Fakten im Überblick
Die USA gedenken 25 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 der 2.977 Todesopfer.
Donald Trump verbindet das Gedenken mit dem aktuellen Konflikt gegen den Iran.
Frühere Präsidenten treten in New York gemeinsam auf und werben für Zusammenhalt.
Ein Vierteljahrhundert nach den verheerenden Terroranschlägen vom 11. September 2001 haben die Vereinigten Staaten der fast 3.000 Todesopfer gedacht. Bei den zentralen Gedenkfeiern in New York, Washington und Shanksville wurde jedoch auch deutlich, wie tief das Land heute politisch und gesellschaftlich gespalten ist.
Am Ground Zero in New York, wo einst die Zwillingstürme des World Trade Centers standen, versammelten sich tausende Menschen. Angehörige verlasen die Namen der Opfer, Glockenschläge erinnerten an die Zeitpunkte der Flugzeugeinschläge, Schweigeminuten prägten die bewegende Zeremonie.
"Jedes Jahr um diese Zeit ist es eine schwierige Zeit für uns", sagte der pensionierte Feuerwehrmann John Fila. Es sei "außergewöhnlich", dass sich so viele Menschen versammelt hätten. Allein aus seiner Feuerwache starben damals 15 Einsatzkräfte.
Während sich in New York die früheren Präsidenten George W. Bush, Bill Clinton, Barack Obama und Joe Biden parteiübergreifend am Gedenken beteiligten, entschied sich Präsident Donald Trump für eine eigene Veranstaltung im Pentagon bei Washington. Dort erklärte er, die Vereinigten Staaten würden die Anschläge und ihre Opfer "niemals vergessen". Gleichzeitig stellte Trump den aktuellen Konflikt mit dem Iran als Fortsetzung des "Kriegs gegen den Terror" dar und würdigte die Soldatinnen und Soldaten, "die gerade dafür sorgen, dass der weltweit führende Sponsor des Terrors, die Islamische Republik Iran, niemals eine Atomwaffe besitzen wird".
Am 11. September 2001 hatten Terroristen des Netzwerks Al-Kaida vier Passagierflugzeuge entführt. Zwei Maschinen zerstörten die Türme des World Trade Centers in New York, ein weiteres Flugzeug traf das Pentagon bei Washington. Eine vierte Maschine stürzte nach dem Widerstand der Passagiere in Shanksville im Bundesstaat Pennsylvania ab und verhinderte vermutlich einen weiteren Anschlag auf das Kapitol oder das Weiße Haus.
Auch 25 Jahre später fordern Angehörige weiterhin vollständige Aufklärung über mögliche Unterstützer der Attentäter. Terry Strada, deren Ehemann beim Einsturz des World Trade Centers ums Leben kam, fragte: "Wie kann es sein, dass 25 Jahre vergangen sind und wir immer noch keine Gerechtigkeit für die Rolle haben, die Saudi-Arabien bei deiner Ermordung gespielt hat?" Viele der Attentäter sowie Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden stammten aus Saudi-Arabien.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Freigabe bislang geheimer CIA-Unterlagen. Die Dokumente belegen erneut, dass US-Geheimdienste bereits Jahre vor den Anschlägen vor der Bedrohung durch Al-Kaida und deren Anführer gewarnt hatten.
Für politische Diskussionen sorgte zudem die Teilnahme des muslimischen New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani. Gegner warfen ihm vor, sich nicht entschieden genug gegen islamistischen Extremismus zu positionieren. Vor der Gedenkfeier kam es deshalb zu Demonstrationen und Gegendemonstrationen.
Der frühere Präsident Joe Biden erinnerte in einer Botschaft daran, dass nicht nur 2.977 Menschen am Tag der Anschläge starben. Mehr als 9.400 weitere Menschen verloren in den folgenden Jahren durch Krebserkrankungen und andere Folgen des giftigen Staubs am Ground Zero ihr Leben. Biden appellierte zugleich an den Zusammenhalt der Vereinigten Staaten. Die wichtigste Lehre aus den Anschlägen sei: "Wenn wir am verletzlichsten sind, ist Einigkeit unsere größte Kraft."
Auch Deutschland erinnerte an die historischen Ereignisse. Bundesaußenminister Johann Wadephul betonte die unveränderte Solidarität Deutschlands mit den Vereinigten Staaten. NATO-Generalsekretär Mark Rutte erinnerte in Brüssel daran, dass nach den Anschlägen erstmals in der Geschichte des Bündnisses der NATO-Bündnisfall ausgerufen wurde.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – 9/11 prägt die Welt bis heute
Die Terroranschläge vom 11. September haben die internationale Politik dauerhaft verändert. Der weltweite Kampf gegen den Terrorismus prägt bis heute Sicherheitsstrategien, Militärpolitik und Geheimdienstarbeit. Gleichzeitig zeigt das Jubiläum, dass Erinnerung allein gesellschaftliche Gräben nicht schließen kann. Während frühere Präsidenten parteiübergreifend an Ground Zero zusammenstanden, nutzte Donald Trump das Gedenken zugleich für aktuelle außenpolitische Botschaften. Das verdeutlicht, wie eng Geschichte und Gegenwart inzwischen miteinander verwoben sind.
Historischer Hintergrund
Am 11. September 2001 entführten 19 Terroristen des Netzwerks Al-Kaida vier Passagierflugzeuge. Die Anschläge auf das World Trade Center in New York, das Pentagon bei Washington und der Absturz von Flug 93 in Pennsylvania forderten 2.977 Todesopfer. Die USA reagierten mit dem "Krieg gegen den Terror", den Militäreinsätzen in Afghanistan sowie einer grundlegenden Neuordnung ihrer Sicherheitsarchitektur. Erstmals rief die NATO den Bündnisfall nach Artikel 5 aus.
Zukunftsprognose
Auch 25 Jahre nach 9/11 bleibt die Terrorabwehr ein zentraler Bestandteil westlicher Sicherheits- und Außenpolitik. Gleichzeitig verlagern sich Bedrohungen zunehmend auf Cyberangriffe, hybride Konflikte und international vernetzte Extremistengruppen. Die Erinnerung an 9/11 dürfte deshalb weiterhin politische Entscheidungen in den USA, Europa und innerhalb der NATO beeinflussen.
Erklärungen
Was war der 11. September 2001?
Am 11. September 2001 verübte das islamistische Terrornetzwerk Al-Kaida koordinierte Anschläge auf die USA. Vier entführte Passagierflugzeuge trafen das World Trade Center in New York, das Pentagon sowie ein Feld in Pennsylvania. Die Anschläge gelten als schwerster Terrorangriff der modernen Geschichte.
Was bedeutet der NATO-Bündnisfall?
Der Bündnisfall nach Artikel 5 des NATO-Vertrags besagt, dass ein bewaffneter Angriff auf ein Mitglied als Angriff auf alle Bündnispartner gilt. Nach den Anschlägen vom 11. September wurde dieser Mechanismus erstmals aktiviert.
OZD-Extras
Unmittelbare Auswirkungen auf die Börsen ergeben sich durch die Gedenkfeiern nicht. Historisch führten die Anschläge von 2001 jedoch zu massiven Verwerfungen an den Finanzmärkten und veränderten dauerhaft Investitionen in Sicherheits-, Verteidigungs- und Luftfahrtunternehmen. Auch heute reagieren Börsen sensibel auf geopolitische Spannungen und Terrorrisiken.
Gewinnspiel
Welches Verteidigungsbündnis rief nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erstmals den Bündnisfall aus?
A) Europäische Union
B) NATO
C) Vereinte Nationen
D) G7
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.