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Schneider fordert Zoll-Hammer gegen China: Plug-in-Hybride sollen teurer werden

Bundesumweltminister Carsten Schneider fordert neue Zölle auf chinesische Plug-in-Hybride. Ziel seien faire Wettbewerbsbedingungen und der Schutz der europäischen Auto- und Batterieindustrie.

Fakten im Überblick

Carsten Schneider verlangt Ausgleichszölle auf chinesische Plug-in-Hybridfahrzeuge.

Für reine Elektroautos aus China gelten bereits entsprechende Zusatzzölle.

Der Umweltminister fordert zudem den Aufbau einer starken europäischen Batterieproduktion.


Der wirtschaftspolitische Streit um Chinas Autoindustrie gewinnt weiter an Dynamik. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) fordert, künftig auch auf chinesische Plug-in-Hybridfahrzeuge vergleichbare Ausgleichszölle zu erheben wie bereits auf vollelektrische Fahrzeuge.

"Bei der Elektromobilität wie bei der Batterieproduktion brauchen wir ein Level Playing Field mit China, also faire Wettbewerbsbedingungen", sagte Schneider der "Rheinischen Post".

Nach Auffassung des Ministers bestehen derzeit erhebliche Wettbewerbsverzerrungen. Als einen Grund nennt Schneider die aus seiner Sicht deutliche Unterbewertung der chinesischen Währung, die chinesischen Herstellern zusätzliche Vorteile verschaffe.

Während für batterieelektrische Fahrzeuge aus China bereits Ausgleichszölle erhoben werden, gilt dies bislang nicht für Plug-in-Hybride.

"Für rein batterieelektrische Autos gibt es schon Ausgleichszölle, für chinesische Plug-in-Hybride bislang nicht."

Aus Sicht Schneiders sollte diese Ungleichbehandlung beendet werden.

"Ich bin dafür, für chinesische Plug-in-Fahrzeuge vergleichbare Zölle einzuführen wie für vollelektrische Fahrzeuge."

Der SPD-Politiker betonte zugleich, Deutschland bleibe grundsätzlich offen für internationalen Handel.

"Wir sind weltoffen, aber nicht naiv."

Ziel müsse es sein, zentrale Zukunftstechnologien in Europa zu sichern. Dazu gehörten insbesondere Fahrzeugentwicklung, Batterietechnik und die industrielle Wertschöpfung rund um die Elektromobilität.

Schneider warnt davor, dass Europa dauerhaft von asiatischen Herstellern abhängig werden könnte. Deshalb müsse der Aufbau einer eigenen Batterieproduktion konsequent vorangetrieben werden.

Sollte dies in den kommenden Jahren nicht gelingen, hält der Umweltminister auch Kooperationen mit chinesischen Unternehmen für denkbar.

"Sollte es in den nächsten Jahren nicht gelingen, eine eigene Batteriewertschöpfung bei uns aufzubauen, müssen wir auch über Joint Ventures nachdenken."

Dabei müssten chinesische Unternehmen ihre Batterien und Komponenten künftig verstärkt direkt in Europa produzieren.

"Dann sollten sie ihre Batterien und Komponenten in Europa produzieren – nicht nur aus Asien heraus."

Mit seinem Vorstoß greift Schneider in eine europaweit geführte Debatte über den Umgang mit staatlich geförderten chinesischen Fahrzeugherstellern ein. Die Europäische Union bemüht sich seit geraumer Zeit um faire Wettbewerbsbedingungen im schnell wachsenden Markt für Elektrofahrzeuge und Batterietechnologien.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Europas Industrie steht vor einer Grundsatzentscheidung

Die Forderung nach gleichen Wettbewerbsbedingungen ist nachvollziehbar. Entscheidend wird jedoch sein, ob Zölle allein Europas Industrie stärken oder lediglich Fahrzeuge verteuern. Langfristig wird nicht der Außenschutz über den Erfolg entscheiden, sondern die Fähigkeit Europas, selbst wettbewerbsfähige Batterien, Software und Fahrzeuge zu entwickeln. Ohne eigene Innovation bleibt jeder Zoll nur eine zeitlich begrenzte Schutzmauer.

Historischer Hintergrund

China hat sich in den vergangenen Jahren zum weltweit größten Hersteller von Elektrofahrzeugen und Batterien entwickelt. Staatliche Förderprogramme, günstige Produktionskosten und eine vollständige Lieferkette verschafften chinesischen Unternehmen erhebliche Wettbewerbsvorteile. Die Europäische Union reagierte darauf mit Ausgleichszöllen auf bestimmte Elektrofahrzeuge aus China, um Wettbewerbsverzerrungen auszugleichen.

Zukunftsprognose

Sollte die EU auch Plug-in-Hybride mit Zusatzzöllen belegen, könnten chinesische Hersteller ihre Produktionsstrategien verstärkt nach Europa verlagern. Gleichzeitig dürfte sich der Wettbewerb um Batteriefabriken in Deutschland und anderen EU-Staaten weiter verschärfen. Für Verbraucher könnten Importfahrzeuge kurzfristig teurer werden, während europäische Hersteller mehr Zeit für den Ausbau ihrer Wettbewerbsfähigkeit gewinnen würden.

An den Börsen dürfte die Debatte vor allem Automobilhersteller, Batterieproduzenten und Zulieferunternehmen bewegen. Europäische Hersteller könnten von zusätzlichen Schutzmaßnahmen profitieren, während chinesische Exportwerte unter Druck geraten könnten.

Erklärungen

Wer ist Carsten Schneider?

Carsten Schneider ist Bundesumweltminister und Mitglied der SPD. Zu seinen politischen Schwerpunkten gehören Klimaschutz, nachhaltige Industriepolitik und der Umbau der Wirtschaft hin zu klimafreundlichen Technologien.

Was ist ein Plug-in-Hybrid?

Ein Plug-in-Hybrid kombiniert einen Verbrennungs- und einen Elektromotor. Die Batterie kann extern geladen werden, wodurch kürzere Strecken rein elektrisch gefahren werden können. Anders als reine Elektroautos verfügen Plug-in-Hybride zusätzlich über einen klassischen Kraftstoffmotor.

OZD-Extras

China kontrolliert große Teile der weltweiten Lieferketten für Batterierohstoffe wie Lithium, Graphit und seltene Erden. Deshalb gilt der Aufbau einer europäischen Batteriewirtschaft als Schlüsselprojekt für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie.

Gewinnspiel

Was fordert Bundesumweltminister Carsten Schneider für chinesische Plug-in-Hybride?

A) Ein vollständiges Importverbot
B) Vergleichbare Ausgleichszölle wie für reine Elektroautos
C) Eine Kaufprämie für Verbraucher
D) Eine Abschaffung aller Einfuhrzölle

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.