Fakten im Überblick
Markus Söder und Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause fuhren am Montagabend gemeinsam mit dem „Olympia Looping“ auf dem Oktoberfest.
München setzte sich beim DOSB mit 91 zu 50 Stimmen gegen KölnRheinRuhr durch und ist Deutschlands Bewerber für die Spiele 2036, 2040 oder 2044.
Die internationale Entscheidung ist noch offen; für die Olympischen Spiele 2036 soll das IOC Mitte 2029 über den Austragungsort entscheiden.
Versprechen eingelöst – und das mit ordentlich Tempo: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause sind zwei Tage nach Münchens Kür zum deutschen Bewerber für Olympische und Paralympische Sommerspiele gemeinsam in den „Olympia Looping“ auf dem Oktoberfest gestiegen. Am Montagabend absolvierten der CSU-Chef und der Grünen-Politiker Seite an Seite die spektakuläre Fahrt durch fünf Loopings.
Damit lösten beide ein Versprechen ein, das im Vorfeld der entscheidenden Abstimmung des Deutschen Olympischen Sportbundes entstanden war. Krause hatte Söder zu der gemeinsamen Achterbahnfahrt herausgefordert. Nachdem München in Baden-Baden das nationale Rennen gegen KölnRheinRuhr gewonnen hatte, gab es für den Ministerpräsidenten kaum noch einen eleganten Rückzug.
„Versprochen und gehalten!“, schrieb Söder unmittelbar nach der Fahrt zu einem gemeinsamen Bild mit Krause auf Instagram. „Eine wilde Fahrt passend zum Sieg Münchens bei der Olympia-Kandidatur für Deutschland“, fügte er hinzu, „Stadt und Freistaat halten zusammen. Jetzt geht die Arbeit erst richtig los. Ja zu Olympia in München!“
Auch unmittelbar nach der Fahrt zeigte sich Söder erleichtert. Sein knappes Fazit: „Kein Problem. Aber einmal reicht.“
Krause wiederum interpretierte das gemeinsame Erlebnis als Symbol der Zusammenarbeit zwischen München und dem Freistaat Bayern. „Wenn man gemeinsam was durchlebt, dann schweißt das zusammen. Und die Olympia-Bewerbung war das ja mal vor allem auch schon.“
Die politische Inszenierung passte dabei kaum zufällig zum Fahrgeschäft. Der „Olympia Looping“ gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Attraktionen des Münchner Oktoberfests. Seine fünf Schleifen sind in den Farben der olympischen Ringe gestaltet. Die Bahn erreicht Geschwindigkeiten von mehr als 90 Kilometern pro Stunde.
Für Söder war die Fahrt bereits vorab zum augenzwinkernden Pflichttermin geworden. „Den Looping machen wir jetzt irgendwann die Woche. Davor werde ich mich nicht drücken können, befürchte ich“, hatte er nach Münchens Erfolg erklärt.
Der eigentliche Anlass für die Wiesn-Fahrt liegt jedoch weit über dem Oktoberfest hinaus.
Am Samstag hatte die außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes in Baden-Baden München zum deutschen Kandidaten für eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele bestimmt. In der Abstimmung setzte sich die bayerische Landeshauptstadt mit 91 zu 50 Stimmen gegen KölnRheinRuhr durch.
München war zuvor auch in der fachlichen Bewertung knapp vor dem nordrhein-westfälischen Konzept gelandet. Die Evaluierung ergab 87,03 Punkte für München und 85,02 Punkte für KölnRheinRuhr. Beide Konzepte erhielten die Bewertung „sehr gut“. Die Kommission gab ausdrücklich keine Wahlempfehlung ab.
Damit ist allerdings lediglich das nationale Auswahlverfahren entschieden.
Deutschland bewirbt sich mit München um Olympische und Paralympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Welche Ausgabe der Spiele tatsächlich erreichbar ist und ob München vom Internationalen Olympischen Komitee ausgewählt wird, ist offen.
Der DOSB befindet sich bereits seit November 2025 im kontinuierlichen Dialog mit dem IOC. Für die Vergabe der Spiele 2036 soll im März 2027 eine vertiefte strategische Dialogphase beginnen. Ende 2028 ist nach der aktuellen Planung der Übergang zu gezielten Gesprächen mit einem oder mehreren Bewerbern vorgesehen. Die Entscheidung über den Austragungsort der Spiele 2036 soll im Sommer 2029 fallen.
Für München beginnt damit nach dem nationalen Erfolg die wesentlich schwierigere internationale Phase.
Die bayerische Landeshauptstadt besitzt dabei eine besondere olympische Geschichte. 1972 fanden dort die Sommerspiele statt. Der Olympiapark, das Olympiastadion und weitere Anlagen prägen die Stadt bis heute.
Das neue Münchner Konzept setzt deshalb stark auf bestehende Sportstätten und kurze Wege. Die Stadt will vorhandene olympische Infrastruktur erneut nutzen und die Bewerbung zugleich mit langfristigen Stadtentwicklungsprojekten verbinden.
Die gemeinsame Achterbahnfahrt von Söder und Krause ändert an den Herausforderungen der internationalen Bewerbung nichts.
Sie lieferte aber ein öffentlichkeitswirksames Bild für die Zusammenarbeit zwischen Münchner Rathaus und Bayerischer Staatsregierung.
Nach fünf Loopings auf der Wiesn beginnt für beide nun der deutlich längere Teil der Fahrt: der internationale Bewerbungsprozess um Olympische und Paralympische Spiele.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Vom Wiesn-Looping in den Olympia-Marathon
Die gemeinsame Achterbahnfahrt von Markus Söder und Dominik Krause ist vor allem ein symbolisches Bild nach dem Abschluss des nationalen Auswahlverfahrens.
Politisch bemerkenswert ist dabei die demonstrierte Zusammenarbeit zwischen einem CSU-Ministerpräsidenten und einem Grünen-Oberbürgermeister. Für die internationale Bewerbung wird diese Geschlossenheit eine Rolle spielen, weil Stadt, Freistaat, Bund und organisierter Sport über Jahre hinweg gemeinsam planen und finanzielle sowie organisatorische Fragen klären müssen.
Die nationale Entscheidung ist eindeutig: München erhielt 91 Stimmen, KölnRheinRuhr 50.
Was daraus international folgt, ist dagegen offen. Die Entscheidung des DOSB bedeutet keinen Zuschlag des IOC und erlaubt keine belastbare Aussage darüber, ob München am Ende tatsächlich Olympische Spiele ausrichten wird.
Jetzt rücken sachliche Fragen in den Mittelpunkt: Finanzierung, Verkehr, Unterbringung, Nachhaltigkeit, Sportstätten und die langfristige Nutzung der Investitionen.
Die fünf Loopings waren nach wenigen Minuten vorbei. Der eigentliche Bewerbungsprozess wird Jahre dauern.
Historischer Hintergrund
München und Olympia sind seit mehr als einem halben Jahrhundert eng miteinander verbunden.
1972 fanden in der bayerischen Landeshauptstadt die Olympischen Sommerspiele statt. Der dafür geschaffene Olympiapark mit seiner markanten Zeltdacharchitektur gehört bis heute zu den bekanntesten Wahrzeichen Münchens.
Auch das Oktoberfest besitzt überraschende historische Verbindungen zum Sport. Bereits im 19. Jahrhundert fanden auf der Theresienwiese sportliche Wettbewerbe statt.
Der heutige „Olympia Looping“ verbindet beide Münchner Welten auf eher spielerische Weise. Die fünf farbigen Schleifen erinnern unverkennbar an die olympischen Ringe.
Bei der neuen deutschen Bewerbung begann der formale Strategieprozess des DOSB bereits 2022. München konkurrierte zunächst mit weiteren deutschen Konzepten. Am Ende standen München und KölnRheinRuhr bei der entscheidenden Abstimmung in Baden-Baden zur Wahl.
Am 26. September 2026 fiel die Entscheidung zugunsten Münchens.
Nun geht die Bewerbung auf die internationale Ebene.
Zukunftsprognose
Die nächsten Monate dürften von der Konkretisierung des Münchner Konzepts geprägt sein. Stadt, Freistaat Bayern, Bundesregierung und DOSB müssen gegenüber dem IOC darstellen, wie Olympische und Paralympische Spiele finanziert, organisiert und langfristig genutzt werden könnten.
Im März 2027 soll für die Vergabe 2036 die strategische Dialogphase des IOC beginnen. Ende 2028 sollen gezielte Gespräche mit einem oder mehreren Interessenten folgen. Die Entscheidung über die Spiele 2036 ist für Mitte beziehungsweise Sommer 2029 vorgesehen.
Welche internationalen Bewerber bis dahin im Verfahren bleiben, kann sich verändern. Eine seriöse Prognose über den späteren Gastgeber lässt sich deshalb derzeit nicht treffen.
Wirtschaftlich könnten bereits die Bewerbung und vorbereitende Investitionen Auswirkungen auf München und Bayern haben. Besonders Verkehrsinfrastruktur, Sportstätten, Tourismus, Hotellerie und Bauwirtschaft könnten betroffen sein.
Wie hoch mögliche Kosten und wirtschaftliche Effekte tatsächlich ausfallen, hängt jedoch vom endgültigen Konzept und davon ab, ob München überhaupt den Zuschlag erhält.
Direkte Auswirkungen auf Aktien, Rohstoffe oder Währungen sind durch die deutsche Bewerberentscheidung nicht zu erwarten.
Was ist der „Olympia Looping“?
Der „Olympia Looping“ ist eine große transportable Achterbahn und gehört zu den bekanntesten Fahrgeschäften des Münchner Oktoberfests.
Besonders auffällig sind ihre fünf Loopings in den Farben der olympischen Ringe.
Die Fahrzeuge erreichen Geschwindigkeiten von mehr als 90 Kilometern pro Stunde.
Seit 1989 ist die Achterbahn regelmäßig auf dem Oktoberfest vertreten.
Was hat der DOSB entschieden?
Der Deutsche Olympische Sportbund hat München zum deutschen Bewerber für Olympische und Paralympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bestimmt.
Bei der Abstimmung in Baden-Baden erhielt München 91 Stimmen, KölnRheinRuhr 50.
Damit ist das nationale Auswahlverfahren beendet. Über einen tatsächlichen Olympia-Gastgeber entscheidet später das Internationale Olympische Komitee.
Wer ist Dominik Krause?
Dominik Krause ist Politiker der Grünen und Oberbürgermeister von München.
Als Stadtoberhaupt spielt er eine zentrale Rolle bei der weiteren Ausarbeitung und politischen Vertretung der Münchner Olympia-Bewerbung.
Nach der DOSB-Entscheidung kündigte er an, die Vorbereitungen gemeinsam mit Stadtgesellschaft, Sportverbänden, Wirtschaft und Politik weiterzuführen.
Welche Spiele will München ausrichten?
Der DOSB bewirbt sich mit München grundsätzlich für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044.
Der konkrete internationale Vergabeprozess ist für diese Jahre unterschiedlich weit fortgeschritten.
Für 2036 soll das IOC nach dem aktuellen Zeitplan im Sommer 2029 über den Austragungsort entscheiden. Für 2040 und 2044 steht ein vergleichbarer endgültiger Zeitplan noch nicht fest.
OZD-Extra – Olympia und Oktoberfest haben mehr gemeinsam als gedacht
Die Verbindung zwischen Olympia und der Münchner Wiesn reicht weiter zurück als der moderne „Olympia Looping“.
Schon lange vor den Olympischen Spielen von 1972 wurden auf der Theresienwiese sportliche Veranstaltungen ausgetragen. Historische Wettkämpfe gehörten zeitweise zum Oktoberfest, darunter Pferderennen und andere sportliche Wettbewerbe.
Heute steht das Oktoberfest vor allem für Festzelte und Fahrgeschäfte.
Mit dem „Olympia Looping“ existiert dennoch eine besonders auffällige Verbindung zum olympischen Symbolsystem.
Dass ausgerechnet dort der CSU-Ministerpräsident und der Grünen-Oberbürgermeister ihren gemeinsamen Erfolg im nationalen Bewerbungsverfahren feierten, lieferte entsprechend starke Bilder.
Politisch entscheidender wird jedoch sein, ob die demonstrierte Zusammenarbeit auch bei schwierigeren Fragen funktioniert – etwa bei Kosten, Infrastruktur und langfristiger Stadtentwicklung.
Mögliche Auswirkungen auf Wirtschaft und Unternehmen
Eine erfolgreiche Olympia-Bewerbung könnte für München und Bayern langfristig Investitionen in Verkehr, Sportstätten, Tourismus und öffentliche Infrastruktur auslösen.
Davon könnten unter anderem Bauunternehmen, Verkehrsbetriebe, Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungswirtschaft betroffen sein.
Gleichzeitig können Olympische Spiele erhebliche öffentliche Kosten verursachen. Wie groß Investitionen und mögliche wirtschaftliche Effekte wären, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht belastbar beziffern.
Für Aktienmärkte, Rohstoffe und den Euro hat die Entscheidung des DOSB keine unmittelbar erkennbare Bedeutung.
Gewinnspiel
Wie viele Loopings besitzt der „Olympia Looping“ auf dem Münchner Oktoberfest?
A: Drei
B: Vier
C: Fünf
D: Sieben
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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.