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Der Milliarden-Deal von Warner Bros.

Die EU genehmigt die milliardenschwere Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount – verlangt dafür aber weitreichende Zugeständnisse.

Überblick

Die EU genehmigt die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount.

Paramount muss seine Anteile am Filmvertrieb United International Pictures (UIP) verkaufen.

Das Geschäft hat ein Volumen von rund 111 Milliarden US-Dollar.

In den USA läuft weiterhin ein Gerichtsverfahren gegen die Fusion.

Auch der Nachrichtensender CNN gehört zum Übernahmepaket.


Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des Medien- und Unterhaltungskonzerns Warner Bros. Discovery (WBD) durch Paramount Skydance grundsätzlich genehmigt. Die Zustimmung aus Brüssel erfolgt jedoch unter strengen Auflagen, um den Wettbewerb auf dem europäischen Filmmarkt zu schützen.

Kernpunkt der Entscheidung ist der Filmvertrieb. Nach Auffassung der EU-Kommission würde die Fusion dort zu einer zu starken Marktkonzentration führen. Deshalb muss Paramount seine Beteiligung an United International Pictures (UIP), einem gemeinsamen Filmvertriebsunternehmen mit Universal, innerhalb von 13 Monaten nach Abschluss der Übernahme vollständig verkaufen.

Darüber hinaus untersagt die EU dem Unternehmen für die kommenden zehn Jahre, im Europäischen Wirtschaftsraum eine vergleichbare Vertriebskooperation mit Universal einzugehen. Im Bereich der Filmproduktion sieht die Kommission dagegen weiterhin ausreichend Wettbewerb durch andere große Studios.

Die Vereinigten Staaten hatten den milliardenschweren Zusammenschluss bereits im Juni ohne Auflagen genehmigt. Das US-Justizministerium kam zu dem Ergebnis, dass die Fusion den Wettbewerb und die Interessen der Verbraucher voraussichtlich nicht beeinträchtigen werde.

Allerdings ist die Übernahme juristisch noch nicht abgeschlossen. Eine Bundesrichterin im US-Bundesstaat Kalifornien stoppte den Vollzug der Fusion vorläufig. Kalifornien und elf weitere Bundesstaaten klagen gegen das Vorhaben und befürchten steigende Preise, eine geringere Angebotsvielfalt sowie Nachteile für Verbraucherinnen und Verbraucher.

Das Übernahmevolumen beträgt rund 111 Milliarden US-Dollar. Paramount plant den Erwerb der gesamten Warner-Bros.-Discovery-Gruppe mit ihren Filmstudios, Streaming-Angeboten und Fernsehsendern. Dazu gehört auch der international bekannte Nachrichtensender CNN.

Zusätzliche Diskussionen löst die politische Dimension der Fusion aus. Paramount-Chef David Ellison und sein Vater Larry Ellison, Gründer des Softwarekonzerns Oracle, gelten als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump. Kritiker äußern deshalb Sorgen über die künftige redaktionelle Unabhängigkeit von CNN.

Die Übernahmevereinbarung wurde Ende Februar unterzeichnet, nachdem sich Netflix aus dem Bieterverfahren zurückgezogen hatte. Ende April stimmten schließlich auch die Aktionäre dem Zusammenschluss zu.

OZD/AFP


OZD-Kommentar – Hollywood wird immer mächtiger

Die Genehmigung der EU zeigt den schwierigen Spagat zwischen wirtschaftlicher Größe und funktionierendem Wettbewerb. Während weltweit immer größere Medienkonzerne entstehen, wächst gleichzeitig die Sorge vor sinkender Vielfalt und zunehmender Marktmacht. Besonders sensibel ist der Fall wegen CNN. Nachrichtenmedien genießen eine besondere gesellschaftliche Verantwortung. Deshalb wird die Frage nach der redaktionellen Unabhängigkeit den neuen Konzern noch lange begleiten.


Historischer Hintergrund

In den vergangenen Jahren hat sich die internationale Medienbranche durch zahlreiche Fusionen stark verändert. Streamingdienste wie Netflix, Disney+, Amazon Prime Video und Max konkurrieren weltweit um Abonnenten. Gleichzeitig versuchen traditionelle Medienunternehmen, durch Zusammenschlüsse ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den großen Technologie- und Streamingkonzernen zu stärken.


Zukunftsprognose

Sollte die Fusion auch die noch offenen juristischen Hürden in den USA überwinden, entsteht einer der größten Medienkonzerne der Welt. Gleichzeitig dürften Wettbewerbsbehörden künftig noch genauer prüfen, wie sich weitere Zusammenschlüsse auf Medienvielfalt, Filmvertrieb und journalistische Unabhängigkeit auswirken.


Gewinnspiel

Frage: Welcher Nachrichtensender gehört zur Warner-Bros.-Discovery-Gruppe und ist Teil der geplanten Übernahme?

A) BBC World News

B) CNBC

C) CNN

D) Euronews

Gewinnspiel:

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OZD-Analyse

Wettbewerb

– Die EU will eine zu starke Konzentration im Filmvertrieb verhindern.

Auflagen

– a) Verkauf der UIP-Beteiligung.

– b) Zehnjähriges Kooperationsverbot mit Universal im europäischen Filmvertrieb.

– c) Fortlaufende Kontrolle durch die Wettbewerbsbehörden.

Folgen

– Die Fusion könnte die internationale Medienlandschaft nachhaltig verändern und den Wettbewerb zwischen klassischen Medienkonzernen und Streaming-Plattformen weiter verschärfen.

Erklärungen

Was ist Warner Bros. Discovery?

Warner Bros. Discovery gehört zu den größten Medienunternehmen der Welt. Zum Konzern gehören Filmstudios, Streaming-Angebote, Fernsehsender sowie bekannte Marken wie CNN, HBO und Warner Bros.

Was ist United International Pictures?

United International Pictures (UIP) ist ein internationales Gemeinschaftsunternehmen von Paramount und Universal. Es vertreibt Kinofilme in zahlreichen Ländern Europas und anderer Regionen an Kinobetreiber.


OZD-Extras

Mit einem geschätzten Volumen von rund 111 Milliarden US-Dollar zählt die Übernahme zu den größten Medienfusionen der vergangenen Jahrzehnte. Sie verändert das Kräfteverhältnis im weltweiten Wettbewerb mit Streaming-Anbietern wie Netflix, Disney+ und Amazon Prime Video.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.