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Donau auf Rekordtief: Bulgarien drosselt erstmals Atomkraftwerk wegen Wassermangels

Historischer Schritt in Bulgarien: Erstmals seit über 50 Jahren muss das Atomkraftwerk Kosloduj wegen des extremen Donau-Niedrigwassers Leistung reduzieren.

Fakten im Überblick

Bulgarien drosselt erstmals seit 52 Jahren die Leistung seines Atomkraftwerks Kosloduj.

Ursache ist das außergewöhnlich niedrige Wasser der Donau.

Auch Rumänien, Ungarn, Frankreich und die Schweiz sind von ähnlichen Problemen betroffen.


Das extrem niedrige Wasser der Donau hat Bulgarien zu einem historischen Schritt gezwungen. Erstmals seit der Inbetriebnahme des Atomkraftwerks Kosloduj vor 52 Jahren wird dessen Leistung aufgrund von Wetterbedingungen reduziert. Das Energieministerium in Sofia teilte mit, die Maßnahme diene dazu, den "sicheren Betrieb" der Anlage sicherzustellen.

Nach Angaben des Ministeriums wird die Leistung eines der beiden Reaktoren um 120 Megawatt gesenkt. Hintergrund ist der außergewöhnlich niedrige Pegel der Donau, deren Wasser für die Kühlung der Reaktoren benötigt wird. Die Behörden sprechen von einem "beispiellosen und kritischen" Rückgang des Wasserstands. Zudem zeigten aktuelle Prognosen, dass der Pegel "weiterhin eine rückläufige Tendenz" aufweise.

Das Atomkraftwerk Kosloduj ist von zentraler Bedeutung für die Energieversorgung Bulgariens. Die beiden Reaktoren erzeugen rund ein Drittel des Stroms des Landes. Entsprechend aufmerksam wird die Entwicklung an der Donau verfolgt.

Das Problem betrifft längst nicht mehr nur Bulgarien. Auch andere Staaten entlang der Donau kämpfen mit den Folgen der anhaltenden Trockenheit. Rumänien musste bereits am 13. August einen der beiden Reaktoren seines Kernkraftwerks Cernavoda vollständig abschalten. Die Anlage deckt normalerweise rund ein Fünftel des rumänischen Strombedarfs. In Ungarn wurde die Leistung des Kernkraftwerks Paks ebenfalls deutlich reduziert.

Auch außerhalb der Donauregion geraten Europas Kernkraftwerke zunehmend unter Druck. In Frankreich und der Schweiz mussten in den vergangenen Wochen mehrere Reaktoren zeitweise abgeschaltet oder gedrosselt werden, weil Flüsse nicht mehr genügend Kühlwasser lieferten oder sich das Wasser zu stark erwärmte.

Die Entwicklung zeigt eindrucksvoll, wie eng die Energieversorgung Europas inzwischen mit den Folgen extremer Wetterereignisse verknüpft ist. Niedrige Wasserstände beeinträchtigen nicht nur die Schifffahrt und Industrie, sondern zunehmend auch die Stromproduktion.

OZD/AFP


OZD-Kommentar – Europas Energie steht unter Klimastress

Der Fall Bulgarien ist ein Warnsignal für ganz Europa. Jahrzehntelang galten Atomkraftwerke als weitgehend wetterunabhängige Säulen der Energieversorgung. Doch die Realität verändert sich. Hitze, Dürren und Niedrigwasser entwickeln sich zu einem immer größeren Risiko für Kraftwerke, die auf Flüsse als Kühlwasserquelle angewiesen sind. Europas Energiepolitik muss sich deshalb nicht nur auf neue Kraftwerke konzentrieren, sondern auch auf die Widerstandsfähigkeit bestehender Infrastruktur gegenüber den Folgen des Klimawandels. Die aktuellen Ereignisse machen deutlich, dass Versorgungssicherheit und Klimaanpassung künftig untrennbar zusammengehören.

Der historische Hintergrund

Das Kernkraftwerk Kosloduj liegt an der Donau im Nordwesten Bulgariens nahe der Grenze zu Rumänien. Seit den 1970er Jahren gehört die Anlage zu den wichtigsten Stromerzeugern Südosteuropas. Die Donau ist mit rund 2.850 Kilometern der zweitlängste Fluss Europas und versorgt zahlreiche Kraftwerke, Industrieanlagen und Häfen in Ländern wie Deutschland, Österreich, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien und Bulgarien. Extreme Niedrigwasserphasen beeinträchtigen deshalb weite Teile der europäischen Wirtschaft und Energieversorgung.

Die Zukunftsprognose der OZD

Sollten Hitze und Trockenheit weiter zunehmen, könnten Einschränkungen bei der Stromproduktion in Europa häufiger werden. Besonders Flusskraftwerke und Kernkraftwerke mit Kühlwasserbedarf stehen zunehmend unter Druck. Gleichzeitig könnten Strompreise in Südosteuropa steigen und grenzüberschreitende Stromimporte an Bedeutung gewinnen. Europa dürfte deshalb verstärkt in klimaresistente Energieinfrastruktur, moderne Kühlsysteme und den Ausbau erneuerbarer Energien investieren.


Die Erklärungen zum Text

Was ist das Atomkraftwerk Kosloduj?

Kosloduj ist das einzige Kernkraftwerk Bulgariens. Es liegt direkt an der Donau und erzeugt mit seinen zwei aktiven Reaktoren rund ein Drittel des bulgarischen Stroms. Für den sicheren Betrieb wird kontinuierlich Kühlwasser aus dem Fluss benötigt.

Warum ist Niedrigwasser für Atomkraftwerke problematisch?

Kernkraftwerke benötigen große Mengen Wasser zur Kühlung der Reaktoren. Sinkt der Wasserstand oder steigt die Wassertemperatur zu stark an, kann die Kühlleistung nicht mehr ausreichen. Dann muss die Leistung reduziert oder ein Reaktor vorübergehend abgeschaltet werden.

Gibt es eine Interpretation?

Die Situation verdeutlicht, dass der Klimawandel längst Auswirkungen auf kritische Infrastruktur hat. Nicht nur erneuerbare Energien, sondern auch konventionelle Kraftwerke werden zunehmend durch extreme Wetterlagen beeinflusst. Das verändert langfristig die Planung der europäischen Energieversorgung.


Unser Gewinnspiel

Frage: Warum reduziert Bulgarien die Leistung seines Atomkraftwerks Kosloduj?

A) Wegen technischer Wartungsarbeiten

B) Wegen Brennstoffmangels

C) Wegen des extremen Niedrigwassers der Donau

D) Wegen eines Stromüberschusses

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.