Fakten im Überblick
Mindestens 395 Menschen kamen bei der Sturzflut am Himalaya ums Leben.
Mehr als 1.400 Menschen werden in Nepal und Tibet weiterhin vermisst.
UNO und WHO haben internationale Nothilfe für die betroffenen Regionen gestartet.
Eine der schwersten Naturkatastrophen der vergangenen Jahre erschüttert die Himalaya-Region. Nach der verheerenden Sturzflut ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf nahezu 400 gestiegen. Nach Angaben der nepalesischen Polizei wurden inzwischen 392 Leichen geborgen. Chinesische Behörden meldeten zusätzlich drei Todesopfer auf der tibetischen Seite des Himalaya. Gleichzeitig wächst die Sorge um Hunderte Vermisste.
Besonders dramatisch ist die Lage in Nepal. Dort werden nach Behördenangaben weiterhin 910 Menschen vermisst, darunter 517 ausländische Staatsangehörige. In der chinesischen Autonomen Region Tibet gelten weitere 558 Menschen als vermisst, darunter 260 Ausländer. Die Hoffnung, noch viele Überlebende zu finden, schwindet mit jeder Stunde.
Rettungskräfte kämpfen unter extremen Bedingungen gegen Schlamm, Geröll, eisige Temperaturen und zerstörte Verkehrswege. Zahlreiche Täler sind nur schwer erreichbar. Einsatzkräfte durchsuchen ununterbrochen die Schlammmassen nach Verschütteten, während Experten gleichzeitig vor weiteren Überschwemmungen und instabilen Gletscherbereichen warnen.
Nach neuesten Erkenntnissen der US-Erdbebenwarte USGS wurde die Katastrophe nicht – wie zunächst vermutet – durch ein Erdbeben ausgelöst. Vielmehr brach ein Gletscher im Himalaya ab und löste eine gewaltige Sturzflut aus. Die Wassermassen rasten über nahezu 170 Kilometer durch enge Gebirgstäler und zerstörten Dörfer, Brücken, Straßen und weitere Infrastruktur nahezu vollständig.
Die internationale Gemeinschaft hat inzwischen umfangreiche Hilfe zugesagt. Die Vereinten Nationen stellen zwei Millionen US-Dollar für medizinische Notversorgung, Trinkwasser und Notunterkünfte bereit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsandte zusätzlich medizinisches Material, um bis zu 10.000 betroffene Menschen versorgen zu können. Angesichts der enormen Schäden rechnen Hilfsorganisationen jedoch mit einem langfristigen Einsatz.
Die Katastrophe macht erneut deutlich, wie verwundbar die Hochgebirgsregion des Himalaya gegenüber Naturgefahren ist. Experten warnen seit Jahren davor, dass schmelzende Gletscher und instabile Eisformationen das Risiko solcher Sturzfluten weiter erhöhen könnten.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Der Himalaya sendet ein dramatisches Warnsignal
Die Bilder aus Nepal und Tibet zeigen eine Naturgewalt, gegen die der Mensch nahezu machtlos ist. Doch ganz überraschend kommt diese Katastrophe nicht. Wissenschaftler warnen seit Jahren vor den Folgen schmelzender Gletscher im Himalaya. Die Region gehört zu den empfindlichsten Klimazonen der Erde. Gleichzeitig wachsen Tourismus, Infrastruktur und Besiedlung in gefährdeten Tälern. Ohne bessere Frühwarnsysteme und internationale Zusammenarbeit drohen ähnliche Tragödien künftig häufiger und mit noch größeren Folgen.
Historischer Hintergrund
Der Himalaya erstreckt sich über Nepal, China (Tibet), Indien, Bhutan und Pakistan und beherbergt die größten Eismassen außerhalb der Polarregionen. Immer wieder kommt es dort zu sogenannten Gletschersee-Ausbrüchen oder Sturzfluten, wenn Eis, Felsen oder Moränen brechen. In den vergangenen Jahrzehnten nahmen solche Ereignisse in mehreren Hochgebirgsregionen Asiens deutlich zu und gefährden Millionen Menschen entlang der Flusssysteme des Himalaya.
Zukunftsprognose
Experten erwarten, dass Extremereignisse in der Himalaya-Region künftig häufiger auftreten könnten. Neben den humanitären Folgen drohen erhebliche wirtschaftliche Schäden für Nepal, Tibet und angrenzende Regionen. Tourismus, Wasserkraft, Verkehrswege und Landwirtschaft könnten langfristig beeinträchtigt werden. Auf die internationalen Börsen dürfte die Katastrophe kurzfristig nur begrenzte Auswirkungen haben. Unternehmen aus den Bereichen Rückversicherung, Infrastruktur und Klimaanpassung könnten jedoch durch steigende Investitionen in Katastrophenschutz und Wiederaufbau mittelbar betroffen sein.
Erklärungen
Was ist eine Sturzflut?
Eine Sturzflut entsteht, wenn sich innerhalb kürzester Zeit enorme Wassermassen talwärts bewegen. Ausgelöst wird sie häufig durch Starkregen, Gletscherabbrüche oder den Bruch natürlicher Staudämme. In engen Gebirgstälern entwickeln solche Fluten enorme Zerstörungskraft.
Was ist der Himalaya?
Der Himalaya ist das höchste Gebirge der Erde und erstreckt sich über mehrere Staaten in Südasien. Er umfasst den Mount Everest sowie Tausende Gletscher, die als wichtige Süßwasserquelle für Hunderte Millionen Menschen dienen. Veränderungen der Gletscher wirken sich weit über die Region hinaus auf Wasserhaushalt, Klima und Versorgungssicherheit aus.
OZD-Extras
Der Himalaya wird oft als „Dritter Pol der Erde“ bezeichnet, weil dort nach der Arktis und Antarktis die größten Süßwasservorräte in Form von Eis gespeichert sind. Veränderungen in dieser Region beeinflussen langfristig die Wasserversorgung großer Teile Asiens.
Gewinnspiel
Was löste nach den neuesten Erkenntnissen die verheerende Sturzflut am Himalaya aus?
A) Ein Vulkanausbruch
B) Ein Gletscherabbruch
C) Ein Taifun
D) Ein Tsunami
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.