Fakten im Überblick
Saudi-Arabien bat die USA um Angriffe gegen die Huthi-Miliz.
Donald Trump lehnte ein direktes militärisches Eingreifen ab.
Die Huthis eroberten die strategisch wichtige Hafenstadt Mocha und weitere Gebiete an der Meerenge Bab el-Mandeb.
Saudi-Arabien ist mit seinem Wunsch nach einer direkten militärischen Unterstützung der USA im Kampf gegen die Huthi-Miliz offenbar gescheitert. Nach einem Bericht des Nachrichtenportals Axios soll Kronprinz Mohammed bin Salman US-Präsident Donald Trump in zwei Telefonaten vergeblich darum gebeten haben, amerikanische Luftangriffe gegen die vom Iran unterstützten Huthis im Jemen anzuordnen.
Dem Bericht zufolge informierte der Kronprinz Trump zunächst über die sich dramatisch verschlechternde militärische Lage. Die Huthi-Miliz rückte auf die strategisch bedeutende Hafenstadt Mocha am Roten Meer vor. Wenige Stunden später soll Mohammed bin Salman erneut angerufen und eindringlich militärische Unterstützung verlangt haben. Trump habe dies jedoch abgelehnt.
Statt eines direkten Eingreifens wollen die Vereinigten Staaten Saudi-Arabien weiterhin mit Geheimdienstinformationen unterstützen. Ein US-Regierungsvertreter erklärte laut Axios, militärische Angriffe kämen derzeit nicht infrage. Bereits rund 200 US-Soldaten befinden sich zur Unterstützung ohne Kampfeinsatz in Saudi-Arabien. Zudem reiste der Kommandeur des US-Regionalkommandos CENTCOM, General Brad Cooper, in das Königreich.
Die Entwicklung überrascht auch deshalb, weil Saudi-Arabien noch im Juli erklärt hatte, den Konflikt mit den Huthis eigenständig bewältigen zu können. Nun scheint sich die militärische Lage deutlich verschlechtert zu haben.
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren große Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa sowie zahlreiche Gebiete entlang des Roten Meeres. In den vergangenen Tagen intensivierte sie ihre Offensive gegen Regierungstruppen erheblich. Nach der Einnahme der Hafenstadt Mocha meldeten örtliche Behörden nun auch die Eroberung einer Insel in der strategisch enorm wichtigen Schifffahrtsstraße Bab el-Mandeb.
Die Meerenge zählt zu den bedeutendsten Handelsrouten der Welt. Ein erheblicher Teil des internationalen Öl- und Warenverkehrs zwischen Europa und Asien passiert täglich diese Route. Eine weitere Eskalation könnte deshalb weitreichende Folgen für den Welthandel und die Energieversorgung haben.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Washington setzt auf Distanz
Die Ablehnung eines direkten US-Militäreinsatzes dürfte weit über den Jemen hinaus Signalwirkung entfalten. Donald Trump zeigt damit, dass Washington trotz enger Partnerschaft mit Saudi-Arabien nicht automatisch in jeden regionalen Konflikt eingreifen will. Gleichzeitig stärkt diese Zurückhaltung indirekt den Handlungsspielraum der Huthi-Miliz und ihres wichtigsten Unterstützers Iran. Sollte Saudi-Arabien die militärische Dynamik nicht stoppen können, drohen neue Spannungen entlang einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt.
Historischer Hintergrund
Der Bürgerkrieg im Jemen begann 2014 mit der Einnahme der Hauptstadt Sanaa durch die Huthi-Miliz. Seit 2015 unterstützt eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition die international anerkannte Regierung. Der Konflikt entwickelte sich zu einem geopolitischen Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Die Meerenge Bab el-Mandeb verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und gehört zu den wichtigsten Seewegen für den globalen Handel zwischen Europa, Asien und dem Nahen Osten.
Zukunftsprognose
Sollte die Huthi-Miliz ihre Kontrolle entlang der Küste weiter ausbauen, könnte der internationale Schiffsverkehr im Roten Meer erneut erheblich beeinträchtigt werden. Höhere Transportkosten, steigende Versicherungsprämien und Risiken für Energieimporte würden insbesondere Europa und Asien treffen. Gleichzeitig dürfte der Druck auf die USA wachsen, ihre Strategie im Nahen Osten zu überdenken. Auch die Beziehungen zwischen Washington, Riad und Teheran könnten sich weiter verschärfen.
Erklärungen
Was ist die Huthi-Miliz?
Die Huthis sind eine schiitische Rebellenbewegung aus dem Jemen, die große Teile des Landes kontrolliert. Sie werden vom Iran unterstützt und kämpfen seit Jahren gegen die international anerkannte Regierung sowie die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition.
Was ist Bab el-Mandeb?
Bab el-Mandeb ist eine strategisch bedeutende Meerenge zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden. Über diesen Seeweg werden täglich Millionen Barrel Erdöl sowie große Mengen internationaler Handelswaren transportiert. Störungen wirken sich unmittelbar auf den Welthandel aus.
OZD-Extras
Die jüngste Eskalation könnte die Öl- und Frachtraten erneut steigen lassen. Reedereien und Energieunternehmen beobachten die Lage im Roten Meer äußerst genau. An den Börsen könnten insbesondere Ölpreise, Tankerreedereien sowie Logistikunternehmen auf weitere militärische Entwicklungen empfindlich reagieren.
Gewinnspiel
Welche strategisch wichtige Hafenstadt wurde laut Bericht von der Huthi-Miliz eingenommen?
A) Aden
B) Hodeidah
C) Mocha
D) Mukalla
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.