Fakten im Überblick
Alexander Zverev verliert beim Laver Cup in London gegen Alex De Minaur mit 6:2, 6:7 (5:7), 9:11.
Der Deutsche führt im zweiten Satz mit 5:3 und vergibt im entscheidenden Match-Tiebreak beim Stand von 9:8 einen Matchball.
Durch De Minaurs Erfolg geht Team World gegen Team Europa mit 5:3 in Führung.
Alexander Zverev war nur einen Punkt vom Sieg entfernt. Doch ausgerechnet in den entscheidenden Momenten kippte ein Match, das der US-Open-Champion beim Laver Cup in London lange kontrolliert hatte. Der Hamburger verlor am Samstag gegen den Australier Alex De Minaur nach einem starken Beginn mit 6:2, 6:7 (5:7), 9:11. Besonders bitter: Zverev führte mehrfach und hatte im entscheidenden Match-Tiebreak sogar einen Matchball.
Dabei deutete zunächst wenig auf ein solches Drama hin. Zverev startete in der O2 Arena konzentriert und dominierte den ersten Satz. Mit 6:2 ging der Durchgang deutlich an den Deutschen, der damit auf Kurs war, Team Europa in eine starke Position im Duell mit Team World zu bringen.
Auch im zweiten Satz schien Zverev die Partie unter Kontrolle zu haben. Beim Stand von 5:3 fehlte nicht mehr viel zum Erfolg. Doch De Minaur kämpfte sich zurück. Der Australier erzwang den Tiebreak, während Zverev zunehmend Schwierigkeiten bekam, die entscheidenden Punkte zu gewinnen.
Der Start in den Tiebreak verschärfte die Situation. Zverev geriet mit 0:4 in Rückstand. Zwar arbeitete er sich noch einmal heran, doch De Minaur entschied die Kurzentscheidung mit 7:5 für sich und zwang den Deutschen damit in den Match-Tiebreak.
Dort begann das Drama von Neuem.
Zverev erwischte erneut den besseren Start und führte schnell mit 3:0. Auch beim Stand von 6:4 lag der Hamburger vorne. Alles deutete darauf hin, dass er die Kontrolle zurückgewonnen hatte.
Dann kam der Moment, der dieses Match prägen sollte. Bei 9:8 hatte Zverev Matchball. Ein einziger Punkt fehlte zum Sieg.
Doch De Minaur wehrte ab.
Der Australier gewann anschließend auch die beiden folgenden Punkte und entschied den Match-Tiebreak mit 11:9 für sich. Aus Zverevs möglichem Sieg wurde innerhalb weniger Ballwechsel eine bittere Niederlage. De Minaur brachte Team World damit mit 5:3 in Führung.
Für Zverev war es zudem eine verpasste Gelegenheit, sich für das deutliche Duell mit dem Australier beim vorherigen Laver Cup zu revanchieren. Damals hatte er in San Francisco gegen De Minaur mit 1:6, 4:6 verloren. Diesmal war der Deutsche wesentlich näher am Erfolg – und gerade deshalb dürfte die Niederlage besonders schmerzen.
Die O2 Arena ist für Zverev eigentlich mit einer der wichtigsten Erinnerungen seiner Karriere verbunden. 2018 gewann er dort erstmals die ATP Finals. Acht Jahre später erlebte er an gleicher Stelle einen Nachmittag, an dem ihm trotz zahlreicher Vorteile der entscheidende letzte Punkt nicht gelang.
Zeit für langes Grübeln bleibt ihm beim Laver Cup allerdings nicht. Noch am Samstagabend ist Zverev erneut gefordert. Im Doppel tritt er gemeinsam mit dem Norweger Casper Ruud gegen Alexander Bublik aus Kasachstan und den US-Amerikaner Brandon Nakashima an.
Zuvor steht ein weiteres hochkarätiges Einzel auf dem Programm. Der spanische Topstar Carlos Alcaraz trifft auf den US-Amerikaner Taylor Fritz. Für Team Europa wächst nach Zverevs Niederlage der Druck, den Abstand auf Team World nicht zu groß werden zu lassen.
Dabei hatte Europa den ersten Tag noch mit 3:1 beendet. Am Samstag gelang Learner Tien aus den USA gegen den italienischen French-Open-Finalisten Flavio Cobolli zunächst der Ausgleich. Danach verschaffte De Minaur seinem Team durch den Erfolg gegen Zverev die 5:3-Führung.
Das besondere Punktesystem des Laver Cups sorgt dafür, dass sich die Kräfteverhältnisse schnell verändern können. Am Freitag war jeder Matchsieg einen Punkt wert, am Samstag gibt es bereits zwei Punkte. Am Sonntag steigt der Wert eines Sieges sogar auf drei Punkte.
Damit bleibt trotz des Rückstands alles offen. Drei Einzel und ein Doppel stehen am letzten Turniertag noch auf dem Programm. Wer zuerst 13 Punkte erreicht, gewinnt den Laver Cup.
Für Zverev ist die Ausgangslage dennoch ärgerlich. Er hatte den Sieg selbst auf dem Schläger. Erst führte er im zweiten Satz mit 5:3, dann im Match-Tiebreak mit 3:0 und 6:4, schließlich bekam er bei 9:8 sogar die Chance, die Partie zu beenden.
Keine davon nutzte er.
Beim Laver Cup kann sich Zverev jedoch noch am selben Abend rehabilitieren. Im Doppel bekommt er gemeinsam mit Ruud die nächste Gelegenheit, wichtige Punkte für Europa zu holen.
OZD/SID
OZD-Kommentar – Ein Match, das Zverev längst gewonnen haben musste
Es gibt Niederlagen, bei denen ein Spieler kaum eine Chance bekommt. Und es gibt Matches wie dieses.
Alexander Zverev hatte gegen Alex De Minaur gleich mehrfach die Möglichkeit, die Partie zu entscheiden. Eine 5:3-Führung im zweiten Satz, ein starker Beginn im Match-Tiebreak und schließlich ein Matchball bei 9:8 – mehr Gelegenheiten bekommt man gegen einen Spieler wie De Minaur selten.
Gerade deshalb ist die Niederlage schmerzhaft. Zverev spielte über weite Strecken das bessere Match, brachte es aber nicht über die Ziellinie.
Beim Laver Cup kommt hinzu, dass eine solche Niederlage nicht nur den Spieler selbst betrifft. Jeder verlorene Punkt verändert die Ausgangslage für das gesamte Team. De Minaur bescherte Team World mit seinem Comeback die 5:3-Führung.
Für Zverev gibt es allerdings eine ungewöhnlich schnelle Möglichkeit zur Antwort. Noch am selben Abend steht er im Doppel wieder auf dem Platz.
Wie er dort auf die bittere Niederlage reagiert, wird mindestens ebenso interessant wie die Frage, warum ihm gegen De Minaur der letzte Punkt nicht gelang.
Historischer Hintergrund
Der Laver Cup wurde 2017 erstmals ausgetragen und ist nach der australischen Tennislegende Rod Laver benannt. Bei dem Mannschaftswettbewerb tritt Team Europa gegen Team World an.
Das Format unterscheidet sich deutlich von klassischen ATP-Turnieren. Einzel- und Doppelmatches fließen gemeinsam in die Mannschaftswertung ein.
Besonders charakteristisch ist das gestaffelte Punktesystem. Am ersten Turniertag zählt jeder Sieg einen Punkt, am zweiten Tag zwei und am Sonntag drei Punkte.
Dadurch können sich selbst größere Rückstände am letzten Tag noch schnell verändern. Sieger ist das Team, das zuerst 13 Punkte erreicht.
Von den ersten acht Austragungen seit 2017 gewann Europa fünf. Beim vorherigen Laver Cup in San Francisco setzte sich Team World allerdings deutlich mit 19:5 durch.
Zukunftsprognose
Zverevs Niederlage verschafft Team World zunächst einen Vorteil, entscheidet den Laver Cup aber noch lange nicht. Durch die steigende Zahl der vergebenen Punkte gewinnt der Sonntag erheblich an Bedeutung.
Für Team Europa wird entscheidend sein, den Rückstand vor dem letzten Turniertag möglichst gering zu halten. Dabei spielt Zverev bereits am Samstagabend wieder eine wichtige Rolle.
Gemeinsam mit Casper Ruud trifft er im Doppel auf Alexander Bublik und Brandon Nakashima. Ein Erfolg könnte die Stimmung innerhalb weniger Stunden wieder verändern.
Auch für Zverev persönlich ist die unmittelbare Rückkehr auf den Platz eine mentale Herausforderung. Nach einem vergebenen Matchball muss er die Enttäuschung schnell verarbeiten und sich auf eine völlig andere Disziplin einstellen.
International bleibt der Laver Cup ein bedeutendes Schaufenster des Tennissports. Das Teamformat, prominente Teilnehmer und wechselnde Austragungsorte sollen zusätzliche Zuschauergruppen erreichen.
Im kommenden Jahr zieht der Wettbewerb nach Kalifornien. Austragungsort ist der Intuit Dome in Inglewood.
Wer ist Alex De Minaur?
Alex De Minaur ist ein australischer Tennisprofi und gehört beim Laver Cup zum Team World. Er ist für sein hohes Tempo, seine Laufstärke und seine Fähigkeit bekannt, auch scheinbar verlorene Ballwechsel zu verlängern.
Was ist der Laver Cup?
Der Laver Cup ist ein Mannschaftswettbewerb im Herrentennis. Team Europa tritt gegen eine Auswahl von Spielern aus dem Rest der Welt an.
Wie funktioniert die Punktevergabe?
Am Freitag bringt jeder Sieg einen Punkt, am Samstag zwei und am Sonntag drei Punkte. Das Team, das zuerst 13 Punkte erreicht, gewinnt den Wettbewerb.
Warum ist die O2 Arena für Zverev besonders?
Alexander Zverev feierte dort 2018 einen der größten frühen Erfolge seiner Karriere. In London gewann er damals erstmals die ATP Finals.
OZD-Extra – Ein einziger Punkt fehlte
Die Zahlen des entscheidenden Match-Tiebreaks zeigen, wie nah Alexander Zverev am Sieg war.
Zunächst führte er 3:0.
Später stand es 6:4 für den Deutschen.
Beim Stand von 9:8 fehlte ihm schließlich nur noch ein Punkt.
Matchball Zverev.
Doch De Minaur gewann nicht nur diesen Ballwechsel. Der Australier holte auch die beiden folgenden Punkte.
Aus 9:8 wurde 9:11.
Innerhalb von drei Punkten verwandelte sich ein beinahe sicher geglaubter Erfolg in eine Niederlage – und aus der möglichen europäischen Führung wurde ein 5:3 für Team World.
Gewinnspiel
Bei welchem Spielstand hatte Alexander Zverev im Match-Tiebreak gegen Alex De Minaur einen Matchball?
A: 7:6
B: 8:7
C: 9:8
D: 10:9
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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.