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Ein König geht, ein neues Kapitel beginnt: Bewegender Abschied für Harald V. in Oslo

Mit Schweigeminute, Trauerzug und Staatsgästen aus aller Welt verabschiedet Norwegen seinen beliebten König Harald V. – ein historischer Moment.

Fakten im Überblick

Zehntausende Menschen säumten den Trauerzug durch Oslo.

Harald V. wurde im königlichen Mausoleum der Festung Akershus beigesetzt.

Mit seinem Tod wurde Haakon VIII. automatisch neuer König Norwegens.


Norwegen hat seinem verstorbenen König Harald V. einen bewegenden und historischen Abschied bereitet. Zehntausende Menschen säumten am Mittwoch die Straßen der Hauptstadt Oslo, als der mit einem weißen Blumengesteck geschmückte Sarg des Monarchen auf einer Artillerielafette vom Königsschloss zur Domkirche gezogen wurde. Eine landesweite Schweigeminute und ein feierlicher Gottesdienst machten deutlich, welchen außergewöhnlichen Stellenwert Harald V. für das skandinavische Königreich besaß.

Angeführt wurde der Trauerzug vom neuen König Haakon VIII., der in schwarzer Gardeuniform hinter dem Sarg seines Vaters schritt. Begleitet wurde er von Kronprinzessin Ingrid Alexandra, Prinz Sverre Magnus sowie Prinzessin Märtha Louise. Haralds Witwe Königin Sonja und die gesundheitlich angeschlagene neue Königin Mette-Marit nahmen ebenfalls an den Feierlichkeiten teil.

Zu den internationalen Gästen gehörten zahlreiche Mitglieder europäischer Königshäuser sowie Staats- und Regierungschefs aus aller Welt. Unter ihnen befanden sich unter anderem Prinz William, Vertreter der Königshäuser aus Schweden, Dänemark, den Niederlanden, Belgien und Spanien, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie das jordanische Königspaar und Japans Kronprinz Akishino.

Nach Angaben der Polizei verfolgten rund 48.000 Menschen den Trauerzug durch Oslo. Viele reisten aus allen Teilen Norwegens an, um sich persönlich von ihrem Monarchen zu verabschieden. "Er war zutiefst mit seinem Volk verbunden", sagte die 35-jährige Anne Marte Ellertsen, die eigens von der norwegischen Westküste angereist war.

Im Trauergottesdienst würdigte Ministerpräsident Jonas Gahr Störe insbesondere Haralds Einsatz für Toleranz, Zusammenhalt und Vielfalt. "Er machte Norwegen größer, indem er von einem norwegischen 'Wir' sprach, in dem jeder seinen Platz hatte." Besonders seine vielbeachtete Rede aus dem Jahr 2016, in der Harald für Offenheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt warb, bleibt vielen Norwegern bis heute in Erinnerung.

Nach dem Gottesdienst überflogen vier F-35-Kampfjets in der Ehrenformation "Missing Man" die Domkirche. Anschließend wurde Harald V. in einer privaten Zeremonie im königlichen Mausoleum der Festung Akershus an der Seite seiner Eltern und Großeltern beigesetzt.

Mit dem Ende der Trauerfeier wurden die seit Haralds Tod auf Halbmast wehenden Flaggen wieder gehisst. Die Kirchenglocken im ganzen Land läuteten eine Stunde lang. Danach trat König Haakon VIII. gemeinsam mit seiner Familie auf den Balkon des Königspalastes und wurde von der applaudierenden Bevölkerung begrüßt.

Harald V. war am 28. August im Alter von 89 Jahren gestorben. Seit seiner Thronbesteigung im Jahr 1991 entwickelte er sich zu einem der beliebtesten Monarchen Europas. Mehr als 46.000 Menschen hatten bereits in den Tagen zuvor am aufgebahrten Sarg Abschied genommen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Ein König, der sein Volk vereinte

Mit Harald V. verliert Europa einen Monarchen, der in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Spannungen stets auf Zusammenhalt statt Spaltung setzte. Während viele Königshäuser mit Akzeptanzproblemen kämpfen, genoss Harald über Jahrzehnte hinweg außergewöhnliches Vertrauen. Seine Reden über Vielfalt, Demokratie und gegenseitigen Respekt machten ihn weit über Norwegen hinaus zu einer moralischen Stimme Europas. Sein Nachfolger Haakon VIII. tritt damit ein außergewöhnlich großes Erbe an. Ob er diese Integrationskraft fortführen kann, wird für die Zukunft der norwegischen Monarchie entscheidend sein.

Historischer Hintergrund

Harald V. wurde 1991 König von Norwegen und war bis zu seinem Tod der dienstälteste Monarch Europas. Das norwegische Königshaus zählt zu den beliebtesten Europas und genießt traditionell großes Vertrauen in der Bevölkerung. Besonders während nationaler Krisen trat Harald immer wieder als Symbol für Einheit und Stabilität auf. Seine Rede von 2016 über Vielfalt gilt international als Meilenstein moderner Monarchie.

Zukunftsprognose

Mit König Haakon VIII. beginnt für Norwegen eine neue Ära. Der erfahrene Kronprinz genießt bereits hohes Ansehen und dürfte die moderne, bürgernahe Linie seines Vaters fortsetzen. Politisch bleibt Norwegen als wichtiger NATO-Partner, Energieexporteur und Vermittler in internationalen Konflikten ein stabiler Akteur in Europa. Auswirkungen auf die Börsen oder die Wirtschaft sind durch den Thronwechsel nicht zu erwarten.

Erklärungen

Wer war Harald V.?

Harald V. war von 1991 bis zu seinem Tod König von Norwegen. Er galt als volksnah, modern und setzte sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Demokratie und Toleranz ein. Mit seiner über drei Jahrzehnte langen Regentschaft prägte er das moderne Norwegen nachhaltig.

Was ist die Festung Akershus?

Die Festung Akershus in Oslo ist eine mittelalterliche Burganlage und dient seit Jahrzehnten als königliche Begräbnisstätte Norwegens. Dort befinden sich die Gräber zahlreicher norwegischer Monarchen.

OZD-Extras

Die berühmte Rede Haralds V. aus dem Jahr 2016, in der er erklärte, Norweger seien Menschen unterschiedlichster Herkunft, Religion und Lebensweise, wird noch heute weltweit als Beispiel für eine moderne und verbindende Monarchie zitiert. Börsenrelevante Auswirkungen hatte der Tod des Monarchen nicht, da der Machtwechsel in Norwegen verfassungsmäßig automatisch erfolgt.

Gewinnspiel

Wo wurde König Harald V. nach der Trauerfeier beigesetzt?

A) Nidarosdom in Trondheim

B) Festung Akershus in Oslo

C) Königsschloss Stockholm

D) Dom von Bergen

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.