Fakten im Überblick
Charles Spencer behauptet in seinem neuen Buch, der heutige König Charles III. habe nach Dianas Tod gesagt, sie werde "schnell genug vergessen sein".
Der Buckingham-Palast reagierte mit einem außergewöhnlich deutlichen Widerspruch und stellte die Zuverlässigkeit von Spencers Erinnerungen infrage.
Prinzessin Diana starb am 31. August 1997 im Alter von 36 Jahren nach einem Autounfall in Paris.
Fast drei Jahrzehnte nach dem Tod von Prinzessin Diana erschüttert ein neuer, höchst persönlicher Streit das britische Königshaus. Charles Spencer, der jüngere Bruder der früheren Ehefrau von König Charles III., erhebt in seinem neuen Buch schwere Vorwürfe gegen den Monarchen. Der Buckingham-Palast reagiert darauf mit einem für royale Verhältnisse außergewöhnlich deutlichen Widerspruch.
Im Mittelpunkt steht eine angebliche Äußerung des damaligen Prinzen Charles aus den Tagen nach Dianas Tod im August 1997.
Spencer behauptet, Charles habe während eines Streits über die Beerdigung seiner früheren Ehefrau gesagt, Diana werde "schnell genug vergessen sein".
Die Darstellung stammt von Spencer und ist nicht unabhängig belegt. Der Buckingham-Palast widerspricht ihr.
Die Brisanz der Anschuldigung zeigt sich bereits daran, wie das Königshaus reagierte.
Üblicherweise äußert sich der Palast nicht zu Behauptungen aus Büchern über die Royals. Diesmal machte er eine Ausnahme.
In der Stellungnahme heißt es zunächst, das Königshaus äußere sich "grundsätzlich nicht zu Büchern".
Dann folgt ein ungewöhnlich persönlicher Satz.
"Seine Majestät ist sich bewusst, dass der Schmerz über den Verlust einer Schwester oder eines Bruders den Verstand trüben, das Urteilsvermögen beeinträchtigen und die Erinnerung verfärben kann."
Dies könne "selbst viele Jahre nach einem solchen Verlust" andauern.
Der Palast sagt damit nicht ausdrücklich, dass Spencer bewusst die Unwahrheit verbreite. Die Formulierung stellt jedoch deutlich infrage, ob dessen Erinnerung an die Ereignisse zuverlässig ist.
Spencers Buch trägt den Titel "Swan Song: Diana, My Sister" und soll am 22. September erscheinen.
Erste Auszüge wurden bereits von der britischen "Daily Mail" veröffentlicht. Die darin enthaltenen Vorwürfe sorgten in Großbritannien umgehend für große Schlagzeilen.
Spencer schildert darin insbesondere die dramatischen Tage zwischen Dianas Tod und ihrer Beerdigung.
Prinzessin Diana war am 31. August 1997 nach einem Autounfall in Paris gestorben.
Sie wurde nur 36 Jahre alt.
Ihr Tod löste in Großbritannien und weit darüber hinaus eine außergewöhnliche Welle der Trauer aus.
Millionen Menschen verfolgten wenige Tage später ihre Beerdigung.
Ein Bild dieses Tages ist bis heute tief im kollektiven Gedächtnis verankert: Dianas Söhne William und Harry gingen hinter dem Sarg ihrer Mutter durch London.
William war damals 15 Jahre alt, Harry zwölf.
Genau darüber soll es nach Spencers Darstellung einen heftigen Streit mit Charles gegeben haben.
Spencer schreibt, er habe dem damaligen Thronfolger klargemacht, dass Diana nicht gewollt hätte, dass ihre beiden Söhne diesen Weg hinter ihrem Sarg gehen müssten.
Charles habe sich darüber hinweggesetzt.
Spencer beschreibt die Atmosphäre des Telefonats mit drastischen Worten.
"Am Telefon entlud sich das, was ich stets als seine aufgestaute Verachtung für Diana und sein Entsetzen darüber empfunden habe, wie sehr ihr Tod die Welt erschütterte", schreibt Spencer.
Dann folgt die Aussage, die nun den Palast zu seiner Reaktion veranlasste.
"Sei unbesorgt", habe Charles gesagt, "sie wird schnell genug vergessen sein!"
Ob diese Worte tatsächlich so gefallen sind, lässt sich anhand der bislang öffentlich bekannten Informationen nicht unabhängig feststellen.
Fest steht hingegen, dass William und Harry am 6. September 1997 hinter dem Sarg ihrer Mutter gingen.
Gemeinsam mit ihnen liefen der damalige Prinz Charles, Prinz Philip und Charles Spencer.
Der Trauerzug führte unter den Augen einer weltweiten Öffentlichkeit durch London.
Die Entscheidung, die beiden jungen Prinzen teilnehmen zu lassen, wurde später immer wieder diskutiert.
Harry selbst hat sich in späteren Jahren kritisch über diese Erfahrung geäußert.
Der aktuelle Streit berührt damit nicht nur das schwierige Verhältnis zwischen Diana und Charles, sondern auch einen der emotionalsten Momente in der jüngeren Geschichte der britischen Monarchie.
Die Wortwahl des Buckingham-Palastes erinnert zugleich an einen anderen Konflikt innerhalb des Königshauses.
Nach dem aufsehenerregenden Interview von Prinz Harry und Meghan mit Oprah Winfrey im Jahr 2021 reagierte Queen Elizabeth II. auf deren Rassismusvorwürfe mit der Formulierung, dass "Erinnerungen unterschiedlich ausfallen" könnten.
Auch damals vermied der Palast eine direkte persönliche Konfrontation und stellte stattdessen die Wahrnehmung der geschilderten Ereignisse infrage.
Die aktuelle Erklärung geht in ihrer Sprache allerdings ungewöhnlich weit.
Dass ausdrücklich davon die Rede ist, Trauer könne den Verstand trüben, das Urteilsvermögen beeinträchtigen und Erinnerungen verfärben, zeigt, wie ernst der Palast Spencers Vorwurf nimmt.
Diana und Charles hatten 1981 geheiratet.
Die Hochzeit wurde weltweit übertragen und als großes royales Ereignis gefeiert.
Doch die Ehe zerbrach.
Die Beziehung des damaligen Thronfolgers zu Camilla Parker Bowles und die zunehmende Entfremdung des Paares wurden zu einem Dauerthema der britischen Boulevardpresse.
1996 wurde die Ehe von Charles und Diana geschieden.
Nur ein Jahr später starb Diana in Paris.
Auch Jahrzehnte später besitzt ihre Geschichte enorme öffentliche Strahlkraft.
Das zeigt nicht nur die Aufmerksamkeit für Spencers neues Buch.
Im Dezember soll bei Sotheby's in New York eines der berühmtesten Kleidungsstücke Dianas versteigert werden.
Das schulterfreie schwarze Kleid von Christina Stambolian ging als sogenanntes "Rachekleid" in die Popkultur ein.
Diana trug es im Juni 1994 am selben Abend, an dem Charles in einem Fernsehinterview öffentlich seine eheliche Untreue einräumte.
Sotheby's schätzt das Kleid auf bis zu 300.000 Dollar.
Fast drei Jahrzehnte nach ihrem Tod bleibt Diana damit eine Figur von weltweiter kultureller Bedeutung.
Gerade deshalb besitzt Spencers Vorwurf solche Sprengkraft.
Denn wenn eines durch die Jahrzehnte seit 1997 deutlich geworden ist, dann dies: Vergessen wurde Diana nicht.
Ob König Charles III. tatsächlich jemals etwas anderes vorausgesagt hat, bleibt dagegen zwischen der Darstellung ihres Bruders und dem entschiedenen Widerspruch des Buckingham-Palastes umstritten.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Erinnerung gegen Erinnerung
Der neue Streit um Prinzessin Diana ist ein außergewöhnliches Beispiel dafür, wie schwer sich private Erinnerung und historische Gewissheit voneinander trennen lassen.
Charles Spencer schildert ein Gespräch, das fast drei Jahrzehnte zurückliegt. Seine Darstellung ist eindeutig. Der Buckingham-Palast widerspricht ebenso eindeutig, ohne eine eigene detaillierte Version des damaligen Telefonats vorzulegen.
Für eine journalistische Bewertung ist deshalb eine Trennung entscheidend: Dass Spencer diese Behauptung veröffentlicht, ist belegt. Dass Charles die ihm zugeschriebenen Worte tatsächlich gesagt hat, ist damit nicht bewiesen.
Bemerkenswert ist vielmehr die Reaktion des Palastes.
Das britische Königshaus ist für seine Zurückhaltung gegenüber Büchern, Interviews und privaten Anschuldigungen bekannt. Wenn Buckingham Palace dennoch reagiert, zeigt dies die Bedeutung, die der Vorwurf dort offenbar besitzt.
Dianas Tod gehört zu den einschneidendsten Ereignissen in der modernen Geschichte der britischen Monarchie. Die damalige Reaktion des Königshauses wurde intensiv diskutiert, und die öffentliche Trauer stellte die Institution vor eine ihrer größten Kommunikationskrisen.
Dass diese Ereignisse 2026 erneut solche Aufmerksamkeit erzeugen, zeigt Dianas außergewöhnliche Nachwirkung.
Die realistische Prognose: Mit der Veröffentlichung von "Swan Song: Diana, My Sister" dürfte die Auseinandersetzung nicht sofort enden. Weitere Buchauszüge könnten neue Debatten über Diana, Charles und die Tage nach ihrem Tod auslösen. Ob sich die zentrale Behauptung jemals unabhängig klären lässt, ist dagegen offen.
Historischer Hintergrund
Lady Diana Spencer heiratete den damaligen britischen Thronfolger Prinz Charles am 29. Juli 1981 in der Londoner St.-Pauls-Kathedrale.
Aus der Ehe gingen Prinz William und Prinz Harry hervor.
Hinter der öffentlichen Inszenierung einer royalen Traumhochzeit entwickelten sich jedoch schwere Eheprobleme.
Sowohl Charles als auch Diana sprachen später öffentlich über das Scheitern ihrer Beziehung.
1992 wurde die Trennung bekanntgegeben, 1996 folgte die Scheidung.
Am 31. August 1997 starb Diana nach einem Autounfall im Pont-de-l'Alma-Tunnel in Paris.
Ihr Tod löste weltweit Trauer aus.
Vor dem Kensington-Palast in London wurden riesige Mengen Blumen niedergelegt. Die Reaktion der königlichen Familie wurde damals intensiv diskutiert, weil Teile der Öffentlichkeit mehr sichtbare Anteilnahme erwarteten.
Bei Dianas Beerdigung am 6. September gingen William und Harry gemeinsam mit Charles, Prinz Philip und Charles Spencer hinter ihrem Sarg.
2005 heiratete Charles seine langjährige Partnerin Camilla Parker Bowles.
Nach dem Tod von Queen Elizabeth II. im September 2022 wurde Charles König des Vereinigten Königreichs.
Die Erinnerung an Diana blieb während all dieser Veränderungen ein bedeutender Bestandteil der öffentlichen Wahrnehmung der Windsors.
Zukunftsprognose
Für die britische Monarchie dürfte die Veröffentlichung vor allem kommunikative Folgen haben.
Der Palast muss entscheiden, ob die ungewöhnlich deutliche erste Stellungnahme ausreicht oder ob auf weitere Behauptungen reagiert wird.
Gesellschaftlich dürfte die Debatte erneut unterschiedliche Sichtweisen auf Diana, Charles und die Monarchie sichtbar machen.
Auch William und Harry geraten indirekt in den Mittelpunkt, weil Spencers Darstellung die Frage aufwirft, wie Entscheidungen über die damals 15 und zwölf Jahre alten Prinzen getroffen wurden.
International dürfte die Geschichte vor allem in den USA, Deutschland, Frankreich, Australien und anderen Ländern mit großem Interesse an der britischen Königsfamilie aufgegriffen werden.
Wirtschaftlich profitieren von der anhaltenden Aufmerksamkeit insbesondere der Buchmarkt, Medien, Dokumentarproduktionen und der internationale Markt für Diana-Memorabilia.
Direkte relevante Auswirkungen auf Börsen, Aktien, Rohstoffe oder Währungen sind nicht zu erwarten.
Wer ist Charles Spencer?
Charles Spencer ist der jüngere Bruder von Prinzessin Diana und der 9. Earl Spencer.
Er wurde 1964 geboren und ist Journalist, Autor und Angehöriger des britischen Hochadels.
Weltweit bekannt wurde seine Rede bei Dianas Beerdigung 1997.
Sein neues Buch "Swan Song: Diana, My Sister" beschäftigt sich mit seiner Schwester und seinen Erinnerungen an ihr Leben und ihren Tod.
Wer war Prinzessin Diana?
Diana, Princess of Wales, wurde 1961 als Diana Spencer geboren.
Durch ihre Hochzeit mit Prinz Charles 1981 wurde sie zu einer der bekanntesten Frauen der Welt.
Sie engagierte sich unter anderem für Menschen mit HIV und Aids sowie gegen Landminen.
Nach der Scheidung von Charles blieb sie international außerordentlich populär.
Diana starb 1997 im Alter von 36 Jahren in Paris.
Was behauptet Charles Spencer über König Charles III.?
Spencer behauptet, der damalige Prinz Charles habe nach Dianas Tod während eines Streits über den Trauerzug gesagt: "Sei unbesorgt", habe Charles gesagt, "sie wird schnell genug vergessen sein!"
Der Buckingham-Palast widerspricht Spencers Darstellung und stellt die Verlässlichkeit seiner Erinnerung infrage.
Eine unabhängige Bestätigung des behaupteten Gesprächsinhalts liegt nicht vor.
Warum reagiert der Buckingham-Palast so deutlich?
Der Buckingham-Palast kommentiert Bücher über die königliche Familie traditionell nur selten.
Die öffentliche Stellungnahme ist deshalb bemerkenswert.
Statt lediglich zu erklären, dass private Gespräche nicht kommentiert würden, stellte der Palast ausdrücklich einen möglichen Zusammenhang zwischen Spencers Trauer und dessen Erinnerung und Urteilsvermögen her.
Das macht die Reaktion für britische Royal-Beobachter außergewöhnlich.
Was ist Dianas „Rachekleid“?
Das sogenannte "Revenge Dress" ist ein schwarzes, schulterfreies Kleid der Designerin Christina Stambolian.
Diana trug es im Juni 1994 bei einer Veranstaltung in der Serpentine Gallery in London.
Am selben Abend wurde ein Fernsehinterview mit Charles ausgestrahlt, in dem dieser seine eheliche Untreue öffentlich einräumte.
Das Kleid entwickelte sich später zu einem Symbol für Dianas neues öffentliches Selbstbewusstsein.
Im Dezember 2026 soll es bei Sotheby's in New York versteigert werden. Der Schätzpreis reicht bis 300.000 Dollar.
OZD-Extra – Ein Satz von 2021 klingt plötzlich wieder aktuell
Der Buckingham-Palast besitzt eine lange Tradition äußerst sorgfältig formulierter Stellungnahmen.
Ein berühmtes Beispiel stammt aus dem März 2021.
Nach dem Interview von Prinz Harry und Meghan mit Oprah Winfrey reagierte Queen Elizabeth II. auf schwerwiegende Vorwürfe gegen die königliche Familie.
Ihre Erklärung enthielt sinngemäß die Feststellung, dass Erinnerungen unterschiedlich sein könnten.
Die aktuelle Reaktion auf Charles Spencer folgt einer ähnlichen kommunikativen Logik, geht sprachlich aber weiter.
Statt eine Behauptung Punkt für Punkt zu widerlegen, stellt der Palast die Zuverlässigkeit der Erinnerung desjenigen infrage, der sie erhebt.
Das ermöglicht einen deutlichen Widerspruch, ohne eine detaillierte Gegendarstellung eines fast 30 Jahre alten privaten Gesprächs veröffentlichen zu müssen.
Und noch etwas macht den aktuellen Streit bemerkenswert: Das Jahr 2027 markiert den 30. Todestag Dianas.
Das Interesse an ihrer Geschichte dürfte deshalb in den kommenden Monaten weiter steigen.
Die bevorstehende Versteigerung des "Rachekleids", Spencers Buch und die anhaltende öffentliche Beschäftigung mit Diana zeigen schon jetzt, dass ihre Bedeutung weit über ihre Lebenszeit hinausreicht.
Gewinnspiel
In welcher Stadt starb Prinzessin Diana 1997 nach einem Autounfall?
A: London
B: Paris
C: Rom
D: New York
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.