Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de
Diesen Artikel teilen

Fußball-Deutschland trauert: Trainer-Ikone Peter Hermann mit 74 Jahren gestorben

Der deutsche Fußball trauert um Peter Hermann. Der langjährige Co-Trainer von Bayern, Leverkusen und Dortmund ist nach langer Krankheit mit 74 Jahren gestorben.

Fakten im Überblick

Peter Hermann ist am Samstag nach langer Krankheit im Alter von 74 Jahren gestorben.

Der frühere Bundesligaprofi absolvierte als Co-Trainer bei verschiedenen Vereinen mehr als 1000 Spiele und gehörte 2013 zum Triple-Trainerteam des FC Bayern München.

Hermann litt an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS und hatte seine Trainerkarriere Ende 2022 aus gesundheitlichen Gründen beendet.

Der deutsche Fußball hat einen seiner erfahrensten und angesehensten Trainer verloren. Peter Hermann ist am Samstag im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Seine früheren Klubs Bayern München und Bayer Leverkusen bestätigten die traurige Nachricht. Hermann war über Jahrzehnte Teil des deutschen Profifußballs, zunächst als Spieler, später vor allem als Co-Trainer. Mehr als 1000 Spiele stand er in dieser Funktion für verschiedene Vereine an der Seitenlinie. Er gehörte zu jenen Fußballlehrern, die selten im Mittelpunkt standen und dennoch großen Einfluss auf Mannschaften, Cheftrainer und Spieler hatten.

Besonders groß ist die Trauer bei Bayer Leverkusen, wo Hermann über viele Jahre wirkte, und beim FC Bayern München. „Unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie, den Angehörigen und den vielen Weggefährten“, sagte Bayern-Präsident Herbert Hainer. Leverkusens Geschäftsführer Simon Rolfes würdigte Hermann als „eine ganz große Persönlichkeit des deutschen Fußballs“. Hainer fand für die besondere Rolle des langjährigen Assistenten ebenfalls eindringliche Worte: „Der Fußball lebt nicht zuletzt von Persönlichkeiten wie Peter Hermann, die nicht immer im Rampenlicht stehen und dennoch dafür sorgen, dass immer alles glänzt.“

Hermann litt seit einiger Zeit an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS. Wie weit die Erkrankung zuletzt fortgeschritten war, schilderte Borussia Dortmunds Trainer Niko Kovac am Samstagabend bei Sky. „Vor ein, zwei Monaten habe ich noch versucht, mit ihm zu sprechen, das war gar nicht mehr möglich“, sagte Kovac. Damals sei Hermanns Tochter ans Telefon gegangen. „Seine Krankheit war leider unheilbar. Ich bin tieftraurig, ein guter Mensch hat uns verlassen.“ Worte, die zeigen, wie sehr Hermann auch menschlich von seinen Weggefährten geschätzt wurde.

Seinen besonderen Ruf erarbeitete sich Hermann als Co-Trainer. Bayer Leverkusen wurde über viele Jahre zu seiner sportlichen Heimat, doch seine Karriere führte ihn auch zum FC Bayern München, zum 1. FC Nürnberg, zu Schalke 04, zum Hamburger SV und zu Borussia Dortmund. Dabei arbeitete Hermann mit unterschiedlichen Cheftrainern, Spielergenerationen und Mannschaften. Gerade diese Fähigkeit, sich einzufügen, Fachwissen weiterzugeben und dabei selbst nicht das Rampenlicht zu suchen, machte ihn zu einer außergewöhnlichen Figur im deutschen Profifußball.

Seine erfolgreichste Zeit erlebte Hermann beim FC Bayern. Zwischen 2011 und 2013 gehörte er zum Trainerteam von Jupp Heynckes. Die Saison 2012/13 endete mit einem historischen Triumph: Bayern gewann die deutsche Meisterschaft, den DFB-Pokal und die Champions League. Das Triple sei „auch mit seinem Namen verbunden“, erklärte Hainer. Als Heynckes im Herbst 2017 noch einmal die Verantwortung in München übernahm, kehrte auch Hermann zum deutschen Rekordmeister zurück. Die erneute Zusammenarbeit unterstrich das große Vertrauen, das Heynckes in seinen langjährigen Weggefährten setzte.

Seine letzte Station führte Hermann im Sommer 2022 zu Borussia Dortmund. Im Dezember desselben Jahres musste er den BVB aus gesundheitlichen Gründen verlassen und beendete seine Trainerkarriere. Nun nimmt der deutsche Fußball Abschied von einem Mann, dessen Karriere gerade deshalb außergewöhnlich war, weil er nicht ständig im Mittelpunkt stehen musste. Peter Hermann gewann Titel, arbeitete mit einigen der bedeutendsten Trainer und Spieler seiner Zeit und prägte über Jahrzehnte Mannschaften im Hintergrund. Sein Name bleibt mit Bayer Leverkusen, dem FC Bayern und vor allem mit einer Form von Trainerarbeit verbunden, die selten Schlagzeilen produziert – aber für den Erfolg eines Teams von unschätzbarem Wert sein kann.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Der stille Meistermacher

Peter Hermanns Karriere zeigt, wie unvollständig die öffentliche Wahrnehmung des Fußballs manchmal ist. Nach Siegen stehen Cheftrainer und Spieler vor den Kameras, während diejenigen, die im Hintergrund an Abläufen, Training und Details arbeiten, oft kaum wahrgenommen werden. Hermann gehörte über Jahrzehnte zu diesen Menschen – und wurde gerade deshalb innerhalb des Profifußballs hoch geschätzt.

Mehr als 1000 Spiele als Co-Trainer erzählen von außergewöhnlicher Erfahrung und Beständigkeit. Das Triple mit Bayern München 2013 bleibt der größte Titel seiner Laufbahn, doch sein Vermächtnis lässt sich nicht allein an Pokalen messen. Die Reaktionen aus München, Leverkusen und Dortmund zeigen, dass vor allem der Mensch Peter Hermann in Erinnerung bleiben wird. Seine Karriere ist beendet, sein Einfluss auf zahlreiche Spieler, Trainer und Vereine wird im deutschen Fußball noch lange spürbar sein.

Historischer Hintergrund

Peter Hermann wurde am 22. März 1952 in Kleinmaischeid in Rheinland-Pfalz geboren. Als aktiver Fußballer spielte er im Mittelfeld und kam auch in der Bundesliga zum Einsatz. Besonders eng wurde seine Laufbahn jedoch mit Bayer Leverkusen verbunden. Nach seiner aktiven Karriere wechselte Hermann ins Trainergeschäft und entwickelte sich zu einem der gefragtesten Assistenten im deutschen Profifußball.

Seine Arbeit führte ihn über Jahrzehnte zu mehreren großen deutschen Vereinen. Besonders prägend war die Zusammenarbeit mit Jupp Heynckes. Beim FC Bayern gehörte Hermann zu jenem Trainerstab, der 2013 mit dem Gewinn von Champions League, Bundesliga und DFB-Pokal deutsche Fußballgeschichte schrieb. 2017 holte Heynckes seinen vertrauten Assistenten erneut nach München.

Was war Peter Hermanns größter sportlicher Erfolg?

Der größte Erfolg seiner Trainerkarriere war das Triple mit dem FC Bayern München im Jahr 2013. Unter Cheftrainer Jupp Heynckes gewann Bayern die Champions League, die deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal. Hermann gehörte als Co-Trainer zu diesem historischen Trainerteam.

Warum galt Peter Hermann als besonderer Co-Trainer?

Hermann verfügte über jahrzehntelange Erfahrung im Profifußball und arbeitete mit zahlreichen Cheftrainern und Spielergenerationen zusammen. Mehr als 1000 Partien absolvierte er als Co-Trainer. Seine lange Karriere bei verschiedenen Spitzenklubs machte ihn zu einem der erfahrensten Assistenten des deutschen Fußballs.

Was ist ALS?

Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, ist eine schwere Erkrankung des Nervensystems. Dabei werden Nervenzellen geschädigt, die für die Steuerung der Muskulatur verantwortlich sind. Die Erkrankung schreitet fort und ist bislang nicht heilbar. Peter Hermann hatte seine Trainerkarriere Ende 2022 aus gesundheitlichen Gründen beendet.

OZD-Extra – Ein Assistent, den Heynckes unbedingt zurückhaben wollte

Wie groß Peter Hermanns Ansehen war, zeigte sich besonders 2017. Als Jupp Heynckes überraschend erneut den FC Bayern übernahm, wollte er auch seinen vertrauten Assistenten wieder an seiner Seite haben. Hermann stand damals bei Fortuna Düsseldorf unter Vertrag. Bayern verpflichtete ihn dennoch für den Trainerstab. Die Episode wurde zu einem Symbol dafür, welchen Stellenwert Hermann bei einem der erfolgreichsten deutschen Trainer besaß.

Seine Laufbahn erinnert daran, dass große Mannschaften nicht allein von den Menschen geprägt werden, die im Rampenlicht stehen. Hinter zahlreichen Erfolgen des deutschen Vereinsfußballs arbeitete über Jahrzehnte ein Trainer, dessen Name in der Branche enormes Gewicht hatte: Peter Hermann.

Gewinnspiel

Bei welchem historischen Erfolg des FC Bayern gehörte Peter Hermann zum Trainerteam?

A: UEFA-Cup-Sieg 1996
B: Champions-League-Triumph 2001
C: Triple 2013
D: Sextuple 2020

Zum großen OZD-Gewinnspiel 2026 – Gutscheine gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.