auch in Deutschland wird über strengere Altersgrenzen diskutiert. Bundesfamilienministerin Karin Prien plant bis zum Jahresende einen eigenen Gesetzentwurf. Ein deutsches Expertengremium hatte ebenfalls empfohlen, Kindern unter 13 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken zu untersagen oder Altersgrenzen je nach Risikopotenzial einzelner Plattformen einzuführen.

Grundsätzlich könnten die Mitgliedstaaten zwar nationale Altersgrenzen festlegen. Die Kontrolle der großen Plattformen liegt jedoch bei der Europäischen Kommission. Sie überwacht unter anderem Instagram, TikTok und Snapchat und kann die Unternehmen verpflichten, ihre Dienste anzupassen oder bei Verstößen hohe Bußgelder verhängen.

Mit der geplanten Reform würde der Jugendschutz im digitalen Raum europaweit deutlich verschärft. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche besser vor gesundheitlichen, psychischen und gesellschaftlichen Risiken sozialer Netzwerke zu schützen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Jugendschutz braucht mehr als Altersgrenzen

Ein Mindestalter allein wird die Probleme sozialer Netzwerke nicht lösen. Kinder umgehen Altersbeschränkungen oft problemlos, solange Plattformen keine wirksamen Alterskontrollen einsetzen.

Dennoch setzt die EU mit ihrer Initiative ein wichtiges Signal. Plattformbetreiber müssen stärker in die Verantwortung genommen werden. Gleichzeitig bleiben Eltern, Schulen und Politik gefordert, Medienkompetenz frühzeitig zu fördern. Nur das Zusammenspiel aller Beteiligten kann Kinder wirksam vor digitalen Risiken schützen.

Historischer Hintergrund

Seit Jahren wächst die Sorge über die Auswirkungen sozialer Netzwerke auf Kinder und Jugendliche. Studien beschäftigen sich unter anderem mit Suchtverhalten, Cybermobbing, Hassrede, problematischen Schönheitsidealen und psychischen Belastungen. Weltweit diskutieren Regierungen deshalb über strengere Altersgrenzen, bessere Jugendschutzmechanismen und eine stärkere Regulierung großer Plattformen.

Zukunftsprognose

Die Debatte über Altersgrenzen dürfte in der Europäischen Union weiter an Dynamik gewinnen. Sollte die EU-Kommission einen Gesetzesvorschlag vorlegen, könnten Plattformen künftig verpflichtende Altersverifikationen und gestufte Schutzmechanismen einführen müssen. Auch außerhalb Europas dürfte eine solche Regelung internationale Signalwirkung entfalten.

Gewinnspiel

Frage: Welches Mindestalter empfehlen die EU-Experten für die Nutzung sozialer Netzwerke?

A) 10 Jahre

B) 12 Jahre

C) 13 Jahre

D) 16 Jahre

Gewinnspiel:
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OZD-Analyse

Mehr Jugendschutz
– Die EU will Kinder besser vor den Risiken sozialer Netzwerke schützen.

Geplante Maßnahmen
– a) Mindestalter von 13 Jahren.
– b) Altersabhängige Nutzung einzelner Plattformen.
– c) Verpflichtungen für große Onlinedienste.

Folgen
– Plattformen müssten ihre Alterskontrollen deutlich verbessern. Gleichzeitig könnten europaweit einheitliche Regeln den Jugendschutz stärken und den Druck auf internationale Tech-Konzerne erhöhen.

Erklärungen

Wer ist Ursula von der Leyen?

Ursula von der Leyen ist Präsidentin der Europäischen Kommission. Sie koordiniert die Gesetzesinitiativen der EU und spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung digitaler Plattformen.

Was ist die Europäische Kommission?

Die Europäische Kommission ist das Exekutivorgan der Europäischen Union. Sie erarbeitet Gesetzesvorschläge, überwacht die Einhaltung des EU-Rechts und kontrolliert unter anderem große digitale Plattformen im Rahmen europäischer Digitalgesetze.

OZD-Extras

Bereits heute verlangen viele soziale Netzwerke in ihren Nutzungsbedingungen ein Mindestalter von 13 Jahren. In der Praxis erfolgt die Altersprüfung jedoch häufig lediglich über die Eingabe eines Geburtsdatums, was eine einfache Umgehung ermöglicht.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.