Fakten im Überblick
Irlands Sender RTÉ wird am Eurovision Song Contest 2027 weder teilnehmen noch die Veranstaltung übertragen.
Als Grund nennt RTÉ die humanitäre Lage und den anhaltenden Verlust von Menschenleben im Gazastreifen.
Der Eurovision Song Contest 2027 findet im bulgarischen Burgas statt, das Finale ist für den 15. Mai geplant.
Der Streit um Israels Teilnahme am Eurovision Song Contest zieht auch 2027 weitreichende Konsequenzen nach sich. Irland wird den Wettbewerb zum zweiten Mal in Folge boykottieren und weder einen Künstler nominieren noch die Veranstaltung im Fernsehen übertragen.
Das teilte der öffentlich-rechtliche Sender RTÉ mit.
Zur Begründung verwies der Sender auf den "anhaltenden Verlust von Menschenleben" im Gazastreifen und die humanitäre Krise in dem Palästinensergebiet.
RTÉ äußerte zudem erneut Sorge darüber, dass internationale Journalisten keinen unabhängigen Zugang zum Gazastreifen erhalten.
Damit setzt Irland seinen Boykott aus dem Jahr 2026 fort.
Damals war das Land gemeinsam mit Island, den Niederlanden, Slowenien und Spanien dem Eurovision Song Contest in Wien ferngeblieben. Grund war die Entscheidung der Europäischen Rundfunkunion EBU, Israel weiterhin am Wettbewerb teilnehmen zu lassen.
Der irische Sender verzichtete 2026 nicht nur auf einen eigenen Beitrag, sondern übertrug den Wettbewerb auch nicht.
Nun steht fest: Auch beim nächsten ESC wird Irland fehlen.
Der niederländische Sender AVROTROS hatte bereits zuvor erklärt, 2027 nicht am Wettbewerb teilnehmen zu wollen. Über die endgültige niederländische Beteiligung entscheidet allerdings der übergeordnete öffentlich-rechtliche Rundfunk NPO.
Der ESC 2027 findet in Bulgarien statt.
Das Land erhielt das Gastgeberrecht, nachdem die bulgarische Sängerin Dara den Wettbewerb 2026 in Wien mit ihrem Song "Bangaranga" gewonnen hatte.
Die Halbfinals sind für den 11. und 13. Mai vorgesehen. Das große Finale soll am 15. Mai in der Arena Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste stattfinden.
Für Irland bedeutet der erneute Boykott einen tiefen Einschnitt in eine außergewöhnlich erfolgreiche ESC-Geschichte.
Das Land nimmt seit 1965 am Eurovision Song Contest teil und gewann den Wettbewerb sieben Mal. Gemeinsam mit Schweden hält Irland damit den Rekord für die meisten ESC-Siege.
Den bislang letzten irischen Triumph feierte Eimear Quinn 1996 mit "The Voice".
Die EBU bedauert den erneuten Rückzug.
ESC-Direktor Martin Green erklärte, die Entscheidung von RTÉ werde vollständig respektiert. Der irische Sender bleibe ein geschätzter Teil der EBU-Familie. Die Gespräche mit RTÉ sollen fortgesetzt werden.
Der Konflikt um Israel bleibt damit auch für den Eurovision Song Contest 2027 ungelöst.
Nach seinem Regelwerk versteht sich der Wettbewerb als unpolitische Veranstaltung. Gleichzeitig haben der Gaza-Krieg und die Kontroverse um Israels Teilnahme den ESC in den vergangenen Jahren zunehmend geprägt.
Die EBU reagierte bereits mit Änderungen.
Unter anderem wurden Abstimmungsregeln angepasst und Maßnahmen gegen eine unverhältnismäßige Einflussnahme durch Regierungen oder andere externe Akteure verschärft.
Im August beschloss die EBU zudem, dass Rundfunkanstalten aus Staaten, die sich in einem bewaffneten Konflikt oder einer besonders sensiblen geopolitischen Situation befinden, künftig nicht Gastgeber des Eurovision Song Contest sein dürfen.
Israel wurde bei dieser Entscheidung nicht ausdrücklich genannt.
Für RTÉ reichen die Veränderungen jedoch nicht aus, um 2027 zum Wettbewerb zurückzukehren.
Damit wird in Burgas erneut eines der traditionsreichsten ESC-Länder fehlen.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Der ESC bleibt im politischen Spannungsfeld
Der erneute Boykott Irlands zeigt, wie schwer es für die EBU geworden ist, den Eurovision Song Contest von internationalen Konflikten abzugrenzen.
Die EBU betont den unpolitischen Charakter des Wettbewerbs. RTÉ begründet seine Entscheidung dagegen ausdrücklich mit der humanitären Situation in Gaza und Fragen des journalistischen Zugangs.
Damit treffen zwei unterschiedliche Vorstellungen aufeinander: Die EBU versucht, die Teilnahme ihrer Mitgliedssender nach einheitlichen Wettbewerbsregeln zu organisieren. Boykottierende Rundfunkanstalten betrachten eine Teilnahme unter den gegenwärtigen Bedingungen als nicht vertretbar.
Welche Position sich langfristig innerhalb der EBU durchsetzt, ist offen.
Die realistische Prognose: Der Streit um Israel wird den ESC 2027 weiter begleiten. Entscheidend wird sein, welche weiteren Sender teilnehmen, welche sich zurückziehen und ob die EBU vor dem Wettbewerb zusätzliche Regeländerungen beschließt.
Historischer Hintergrund
Irland gehört zu den erfolgreichsten Ländern der ESC-Geschichte.
Seit seinem Debüt 1965 gewann das Land sieben Mal. Besonders außergewöhnlich waren die Jahre 1992, 1993 und 1994, als Irland drei Wettbewerbe in Folge gewann.
2026 kam der historische Bruch.
Irland, Island, die Niederlande, Slowenien und Spanien boykottierten den ESC in Wien wegen Israels Teilnahme.
Der Streit hatte sich bereits in den Jahren zuvor entwickelt. Auch die Wettbewerbe in Malmö 2024 und Basel 2025 wurden von Protesten und Debatten über Israels Teilnahme begleitet.
Die EBU hält grundsätzlich daran fest, dass beim Eurovision Song Contest Rundfunkanstalten und nicht Regierungen teilnehmen.
Zukunftsprognose
Für die EBU könnte ein wachsender Boykott finanzielle und organisatorische Auswirkungen haben, insbesondere wenn große Mitgliedssender oder wichtige Beitragszahler dauerhaft fernbleiben.
Für Irland bedeutet die Entscheidung zunächst den Verzicht auf eine der größten internationalen Musikplattformen.
Wirtschaftliche Auswirkungen auf Börsen, Aktien, Rohstoffe oder Währungen sind durch den Boykott nicht zu erwarten.
Für den ESC selbst liegt die entscheidende Frage dagegen bei Teilnehmerzahl, Reichweite, Sponsoreninteresse und öffentlicher Wahrnehmung.
Warum boykottiert Irland den ESC 2027?
RTÉ verweist auf die humanitäre Lage im Gazastreifen und den anhaltenden Verlust von Menschenleben.
Zudem kritisiert der Sender den fehlenden unabhängigen Zugang internationaler Journalisten zum Gebiet.
RTÉ hatte aus diesen Gründen bereits den ESC 2026 boykottiert.
Wo findet der ESC 2027 statt?
Der 71. Eurovision Song Contest findet in Burgas in Bulgarien statt.
Die Halbfinals sind für den 11. und 13. Mai 2027 geplant.
Das Finale soll am 15. Mai in der Arena Burgas stattfinden.
Warum richtet Bulgarien den ESC aus?
Bulgarien gewann 2026 erstmals den Eurovision Song Contest.
Dara setzte sich beim Finale in Wien mit "Bangaranga" durch.
Nach der ESC-Tradition erhält das Siegerland grundsätzlich die Möglichkeit, den Wettbewerb im folgenden Jahr auszurichten.
OZD-Extra – Vom ESC-Rekordhalter zum zweiten Boykott in Folge
Irlands Rückzug besitzt besondere Symbolkraft.
Das Land gehört zu den großen Traditionsnationen des Eurovision Song Contest und teilt sich mit Schweden den Rekord von sieben Siegen.
Zwischen 1992 und 1994 gewann Irland sogar dreimal hintereinander – ein bis heute einzigartiger Erfolg.
2027 wird das Land nun zum zweiten Mal in Folge nicht auf der ESC-Bühne vertreten sein.
Wann Irland zurückkehrt, ist offen.
Die EBU erklärte, sie wolle den Dialog mit RTÉ fortsetzen und hoffe, den Sender künftig wieder beim Wettbewerb begrüßen zu können.
Gewinnspiel
In welchem Land findet der Eurovision Song Contest 2027 statt?
A: Österreich
B: Irland
C: Bulgarien
D: Schweden
https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.