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Kommunalwahl in Niedersachsen: CDU bleibt stärkste Kraft – AfD legt massiv zu

Die CDU behauptet bei der Kommunalwahl in Niedersachsen Platz eins. Doch CDU und SPD verlieren, während AfD und Linke auf Gemeindeebene deutlich zulegen.

Fakten im Überblick

Die CDU erreicht bei den Gemeindewahlen in Niedersachsen 28,8 Prozent und liegt damit vor der SPD mit 24,9 Prozent.

Die Grünen kommen auf 12,5 Prozent, die AfD auf 11,1 Prozent und die Wählervereinigungen zusammen auf 13,3 Prozent.

Die AfD steigert ihr Ergebnis auf Gemeindeebene gegenüber 2021 von 2,2 auf 11,1 Prozent.

Die CDU ist bei der Kommunalwahl in Niedersachsen auch auf Gemeindeebene stärkste politische Kraft geworden. Nach dem am Mittwoch in Hannover veröffentlichten vorläufigen Ergebnis erreicht sie landesweit 28,8 Prozent. Damit liegt die CDU vor der SPD, die auf 24,9 Prozent kommt.

Auf Rang drei folgen die Grünen mit 12,5 Prozent. Die AfD erreicht 11,1 Prozent. Zusammengenommen kommen Wählervereinigungen sogar auf 13,3 Prozent. Die Linke erzielt 3,9 Prozent, die FDP 3,1 Prozent.

Damit zeigt sich auf der Ebene der Städte und Gemeinden ein ähnlicher Trend wie bei den Wahlen zu den Kreistagen und Räten der kreisfreien Städte: CDU und SPD bleiben die beiden stärksten Parteien, müssen gegenüber der Kommunalwahl vor fünf Jahren aber Verluste hinnehmen. Gleichzeitig legt die AfD deutlich zu. Auch die Linke gewinnt Stimmen hinzu, während die FDP verliert.

Besonders auffällig ist die Entwicklung der AfD. Bei den Gemeindewahlen 2021 hatte sie niedersachsenweit lediglich 2,2 Prozent erreicht. Nun kommt sie auf 11,1 Prozent. Damit hat sich ihr Stimmenanteil innerhalb von fünf Jahren verfünffacht. Die Linke konnte ihren Anteil ebenfalls mehr als verdoppeln.

Bei den bereits zuvor ausgezählten Wahlen zu den Kreistagen und Räten der kreisfreien Städte sieht die Reihenfolge etwas anders aus. Dort erreicht die CDU landesweit 27,2 Prozent. Die SPD folgt mit 24,6 Prozent. Die AfD kommt auf 15,9 Prozent und liegt damit vor den Grünen mit 14,1 Prozent. Die Linke erreicht sechs Prozent, die FDP 3,7 Prozent und Wählergruppen 5,1 Prozent.

Auch auf dieser Ebene sind die Verschiebungen gegenüber 2021 erheblich. Die CDU verliert 4,5 Prozentpunkte, die SPD 5,4 Punkte. Die AfD gewinnt dagegen 11,3 Prozentpunkte hinzu. Die Grünen verlieren 1,8 Punkte.

Die Ergebnisse zeigen damit zwei Entwicklungen gleichzeitig. CDU und SPD bleiben in der niedersächsischen Kommunalpolitik die dominierenden Parteien, verlieren aber an Stimmen. Zugleich verteilt sich ein wachsender Anteil der Stimmen auf AfD, Linke, Grüne und lokale Wählergemeinschaften.

Die Kommunalwahl besitzt für Niedersachsen besondere Bedeutung, weil dabei politische Entscheidungen auf zahlreichen Ebenen getroffen werden. Die Bürger bestimmen über Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte, Samtgemeinderäte, Ortsräte und Stadtbezirksräte. Insgesamt wurden 2.182 kommunale Vertretungen neu gewählt. Rund 6,3 Millionen Menschen waren wahlberechtigt.

In vielen Städten und Landkreisen ging es gleichzeitig um Bürgermeister- und Landratsposten. Insgesamt fanden in 395 Kommunen Direktwahlen statt. Wo niemand im ersten Wahlgang mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erreichte, kommt es am 27. September zu Stichwahlen.

Auch die Wahlbeteiligung verdient Aufmerksamkeit. Bei den Kreiswahlen lag sie landesweit bei 64,6 Prozent. Fünf Jahre zuvor waren es 57,0 Prozent gewesen. Damit beteiligten sich deutlich mehr Wahlberechtigte an der kommunalpolitischen Entscheidung.

Für die CDU bedeutet das Ergebnis, dass sie trotz ihrer Verluste landesweit stärkste Kraft bleibt. Für die SPD zeigt sich ein ähnliches Bild: Sie hält Platz zwei, muss aber ebenfalls Rückgänge hinnehmen.

Die größten Veränderungen finden hinter den beiden traditionellen niedersächsischen Volksparteien statt. Insbesondere die erheblichen Zugewinne der AfD verändern die Kräfteverhältnisse in zahlreichen Kommunalvertretungen.

Welche politischen Folgen daraus vor Ort entstehen, lässt sich allerdings nicht allein aus den landesweiten Prozentzahlen ableiten. Kommunalpolitik hängt stark von den jeweiligen Mehrheitsverhältnissen in einzelnen Städten, Gemeinden und Landkreisen sowie von lokalen Wählergemeinschaften ab.

Fest steht jedoch: Die niedersächsische Kommunalwahl 2026 bestätigt CDU und SPD als stärkste Kräfte – und zeigt gleichzeitig, dass sich die Parteienlandschaft auch auf der lokalen Ebene deutlich verändert.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Niedersachsen wird politisch vielfältiger

Die CDU kann für sich festhalten, dass sie bei den Kommunalwahlen landesweit stärkste Kraft geblieben ist. Doch der Blick auf Platz eins allein erzählt nicht die ganze Geschichte.

CDU und SPD verlieren gegenüber 2021. Besonders deutlich verändert hat sich gleichzeitig das Ergebnis der AfD. Auf Gemeindeebene steigt sie von 2,2 auf 11,1 Prozent. Bei den Kreiswahlen erreicht sie 15,9 Prozent.

Das wird die Arbeit in zahlreichen Räten verändern. Denn Kommunalpolitik lebt von Mehrheiten für konkrete Entscheidungen: Schulen, Kitas, Straßen, öffentlicher Nahverkehr, Baugebiete, Krankenhäuser, Kultur, Wirtschaftsförderung und kommunale Haushalte.

Je stärker sich die Stimmen auf unterschiedliche Parteien und Wählergemeinschaften verteilen, desto wichtiger werden Verhandlungen und tragfähige Mehrheiten.

Gleichzeitig darf ein landesweiter Prozentwert nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kommunalwahlen besonders stark von lokalen Kandidaten und Themen geprägt werden. Die Situation in Hannover kann sich deutlich von jener in Braunschweig, Oldenburg, Osnabrück, Göttingen oder einer kleinen Gemeinde im ländlichen Niedersachsen unterscheiden.

Bemerkenswert ist auch die gestiegene Wahlbeteiligung. 64,6 Prozent bei den Kreiswahlen zeigen ein höheres Interesse als 2021.

Die kommenden Wochen werden nun zeigen, welche Mehrheiten sich in den einzelnen Kommunen bilden und welche Ergebnisse die noch anstehenden Stichwahlen bringen.

Historischer Hintergrund

Kommunalwahlen finden in Niedersachsen grundsätzlich alle fünf Jahre statt. Die Bürger entscheiden dabei über die Zusammensetzung der politischen Vertretungen unmittelbar vor Ort.

Bei der Wahl am 13. September 2026 wurden mehr als 2.000 kommunale Vertretungen bestimmt. Dazu gehören Kreistage, die Regionsversammlung Hannover, Stadt- und Gemeinderäte, Samtgemeinderäte sowie Orts- und Stadtbezirksräte.

Insgesamt waren rund 6,3 Millionen Menschen wahlberechtigt. Für etwa 243.000 von ihnen war es die erste Wahl. Um 29.501 Mandate bewarben sich mehr als 68.000 Kandidierende.

CDU und SPD haben die niedersächsische Politik über Jahrzehnte stark geprägt. Auf kommunaler Ebene spielen daneben traditionell lokale Wählergemeinschaften eine wichtige Rolle.

Das Ergebnis 2026 zeigt nun eine weitere Auffächerung des Parteiensystems. Besonders die AfD hat gegenüber der Wahl 2021 deutlich hinzugewonnen. Auf Kreisebene stieg ihr Anteil um 11,3 Prozentpunkte auf 15,9 Prozent.

Zukunftsprognose

Politisch werden die Folgen der Wahl vor allem in den einzelnen Kommunen sichtbar. Landesweite Prozentwerte geben eine Orientierung, entscheiden aber nicht darüber, welche Mehrheiten sich in einem konkreten Stadt- oder Gemeinderat bilden.

Die stärkere Fragmentierung kann dazu führen, dass für kommunale Entscheidungen häufiger wechselnde Mehrheiten oder Vereinbarungen zwischen mehreren politischen Gruppen erforderlich werden.

Gesellschaftlich ist die deutlich gestiegene Wahlbeteiligung ein relevantes Signal. Mehr Menschen als 2021 nutzten ihr Stimmrecht. Welche Motive hinter der höheren Beteiligung stehen, lässt sich aus der Beteiligungsquote allein allerdings nicht ableiten.

Wirtschaftlich können veränderte Mehrheiten vor Ort Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen, Gewerbeflächen, Infrastrukturprojekte, kommunale Unternehmen, Wohnungsbau und Energiepolitik haben. Diese Folgen unterscheiden sich jedoch von Kommune zu Kommune.

Für Börsen, Rohstoffe oder den Euro ergeben sich aus dem niedersächsischen Kommunalwahlergebnis keine unmittelbar belastbaren Auswirkungen.

Was wurde bei der Kommunalwahl in Niedersachsen gewählt?

Die Wähler entschieden über Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte, Samtgemeinderäte, Ortsräte und Stadtbezirksräte. In zahlreichen Kommunen wurden gleichzeitig Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte direkt gewählt.

Warum gibt es unterschiedliche Ergebnisse für Gemeinde- und Kreiswahlen?

Die Bürger stimmen bei Kommunalwahlen über unterschiedliche Vertretungen ab. Gemeinderäte entscheiden über Angelegenheiten einer Stadt oder Gemeinde. Kreistage befassen sich dagegen mit Aufgaben des jeweiligen Landkreises.

Deshalb können sich sowohl die zur Wahl stehenden Personen und Listen als auch die Wahlergebnisse unterscheiden.

Wie stark ist die CDU in Niedersachsen?

Bei den Gemeindewahlen 2026 erreicht die CDU landesweit 28,8 Prozent. Bei den Kreistagswahlen und den Wahlen zu den Räten der kreisfreien Städte kommt sie auf 27,2 Prozent. In beiden Kategorien ist sie damit stärkste Partei.

Wie stark hat die AfD zugelegt?

Auf Gemeindeebene steigt die AfD von 2,2 Prozent im Jahr 2021 auf 11,1 Prozent 2026. Bei den Kreiswahlen erreicht sie 15,9 Prozent und gewinnt gegenüber 2021 insgesamt 11,3 Prozentpunkte hinzu.

Was passiert nach der Kommunalwahl?

Die neu gewählten Vertretungen nehmen ihre Arbeit auf und entscheiden in den kommenden Jahren über kommunale Themen. Bei zahlreichen Direktwahlen ist die Entscheidung allerdings noch nicht gefallen. Wo kein Bewerber im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichte, finden am 27. September Stichwahlen statt.

OZD-Extra – 29.501 Mandate und mehr als 68.000 Kandidaten

Die Dimension der Kommunalwahl wird erst beim Blick auf die Zahlen deutlich.

In Niedersachsen wurden 2.182 kommunale Vertretungen gewählt. Insgesamt waren 29.501 Sitze zu vergeben. Um diese Mandate bewarben sich 68.061 Menschen. Zusätzlich standen in 395 Kommunen Direktwahlen von Bürgermeistern, Oberbürgermeistern und Landräten an.

Kommunalpolitik ist damit die politische Ebene mit einer besonders großen Zahl direkt beteiligter Mandatsträger.

Für Unternehmen können die neuen Mehrheiten vor Ort durchaus relevant werden. Kommunale Parlamente entscheiden unter anderem über Gewerbegebiete, Infrastruktur, Bauprojekte, Energieversorgung und öffentliche Investitionen. Welche wirtschaftlichen Folgen entstehen, hängt deshalb von den konkreten Mehrheitsverhältnissen und Entscheidungen der jeweiligen Kommune ab.

Gewinnspiel

Welche Partei wurde bei den Gemeindewahlen in Niedersachsen 2026 landesweit stärkste Kraft?

A) SPD

B) CDU

C) Grüne

D) AfD

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.