Fakten im Überblick
Mindestens 633 Menschen kamen bislang in Nepal und Tibet ums Leben.
Insgesamt gelten 2980 Menschen als vermisst.
Unter den Vermissten befinden sich auch mindestens acht Deutsche.
Die verheerende Sturzflut im Himalaya entwickelt sich zu einer der schwersten Naturkatastrophen der vergangenen Jahre in Südasien. Drei Tage nach dem Unglück steigt die Zahl der bestätigten Todesopfer unaufhörlich weiter.
Nach Angaben der nepalesischen Katastrophenschutzbehörde wurden bislang 626 Tote geborgen. Aus der chinesischen Autonomen Region Tibet meldeten die Behörden weitere sieben Todesopfer. Insgesamt kamen damit mindestens 633 Menschen ums Leben.
Noch dramatischer ist die Lage bei den Vermissten. In Nepal gelten derzeit 2426 Menschen als verschwunden. Aus Tibet werden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua weitere 554 Vermisste gemeldet. Insgesamt suchen die Rettungskräfte damit nach 2980 Menschen.
Die Einsatzkräfte kämpfen unter extrem schwierigen Bedingungen gegen die Zeit. Tiefer Schlamm, zerstörte Verkehrswege und die anhaltende Gefahr neuer Überschwemmungen erschweren die Bergungsarbeiten erheblich.
Für viele Überlebende ist die Katastrophe existenzbedrohend. Ganze Dörfer wurden innerhalb weniger Minuten ausgelöscht.
"Alle Siedlungen in der Nähe des Flusses wurden weggeschwemmt", schilderte Buddhi Ram Dangol der Nachrichtenagentur AFP. "Es ist nichts mehr übrig."
Die Naturkatastrophe hatte sich am Mittwoch ereignet. Eine gewaltige Welle aus Wasser, Schlamm und Geröll raste rund 170 Kilometer durch das Grenzgebiet zwischen Nepal und der chinesischen Region Tibet und zerstörte zahlreiche Ortschaften entlang der Flüsse.
Nach Einschätzung des US Geological Survey (USGS) wurde die Katastrophe durch den Abbruch eines Gletschers ausgelöst. Die gewaltigen Wassermassen rissen Häuser, Straßen, Brücken und ganze Siedlungen mit sich.
Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften geht inzwischen davon aus, dass rund 93.000 Menschen direkt oder indirekt von der Katastrophe betroffen sind.
Unter den Vermissten befinden sich nach Angaben der nepalesischen Tourismusbehörde 517 ausländische Staatsangehörige, darunter mindestens acht Deutsche. Das Auswärtige Amt in Berlin sprach zuletzt von einer "hohen einstelligen Zahl deutscher Staatsbürger unter den Vermissten".
Während die Hoffnung auf weitere Überlebende mit jeder Stunde schwindet, warnen Experten weiterhin vor neuen Überschwemmungen. Aufgestaute Wassermassen und anhaltende Niederschläge könnten die Lage in den kommenden Tagen zusätzlich verschärfen.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Der Klimawandel macht Hochgebirge zu neuen Risikozonen
Die Katastrophe im Himalaya zeigt erneut, wie verletzlich Hochgebirgsregionen geworden sind. Schmelzende Gletscher, instabile Eis- und Geröllmassen sowie zunehmende Extremwetterlagen erhöhen das Risiko solcher Naturereignisse deutlich. Selbst modernste Frühwarnsysteme stoßen bei plötzlich abbrechenden Gletschern an ihre Grenzen. Die internationale Gemeinschaft wird künftig erheblich stärker in Prävention, Überwachung und Katastrophenschutz investieren müssen.
Historischer Hintergrund
Der Himalaya erstreckt sich über Nepal, China (Tibet), Indien, Bhutan und Pakistan und beherbergt die größte Eismasse außerhalb der Polarregionen. Wegen der fortschreitenden Gletscherschmelze entstehen immer häufiger instabile Gletscherseen und Eisabbrüche. In den vergangenen Jahren kam es mehrfach zu tödlichen Sturzfluten in Nepal und Nordindien.
Zukunftsprognose
Die Rettungsarbeiten dürften noch viele Tage andauern. Angesichts der hohen Zahl Vermisster ist jedoch mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen zu rechnen. Gleichzeitig wächst die Sorge vor weiteren Gletscherabbrüchen und Überschwemmungen im Himalaya. International dürfte die Katastrophe die Diskussion über Klimafolgen, Gebirgsschutz und Frühwarnsysteme weiter verstärken.
Direkte Auswirkungen auf die Börsen sind begrenzt. Mittel- bis langfristig könnten jedoch Unternehmen aus den Bereichen Katastrophenschutz, Infrastruktur, Satellitenüberwachung und Klimaanpassung stärker in den Fokus von Investoren rücken.
Erklärungen
Was ist eine Sturzflut?
Eine Sturzflut entsteht, wenn innerhalb kürzester Zeit enorme Wassermengen freigesetzt werden – etwa durch Starkregen, Dammbrüche oder Gletscherabbrüche. Das Wasser bewegt sich mit hoher Geschwindigkeit talwärts und kann ganze Ortschaften zerstören.
Warum ist der Himalaya besonders gefährdet?
Im Himalaya schmelzen zahlreiche Gletscher infolge steigender Temperaturen. Dadurch entstehen instabile Gletscherseen und lockere Geröllmassen. Kommt es zu einem Gletscherabbruch, können riesige Flutwellen ausgelöst werden.
OZD-Extras
Der Himalaya wird häufig als „Dritter Pol“ bezeichnet, weil dort nach Arktis und Antarktis die größten Süßwasservorräte der Erde gespeichert sind. Veränderungen in dieser Region beeinflussen langfristig die Wasserversorgung von hunderten Millionen Menschen in Asien.
Gewinnspiel
Wodurch wurde die Sturzflut nach Angaben des US Geological Survey ausgelöst?
A) Ein schweres Erdbeben
B) Ein Vulkanausbruch
C) Der Abbruch eines Gletschers
D) Ein Monsunsturm
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.