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Historischer Staatsbesuch: Milliarden-Deal zwischen Berlin und Abu Dhabi verändert die Wirtschaftsbeziehungen

40 Milliarden Euro, neue Rechenzentren und engere Partnerschaft: Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate schließen einen historischen Milliardenpakt.

Fakten im Überblick

Die Vereinigten Arabischen Emirate investieren 40 Milliarden Euro in Deutschland.

Ein Teil fließt in neue Rechenzentren mit einer Kapazität von rund einem Gigawatt.

Deutschland und die VAE gründen einen gemeinsamen Investitionsrat und bauen ihre strategische Partnerschaft aus.


Der erste Staatsbesuch eines Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate in Deutschland markiert einen Meilenstein der deutsch-arabischen Beziehungen. Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan und Bundeskanzler Friedrich Merz vereinbarten in Berlin Investitionen der Emirate in Höhe von 40 Milliarden Euro. Damit setzen beide Staaten ein deutliches Signal für eine engere wirtschaftliche und geopolitische Zusammenarbeit in einer Zeit wachsender internationaler Unsicherheiten.

Wie aus der gemeinsamen Erklärung hervorgeht, soll ein bedeutender Teil der Investitionen in den Bau moderner Rechenzentren fließen. Die geplanten Anlagen sollen eine Gesamtkapazität von rund einem Gigawatt erreichen und Deutschlands digitale Infrastruktur nachhaltig stärken. Parallel wurden beim deutsch-emiratischen Business-Forum Unternehmensvereinbarungen im Gesamtwert von mehr als 9,3 Milliarden Euro geschlossen.

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit erhält zudem eine neue institutionelle Grundlage. Beide Staaten vereinbarten die Einrichtung eines deutsch-emiratischen Investitionsrats sowie die Wiederaufnahme des gemeinsamen Wirtschaftsausschusses. Ziel ist es, Investitionen in Zukunftsbranchen wie Digitalisierung, Energie, Infrastruktur und Umwelttechnologien deutlich auszubauen. Die Vereinigten Arabischen Emirate gelten bereits heute als wichtigster Handelspartner Deutschlands in der Golfregion.

Auch der Luftverkehr profitiert von den neuen Vereinbarungen. Emirates erhält zusätzliche Landerechte und wird künftig täglich den Flughafen Berlin Brandenburg mit Dubai verbinden. Während der Berliner Senat darin einen wirtschaftlichen Gewinn für die Hauptstadt sieht, kritisieren Lufthansa und die Gewerkschaft Verdi den Schritt als Wettbewerbsnachteil für deutsche Airlines und Beschäftigte.

Neben wirtschaftlichen Themen standen außen- und sicherheitspolitische Fragen im Mittelpunkt der Gespräche. Beide Staaten bekannten sich zur Verteidigung der internationalen Ordnung sowie zu einer engeren Zusammenarbeit angesichts der Konflikte im Nahen Osten, der angespannten Lage in der Golfregion, des Kriegs im Sudan und des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

Mit Blick auf den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran unterstrichen beide Seiten die Bedeutung von Diplomatie und Dialog. Gleichzeitig verurteilten Deutschland und die Emirate die Angriffe auf Schiffe sowie die faktische Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormus durch den Iran. Al-Nahjan dankte Deutschland ausdrücklich für dessen Unterstützung angesichts der iranischen Angriffe auf die Emirate.

Auch die dramatische Lage im Sudan wurde thematisiert. Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate forderten ein sofortiges Ende der Kämpfe sowie den Schutz von Zivilisten und humanitären Hilfskräften. Gleichzeitig überschattete der Abbruch der diplomatischen Beziehungen Algeriens zu den Emiraten den Staatsbesuch. Abu Dhabi zeigte sich jedoch hoffnungsvoll, dass dieser Schritt nur vorübergehender Natur sein werde.

Nach seinen Terminen in Berlin reist Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan weiter nach München, wo er Ministerpräsident Markus Söder sowie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zu weiteren Gesprächen über Investitionen und wirtschaftliche Kooperation trifft.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Geld, Geopolitik und Deutschlands neue Partner

Der Milliardenpakt zeigt, wie stark wirtschaftliche Interessen inzwischen mit geopolitischen Entwicklungen verflochten sind. Deutschland sucht angesichts globaler Krisen nach neuen Investoren und stabilen Energie- sowie Technologiepartnern. Die Emirate wiederum investieren gezielt in Europas größte Volkswirtschaft und sichern sich politischen Einfluss. Kritische Themen wie Menschenrechte oder regionale Konflikte treten dabei sichtbar in den Hintergrund. Wirtschaftliche Notwendigkeiten bestimmen zunehmend die Außenpolitik – ein Trend, der sich weiter verstärken dürfte.

Historischer Hintergrund

Die strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten besteht seit 2004. Die Emirate entwickelten sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zum wichtigsten deutschen Handelspartner am Persischen Golf. Nach den Abraham-Abkommen von 2020 bauten die VAE ihre internationale Rolle als wirtschaftlicher und diplomatischer Akteur weiter aus. Gleichzeitig gewannen sie durch ihre Investitionen in Energie, Technologie und Infrastruktur weltweit an Bedeutung.

Zukunftsprognose

Die Milliardeninvestitionen dürften den Ausbau deutscher KI-Infrastruktur, Rechenzentren und digitaler Netze deutlich beschleunigen. Gleichzeitig werden die Vereinigten Arabischen Emirate ihren wirtschaftlichen Einfluss in Europa weiter ausbauen. Geopolitisch könnte Deutschland künftig eine stärkere Vermittlerrolle zwischen Europa und den Golfstaaten einnehmen. An den Finanzmärkten könnten insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Rechenzentren, Halbleiter, Cloud-Computing, Energieversorgung und Infrastruktur von den angekündigten Investitionen profitieren.

Erklärungen

Wer ist Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan?

Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan ist Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate und Herrscher von Abu Dhabi. Er zählt zu den einflussreichsten Staatschefs im Nahen Osten und prägt die Wirtschafts-, Energie- und Außenpolitik der Emirate maßgeblich.

Was sind die Vereinigten Arabischen Emirate?

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind ein Staatenbund aus sieben Emiraten am Persischen Golf. Das Land gehört zu den bedeutendsten Energieexporteuren der Welt und entwickelt sich zunehmend zu einem internationalen Zentrum für Finanzen, Digitalisierung, Luftfahrt und Künstliche Intelligenz.

OZD-Extras

Mit den geplanten Rechenzentren investieren die Emirate gezielt in den KI-Standort Deutschland. Solche Anlagen gelten als Schlüssel für Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz, Cloud-Dienste und digitale Verwaltung. Börsenseitig könnten Unternehmen aus den Bereichen Halbleiter, Energieversorgung, Bau, Rechenzentrums-Infrastruktur und Netztechnik von den Milliardeninvestitionen profitieren.

Gewinnspiel

Welche Summe wollen die Vereinigten Arabischen Emirate nach den Vereinbarungen in Deutschland investieren?

A) 10 Milliarden Euro

B) 25 Milliarden Euro

C) 40 Milliarden Euro

D) 75 Milliarden Euro

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.