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Politischer Umbruch in Schwerin: Vier Parteien ziehen in den neuen Landtag ein

Das Ergebnis der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern steht endgültig fest. Die AfD erreicht 38,2 Prozent, die SPD 35,5 Prozent. CDU und BSW scheitern knapp.

Fakten im Überblick

Die AfD erreicht bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern endgültig 38,2 Prozent, die SPD kommt auf 35,5 Prozent.

Im neuen Schweriner Landtag erhält die AfD 32 Sitze, die SPD 29, Linke und Grüne jeweils fünf Mandate.

CDU und BSW scheitern mit 4,9 beziehungsweise 4,8 Prozent knapp an der Fünf-Prozent-Hürde.

Das Ergebnis der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern vom 20. September 2026 steht endgültig fest: Die AfD ist mit 38,2 Prozent stärkste politische Kraft im nordöstlichen Bundesland geworden. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erreicht 35,5 Prozent und landet damit auf dem zweiten Platz. Der Landeswahlausschuss stellte am 30. September in Schwerin das endgültige amtliche Ergebnis fest. Gegenüber den vorläufigen Zahlen ergeben sich nach Angaben der Landeswahlleitung keine Veränderungen bei den gewählten Direkt- oder Listenbewerbern. Neben AfD und SPD ziehen lediglich die Linke mit 6,5 Prozent und die Grünen mit 5,7 Prozent in den neunten Landtag Mecklenburg-Vorpommerns ein. Besonders knapp scheitern CDU und BSW: Die CDU erreicht 4,9 Prozent, das Bündnis Sahra Wagenknecht 4,8 Prozent. Die FDP bleibt mit 1,0 Prozent ebenfalls außerhalb des Parlaments. Damit besteht der neue Landtag nur noch aus vier Fraktionen. Die Wahlbeteiligung lag nach dem endgültigen Ergebnis bei 78,0 Prozent; von 1.312.565 Wahlberechtigten beteiligten sich 1.024.118 Menschen an der Abstimmung.

Die Sitzverteilung macht die politische Ausgangslage in Schwerin deutlich: Die AfD erhält 32 der insgesamt 71 Mandate, die SPD 29 Sitze, Linke und Grüne jeweils fünf. Für eine absolute Mehrheit sind damit 36 Mandate erforderlich. Rechnerisch verfügen SPD, Linke und Grüne gemeinsam über 39 Sitze. Die SPD führt nach der Wahl Gespräche mit Linken und Grünen über eine mögliche Regierungsbildung. Eine abgeschlossene Koalitionsvereinbarung liegt bislang nicht vor. Die AfD zieht als stärkste Fraktion in den Landtag ein, verfügt jedoch allein über keine parlamentarische Mehrheit. Die endgültige Feststellung des Wahlergebnisses entscheidet damit über Mandate und Mehrheitsverhältnisse, nicht aber darüber, welche Parteien letztlich eine Regierung bilden.

Politisch markiert die Wahl eine erhebliche Veränderung für Mecklenburg-Vorpommern. Die AfD wird erstmals bei einer Landtagswahl im Bundesland stärkste Kraft. Besonders einschneidend ist das Ergebnis zugleich für die CDU, die den Einzug in den Schweriner Landtag verpasst. Seit der ersten Landtagswahl nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 war die Partei im Landesparlament vertreten. Die SPD wiederum muss trotz ihres zweiten Platzes über neue Mehrheiten verhandeln. Mecklenburg-Vorpommern steht damit nach der amtlichen Bestätigung des Wahlergebnisses vor einer neuen politischen Konstellation: Vier Fraktionen bilden künftig den Landtag, während mehrere bisher parlamentarisch vertretene beziehungsweise kandidierende Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert sind.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Das Wahlergebnis ist entschieden, die Regierungsfrage nicht

Mit der amtlichen Feststellung endet die Auszählung, nicht aber die politische Neuordnung in Schwerin. Die AfD ist mit 38,2 Prozent stärkste Kraft und stellt künftig die größte Fraktion. Gleichzeitig ergibt sich aus der Sitzverteilung eine rechnerische Mehrheit von SPD, Linken und Grünen. Welche Regierung daraus entsteht, hängt von den laufenden Gesprächen und späteren Entscheidungen der beteiligten Parteien und des Landtags ab. Bemerkenswert sind zudem die äußerst knappen Ergebnisse von CDU und BSW unmittelbar unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde. Wenige Zehntelprozentpunkte haben damit erheblichen Einfluss auf die Zusammensetzung des Parlaments. Die nächsten Wochen dürften deshalb vor allem von den Gesprächen über eine tragfähige Regierungsmehrheit geprägt sein.

Historischer Hintergrund

Mecklenburg-Vorpommern entstand 1990 im Zuge der deutschen Wiedervereinigung neu als Bundesland. Seit der ersten Landtagswahl desselben Jahres gehörten unterschiedliche Koalitionen unter Beteiligung von CDU, SPD, FDP und PDS beziehungsweise Linken der Landesregierung an. Die SPD prägt die Landespolitik seit Jahrzehnten besonders stark: Seit 1998 stellt sie ununterbrochen den Ministerpräsidenten beziehungsweise die Ministerpräsidentin. Manuela Schwesig übernahm das Amt 2017 von Erwin Sellering. Mit der Landtagswahl 2026 verändert sich das Kräfteverhältnis nun deutlich, da die AfD erstmals stärkste Partei bei einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern geworden ist.

Zukunftsprognose

Die unmittelbar wichtigste Frage ist die Regierungsbildung in Schwerin. SPD, Linke und Grüne verfügen zusammen rechnerisch über 39 der 71 Mandate und führen Gespräche. Ob daraus tatsächlich eine gemeinsame Landesregierung entsteht und auf welche politischen Vereinbarungen sich die Parteien verständigen, ist offen. Bundespolitisch dürfte das Ergebnis ebenfalls aufmerksam analysiert werden, insbesondere wegen des Ausscheidens der CDU aus dem Landtag und des Abschneidens von AfD und SPD. Für konkrete politische Folgen in Mecklenburg-Vorpommern wird jedoch entscheidend sein, welche parlamentarische Mehrheit sich bildet und welches Regierungsprogramm daraus hervorgeht.

Wie verteilen sich die Sitze im Landtag?

Der neue Landtag Mecklenburg-Vorpommern hat 71 Sitze. Davon entfallen 32 auf die AfD, 29 auf die SPD sowie jeweils fünf auf Linke und Grüne. Für eine absolute Mehrheit werden mindestens 36 Mandate benötigt.

Was bedeutet die Fünf-Prozent-Hürde?

Parteien müssen bei Landtagswahlen grundsätzlich mindestens fünf Prozent der maßgeblichen Stimmen erreichen, um über ihre Landesliste an der Sitzverteilung beteiligt zu werden. Die CDU verfehlte diese Schwelle mit 4,9 Prozent äußerst knapp, das BSW erreichte 4,8 Prozent.

Wer ist Manuela Schwesig?

Manuela Schwesig ist SPD-Politikerin und seit 2017 Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Nach dem endgültigen Wahlergebnis führt ihre SPD Gespräche mit Linken und Grünen über die Bildung einer neuen Landesregierung.

OZD-Extra – 39 Sitze als entscheidende Zahl

Für die Regierungsbildung ist weniger der Abstand zwischen AfD und SPD als die Sitzarithmetik entscheidend. Bei 71 Abgeordneten liegt die absolute Mehrheit bei 36 Stimmen. SPD, Linke und Grüne kommen zusammen auf 39 Mandate. Damit existiert für diese drei Parteien rechnerisch eine parlamentarische Mehrheit. Ob sie politisch genutzt wird, hängt von den Gesprächen und möglichen Koalitionsvereinbarungen ab. Die AfD besitzt mit 32 Mandaten die größte einzelne Fraktion, erreicht allein jedoch ebenfalls keine Mehrheit.

Gewinnspiel

Welche Partei erhielt bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2026 die meisten Stimmen?

A: SPD
B: CDU
C: AfD
D: Linke

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.