Fakten im Überblick
Nach der Sturzflut im Grand Canyon wurden bislang zwei Todesopfer bestätigt.
Mehr als ein Dutzend Menschen werden weiterhin vermisst.
Die wichtigste Wasserleitung des Nationalparks wurde erheblich beschädigt.
Die verheerende Sturzflut im Grand Canyon im US-Bundesstaat Arizona fordert weitere Menschenleben. Nach Angaben des National Park Service (NPS) wurden inzwischen zwei Tote geborgen. Bereits am Sonntag war ein 46-jähriger Mann tot aufgefunden worden. Zur Identität des zweiten Opfers machten die Behörden zunächst keine Angaben.
Während Rettungskräfte ihre Such- und Bergungsarbeiten fortsetzen, bleibt die Lage angespannt. Mehr als ein Dutzend Menschen gelten weiterhin als vermisst. Die betroffenen Wanderwege im Grand Canyon bleiben aus Sicherheitsgründen geschlossen. Gleichzeitig erschweren neue Wetterwarnungen die Einsätze erheblich. Für die Region wurden erneut kräftige Gewitter und Starkregen vorhergesagt.
Die Sturzflut ereignete sich am Samstag im Bright Angel Canyon. Nach Angaben der Nationalparkverwaltung lösten heftige Regenfälle auf dem Kaibab-Plateau die plötzlich einsetzenden Wassermassen aus. Der Bright Angel Creek schwoll innerhalb kurzer Zeit stark an und überschwemmte unter anderem die bekannte Wanderunterkunft Phantom Ranch tief im Canyon.
Neben den menschlichen Tragödien entstand erheblicher Sachschaden. Rund 40 Prozent der zentralen Wasserleitung des Nationalparks wurden beschädigt oder vollständig zerstört. Zahlreiche Besucher mussten aus dem Gefahrengebiet in Sicherheit gebracht werden. Nach bisherigen Informationen sind keine deutschen Touristen unter den Betroffenen.
Der Grand Canyon zählt zu den bekanntesten Naturwundern der Erde. Jährlich besuchen Millionen Menschen die spektakuläre Schlucht, die der Colorado River über Millionen Jahre in das Gestein gegraben hat. Besonders zwischen Juli und September kommt es dort regelmäßig zu gefährlichen Sturzfluten, weil die ausgetrockneten Böden die enormen Regenmengen kaum aufnehmen können.
Die Behörden warnen eindringlich vor weiteren Wanderungen in den betroffenen Bereichen, solange die Wetterlage instabil bleibt.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Die Natur kennt keine Warnschilder
Der Grand Canyon gehört zu den spektakulärsten Landschaften der Welt – und zugleich zu den gefährlichsten. Sturzfluten entstehen dort innerhalb weniger Minuten und lassen selbst erfahrenen Wanderern kaum eine Chance. Der Klimawandel mit häufigeren Extremwetterlagen dürfte dieses Risiko weiter erhöhen. Tourismus und Naturschutz müssen deshalb künftig noch stärker auf moderne Frühwarnsysteme und konsequente Sicherheitskonzepte setzen.
Historischer Hintergrund
Der Grand Canyon im US-Bundesstaat Arizona entstand über Millionen Jahre durch die Erosionskraft des Colorado River und zählt zum UNESCO-Welterbe. Mit jährlich rund fünf Millionen Besuchern gehört er zu den meistbesuchten Nationalparks der Vereinigten Staaten. Besonders während der nordamerikanischen Monsunzeit zwischen Juli und September treten dort regelmäßig gefährliche Sturzfluten auf.
Zukunftsprognose
Meteorologen rechnen in den kommenden Jahren mit einer weiteren Zunahme extremer Wetterereignisse im Südwesten der USA. Dadurch könnten kurzfristige Überschwemmungen und Sturzfluten häufiger auftreten. Der National Park Service dürfte seine Sicherheitsmaßnahmen und Warnsysteme weiter ausbauen. Auswirkungen auf die Börsen sind durch das Unglück nicht zu erwarten, regional könnten jedoch höhere Investitionen in Infrastruktur und Katastrophenschutz notwendig werden.
Erklärungen
Was ist eine Sturzflut?
Eine Sturzflut entsteht durch plötzlich einsetzenden Starkregen. Das Wasser fließt mit großer Geschwindigkeit durch Täler und Schluchten und kann innerhalb weniger Minuten lebensgefährlich werden.
Was ist der Grand Canyon?
Der Grand Canyon ist eine rund 450 Kilometer lange Schlucht im Norden des US-Bundesstaates Arizona. Sie wurde über Millionen Jahre vom Colorado River geformt und zählt zu den bekanntesten Naturwundern der Welt.
Warum sind Sturzfluten dort so gefährlich?
Die trockenen Böden der Region können starke Regenfälle kaum aufnehmen. Das Wasser sammelt sich deshalb rasch in den engen Schluchten und entwickelt enorme Strömungskräfte, die Wanderer und Infrastruktur überraschen können.
OZD-Extras
Die Phantom Ranch im Inneren des Grand Canyon gehört zu den wenigen Unterkünften, die ausschließlich zu Fuß, auf dem Maultier oder per Helikopter erreichbar sind. Sie gilt als eines der begehrtesten Reiseziele im US-Nationalparksystem.
Gewinnspiel
Welcher Fluss hat den Grand Canyon über Millionen Jahre geformt?
A) Mississippi
B) Missouri
C) Colorado River
D) Rio Grande
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.