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Schock für den Golfsport: Saudi-Milliarden reichen nicht mehr – LIV kämpft ums Überleben

LIV Golf hat in den USA Insolvenz angemeldet. Nach dem Rückzug des saudi-arabischen Staatsfonds kämpft die milliardenschwere Liga nun um ihre Zukunft.

Fakten im Überblick

LIV Golf hat in den USA einen Insolvenzantrag gestellt.

Der saudi-arabische Staatsfonds PIF zieht sich als Hauptgeldgeber zurück.

Die Liga plant einen Neustart mit neuem Investor und verändertem Wettbewerbssystem.


LIV Golf kämpft um seine Zukunft. Gut fünf Monate nach dem angekündigten Rückzug des saudi-arabischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) als Hauptfinanzier hat die 2022 gegründete Golfserie in den USA Insolvenz angemeldet. Das Verfahren soll den Fortbestand der Liga sichern und den Weg für eine umfassende Restrukturierung ebnen.

Der PIF hatte seit der Gründung der Konkurrenzserie zur traditionsreichen PGA Tour nach Schätzungen rund fünf Milliarden US-Dollar investiert. Trotz dieser enormen Finanzkraft gelang es LIV Golf bislang nicht, sich dauerhaft als wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell zu etablieren.

Geschäftsführer Scott O'Neil sieht in dem Insolvenzantrag dennoch eine Chance für einen Neuanfang.

"Dieses Verfahren verschafft uns die Struktur und die Zeit, um eine wegweisende Transaktion voranzutreiben und das nächste Kapitel von LIV Golf aufzuschlagen."

Bereits vor wenigen Wochen hatte O'Neil erklärt, ein neuer Investor sei gefunden worden. Nun bestätigte LIV Golf eine Vereinbarung mit der Investmentgesellschaft BC Partners Credit zur Unterstützung der Restrukturierung.

Wie die Liga mitteilte, seien für die Saison 2027 noch keine endgültigen Entscheidungen über den Turnierkalender oder einzelne Veranstaltungen getroffen worden.

"Unser Ziel ist es nicht nur, das Bestehende zu bewahren. Wir wollen es weiterentwickeln und verbessern."

Geplant sind tiefgreifende Veränderungen. So soll das Teilnehmerfeld künftig auf 75 Profis erweitert werden. Außerdem ist die Einführung eines Cuts vorgesehen, wodurch nach bestimmten Runden nicht mehr alle Spieler im Turnier verbleiben würden – ein Novum für LIV Golf.

Entscheidend für die Zukunft dürfte auch sein, ob zahlreiche Topstars der Serie treu bleiben. Namen wie Bryson DeChambeau oder Jon Rahm werden bereits mit einer möglichen Rückkehr zur PGA Tour in Verbindung gebracht. LIV Golf bestätigte Gespräche mit mehreren Profis über eine neue Eigentümerstruktur, die Spieler stärker am langfristigen Erfolg der Liga beteiligen soll.

Die PGA Tour machte jedoch deutlich, dass derzeit keine Pläne bestehen, LIV-Spielern einen einfachen Weg zurück in ihre Turnierserie zu ermöglichen.

Seit ihrer Gründung sorgte LIV Golf für heftige Spannungen im internationalen Golfsport. Mit Rekordprämien lockte die Liga zahlreiche Weltstars wie Dustin Johnson, Phil Mickelson, Bryson DeChambeau, Jon Rahm sowie den deutschen Major-Sieger Martin Kaymer von der PGA Tour weg. Diese reagierte damals mit Sperren gegen wechselnde Spieler.

Mit dem Rückzug des saudi-arabischen Staatsfonds beginnt für LIV Golf nun die wohl schwierigste Phase ihrer noch jungen Geschichte.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Das Milliardenexperiment steht auf dem Prüfstand

LIV Golf wollte den Golfsport revolutionieren und die jahrzehntelange Dominanz der PGA Tour brechen. Finanziell schien das Projekt zunächst nahezu unantastbar. Doch selbst Milliardeninvestitionen garantieren keinen nachhaltigen Erfolg. Nun entscheidet sich, ob LIV zu einem wirtschaftlich tragfähigen Sportprodukt wird oder als teuerstes Experiment der Golfgeschichte endet. Die kommenden Monate dürften den internationalen Profigolfsport dauerhaft verändern.

Historischer Hintergrund

LIV Golf wurde 2022 mit finanzieller Unterstützung des saudi-arabischen Staatsfonds PIF gegründet. Ziel war es, eine Konkurrenz zur traditionsreichen PGA Tour in den USA aufzubauen. Durch Rekordprämien wechselten zahlreiche Weltklassespieler zur neuen Liga. Der daraus entstandene Machtkampf prägte den internationalen Golfsport über Jahre und führte zu tiefen Spannungen zwischen den Touren.

Zukunftsprognose

Die Restrukturierung dürfte über die Zukunft von LIV Golf entscheiden. Gelingt der Einstieg neuer Investoren und bleiben internationale Spitzenspieler an Bord, könnte die Liga in verkleinerter Form fortbestehen. Andernfalls dürfte die PGA Tour ihre führende Position weiter ausbauen. Auswirkungen auf die Börsen sind derzeit nur indirekt zu erwarten, insbesondere für Investoren im Sport- und Unterhaltungssektor.

Erklärungen

Was ist LIV Golf?

LIV Golf ist eine 2022 gegründete professionelle Golfserie mit Sitz in den USA. Sie wurde mit Milliarden aus dem saudi-arabischen Staatsfonds finanziert und tritt als Konkurrenz zur PGA Tour auf.

Was ist der Public Investment Fund (PIF)?

Der Public Investment Fund ist der Staatsfonds Saudi-Arabiens und zählt zu den größten Staatsfonds der Welt. Er investiert weltweit in Unternehmen, Infrastruktur, Technologie und Sportprojekte und ist ein zentraler Bestandteil der wirtschaftlichen Zukunftsstrategie Saudi-Arabiens.

OZD-Extras

Die Einführung eines Cuts wäre ein grundlegender Strategiewechsel für LIV Golf. Bislang spielten bei jedem Turnier alle Teilnehmer sämtliche Runden – ein deutlicher Unterschied zur PGA Tour.

Gewinnspiel

Wie hoch werden die Investitionen des saudi-arabischen Staatsfonds PIF in LIV Golf geschätzt?

A) Rund 500 Millionen Dollar

B) Rund 2 Milliarden Dollar

C) Rund 5 Milliarden Dollar

D) Rund 10 Milliarden Dollar

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.