Fakten im Überblick
Der VfB Stuttgart verliert mit 0:1 gegen Borussia Dortmund, Deniz Undav bleibt auch in seinem vierten Bundesligaspiel der Saison ohne Treffer.
Undav kritisiert nach seiner Auswechslung seine offensive Einbindung und beklagt, bislang erst zwei echte Torchancen erhalten zu haben.
Auch seine Nicht-Nominierung für den deutschen Nationalmannschaftskader unter Bundestrainer Jürgen Klopp hat den 30-Jährigen überrascht.
Bei Deniz Undav wächst der Frust. Der Kapitän des VfB Stuttgart wartet auch nach seinem vierten Bundesligaspiel der Saison auf sein erstes Tor, wurde beim 0:1 (0:0) gegen Borussia Dortmund nach etwas mehr als einer Stunde ausgewechselt und fehlt zudem im XXL-Kader der deutschen Nationalmannschaft. Nach der nächsten durchwachsenen Vorstellung machte der 30-Jährige aus seiner Unzufriedenheit keinen Hehl. „Das war mein viertes Bundesligaspiel, und ich hatte erst zwei Chancen“, sagte Undav nach der Niederlage gegen den BVB.
Besonders seine Rolle im Stuttgarter Angriff beschäftigt den Stürmer. „Ich habe das Gefühl, dass ich zu weit hinten bin, und wenn ich vorne bin, kommen die Bälle nicht. Wenn ich da vierzig Meter Abstand nach vorne habe, kann das nichts werden“, sagte Undav bei Sky. Auch mit seiner Auswechslung war er nicht einverstanden. Er sei „nicht zufrieden, dass ich ausgewechselt worden bin“. Gleichzeitig nahm Undav sich selbst in die Verantwortung und räumte ein, dass auch er eine Lösung finden müsse. Er müsse „die richtige Balance finden“.
Die Zahlen des Saisonstarts erklären einen Teil seiner Unzufriedenheit. Vier Bundesligaspiele, bislang kein Treffer und nach eigener Einschätzung lediglich zwei echte Torchancen – für einen Angreifer mit Undavs Ansprüchen ist das zu wenig. Gegen Dortmund gelang es dem VfB erneut nicht, seinen Kapitän entscheidend in Abschlusspositionen zu bringen. Dass er bereits nach etwas mehr als 60 Minuten vom Platz musste, verstärkte seinen Ärger zusätzlich. Seine Aussagen zeigen dabei nicht nur persönlichen Torfrust, sondern auch die Suche nach einer besseren Abstimmung zwischen seiner eigenen Positionierung und dem Stuttgarter Offensivspiel.
Parallel dazu muss Undav einen weiteren Rückschlag verarbeiten. Bundestrainer Jürgen Klopp verzichtete bei seinem XXL-Aufgebot für die deutsche Nationalmannschaft auf den Stuttgarter. Nach seinen positiven Momenten bei der für Deutschland enttäuschend verlaufenen Weltmeisterschaft hatte Undav mit einer Berufung gerechnet. „Ich dachte, ich hätte da einen Puffer“, sagte er. Die Entscheidung habe ihn zunächst getroffen, doch der Angreifer will daraus kein dauerhaftes Thema machen: „Aber ich bin kein Kind von Traurigkeit, ich heule da nicht rum.“
Stattdessen kündigt Undav den nächsten Anlauf an. „Ich war kurz enttäuscht“, sagte der VfB-Kapitän, bevor er den Blick wieder nach vorne richtete: „Ich muss mich neu beweisen und neu alles geben. Das ist zwar anstrengend, das immer wieder bei einem neuen Trainer zu machen, aber ich werde es wieder tun“. Damit beginnt für ihn nach der Länderspielpause gewissermaßen ein doppelter Neustart. Beim VfB braucht er wieder jene Situationen im Strafraum, in denen seine Abschlussstärke zur Geltung kommt. Und mit Blick auf die Nationalmannschaft muss er sich dem neuen Bundestrainer erneut empfehlen.
Der Druck ist dabei nicht nur persönlich. Der VfB Stuttgart benötigt seinen Kapitän als Torschützen und Führungsspieler. Undav wiederum braucht Tore, um die Diskussion über Form, Rolle und Nationalmannschaft möglichst schnell zu beenden. Seine offenen Worte nach dem Dortmund-Spiel zeigen, dass ihn die aktuelle Situation beschäftigt. Sie zeigen aber ebenso, dass er bereit ist, sich der Konkurrenz erneut zu stellen. Der schnellste Weg aus dem Frust dürfte dabei derselbe sein wie für nahezu jeden Stürmer: ein Ball im Netz.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Undavs Frust ist verständlich, jetzt braucht es Lösungen
Vier Bundesligaspiele ohne Tor sind für einen Stürmer noch keine Krise. Wenn ein Angreifer nach eigener Aussage in diesen vier Begegnungen aber nur zwei echte Möglichkeiten bekommt, wird aus einer persönlichen Formfrage schnell auch eine taktische. Genau darauf zielt Undavs Kritik. Er will näher ans gegnerische Tor und häufiger in Situationen kommen, in denen er seine größte Qualität einsetzen kann.
Seine offenen Worte bergen dennoch eine Herausforderung. Ein Kapitän darf unzufrieden sein, gleichzeitig muss die Kritik innerhalb einer Mannschaft in konstruktive Lösungen übersetzt werden. Nach der Länderspielpause wird deshalb interessant sein, ob Stuttgart Undav häufiger in gefährliche Räume bekommt – und ob der Angreifer selbst seine angekündigte „richtige Balance“ findet. Die realistische Prognose: Schon einige gute Abschlussmöglichkeiten und ein erster Saisontreffer könnten die Debatte schnell beruhigen. Bleiben Chancen und Tore dagegen aus, dürfte seine Rolle beim VfB weiter intensiv diskutiert werden.
Historischer Hintergrund
Deniz Undav hat sich über einen ungewöhnlichen Karriereweg bis in die Bundesliga und die deutsche Nationalmannschaft gearbeitet. Nach Stationen im unterklassigen deutschen Fußball gelang ihm über Belgien der Sprung auf die internationale Bühne. Später führte sein Weg nach England und schließlich zum VfB Stuttgart.
In Stuttgart entwickelte sich Undav zu einem wichtigen Offensivspieler und Führungsspieler. Seine Leistungen brachten ihn auch in den Kreis der deutschen Nationalmannschaft. Nach dem Trainerwechsel beim DFB beginnt für den 30-Jährigen nun erneut der Konkurrenzkampf um einen Platz im Aufgebot.
Zukunftsprognose
Für Undav werden die ersten Spiele nach der Länderspielpause besonders wichtig. Gelingt es Stuttgart, seinen Kapitän häufiger in Abschlusspositionen zu bringen, kann sich seine persönliche Situation schnell verändern. Ein Stürmer mit Selbstvertrauen kann innerhalb weniger Spiele eine völlig andere Dynamik entwickeln.
Auch die Nationalmannschaft bleibt für Undav grundsätzlich ein sportliches Ziel. Dafür muss er sich unter Bundestrainer Jürgen Klopp neu empfehlen. Entscheidend werden dabei seine Leistungen beim VfB sein. Wirtschaftliche Auswirkungen auf Börsen, Aktien, Rohstoffe oder Währungen bestehen nicht; sportlich geht es dagegen um seinen Stellenwert bei Stuttgart und seine Perspektive im DFB-Team.
Wer ist Deniz Undav?
Deniz Undav ist ein deutscher Nationalspieler und Kapitän des VfB Stuttgart. Der Angreifer ist insbesondere für seine Abschlussstärke und seine Fähigkeiten in Strafraumnähe bekannt. Aktuell wartet er allerdings noch auf sein erstes Bundesligator der neuen Saison.
Warum ist Undav unzufrieden?
Der 30-Jährige sieht sich derzeit zu selten in gefährlichen Abschlusspositionen. Nach eigener Aussage hatte er in vier Bundesligaspielen lediglich zwei Chancen. Gegen Borussia Dortmund kam hinzu, dass er bereits nach etwas mehr als einer Stunde ausgewechselt wurde.
Warum fehlt Undav im DFB-Kader?
Bundestrainer Jürgen Klopp nominierte Undav nicht für sein aktuelles XXL-Aufgebot. Der Stuttgarter hatte nach seinen Auftritten bei der Weltmeisterschaft mit einer Berufung gerechnet und bezeichnete seine erste Reaktion deshalb als enttäuscht. Nun will er sich über seine Leistungen beim VfB erneut empfehlen.
OZD-Extra – Undavs ungewöhnlicher Weg nach oben
Undavs Karriere verlief nicht über die klassischen Nachwuchsakademien direkt in die Bundesliga. Der Angreifer musste sich über mehrere Stationen nach oben arbeiten und schaffte schließlich den Sprung auf die große Fußballbühne. Dass er nun davon spricht, sich bei einem neuen Bundestrainer erneut beweisen zu müssen, passt zu einer Laufbahn, in der er sich seinen nächsten Schritt immer wieder erarbeiten musste.
Gerade deshalb dürften seine letzten Worte nach dem Dortmund-Spiel entscheidend sein: Die Enttäuschung über die Nicht-Nominierung ist da, aber Undav will darauf sportlich reagieren. Für den VfB könnte genau dieser Ehrgeiz nach der Länderspielpause wertvoll werden.
Gewinnspiel
Auf wie viele Torchancen kommt Deniz Undav nach eigener Aussage in seinen ersten vier Bundesligaspielen?
A: Zwei
B: Vier
C: Sechs
D: Acht
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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.