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Sechs Tore ohne Ronaldo: Portugal setzt Erfolgslauf trotz Unruhe fort

Einen Tag nach Cristiano Ronaldos spektakulärer Abreise gewinnt Portugal 4:2 in Dänemark. Sportlich bleibt die Selecao in der Nations League makellos.

Fakten im Überblick

Portugal gewann in Kopenhagen mit 4:2 gegen Dänemark und feierte damit den dritten Sieg im dritten Nations-League-Spiel.

Cristiano Ronaldo fehlte, nachdem er die Nationalmannschaft am Vortag nach Spannungen mit Trainer Jorge Jesus verlassen hatte.

Ronaldo kündigte an, zu „gegebener Zeit“ die „Wahrheit über die Gründe für meinen Abschied von der Nationalmannschaft“ zu erklären.

Portugal kann offenbar auch ohne Cristiano Ronaldo gewinnen – und das ausgesprochen unterhaltsam. Nur einen Tag nach der spektakulären Abreise des 41 Jahre alten Superstars setzte sich die Selecao in der Nations League mit 4:2 bei Dänemark durch und feierte damit den dritten Sieg im dritten Spiel. In Kopenhagen ließ sich die Mannschaft von Trainer Jorge Jesus von den Unruhen rund um ihren Rekordtorschützen zumindest auf dem Platz nichts anmerken. Joao Cancelo brachte Portugal bereits in der 13. Minute in Führung, Goncalo Ramos stellte nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Mikkel Damsgaard in der 23. Minute nur zwei Minuten später auf 2:1. Nach der Pause kam Dänemark durch Rasmus Höjlund in der 53. Minute erneut zurück, doch Portugal fand auch darauf eine Antwort. Vitinha traf in der 67. Minute zum 3:2, Joao Felix machte in der 87. Minute mit dem vierten portugiesischen Treffer alles klar.

Dass sich die Mannschaft derart konzentriert präsentierte, war angesichts der Ereignisse des Vortages keineswegs selbstverständlich. Ronaldo hatte das portugiesische Team am Mittwoch im Zuge der Spannungen mit Jesus verlassen. Der Nationaltrainer hatte zuvor erklärt, es habe „keinerlei Zwischenfall“ mit seinem Kapitän gegeben, zugleich aber deutlich gemacht, dass er auch künftig nicht zwingend auf den Stürmer setzen werde. Ronaldo zog daraufhin seine Konsequenzen. Die Entscheidung habe er „nach der Pressekonferenz des Nationaltrainers und im Anschluss an ein Gespräch mit dem Präsidenten des portugiesischen Fußballverbands“ getroffen, schrieb der Superstar später auf Instagram. Damit wurde aus einer sportlichen Diskussion um Einsatzzeiten innerhalb weniger Stunden ein Konflikt, der möglicherweise das Ende einer außergewöhnlichen Nationalmannschaftskarriere einleitet.

Bereits in den beiden vorherigen Partien hatte sich angedeutet, dass Ronaldo unter Jesus nicht mehr automatisch gesetzt ist. Beim 2:1 in Norwegen kam der Kapitän überhaupt nicht zum Einsatz und verschwand anschließend direkt in Richtung Kabine. Gegen Wales wurde er beim 1:0 erst in der Schlussphase eingewechselt. Für einen Spieler, der über viele Jahre das Gesicht der portugiesischen Nationalmannschaft war und nahezu jeden sportlichen Erfolg des Teams prägte, bedeutet diese neue Rolle eine fundamentale Veränderung. Ronaldo selbst ließ nach seinem Abschied offen, was genau zum Bruch geführt hat. Zu „gegebener Zeit“ wolle er die „Wahrheit über die Gründe für meinen Abschied von der Nationalmannschaft“ erklären, der er sich „stets mit ganzer Kraft gewidmet“ habe. Ob es sich um einen vorübergehenden Rückzug oder tatsächlich um das endgültige Ende seiner Zeit im portugiesischen Trikot handelt, ist damit weiterhin offen.

Trainer Jesus wollte sich unmittelbar vor dem Spiel in Dänemark nicht weiter auf die Debatte einlassen. „Heute ist Spieltag. Ich will mich auf die Partie konzentrieren“, sagte er dem portugiesischen Sender RTP. Danach werde genügend Zeit bleiben, um über die Ereignisse zu sprechen. Seine Mannschaft lieferte ihm anschließend zumindest sportlich die bestmögliche Antwort. Vier Tore von vier verschiedenen Spielern unterstrichen, dass Portugal offensiv auch ohne seinen langjährigen Rekordtorschützen gefährlich sein kann. Cancelo, Ramos, Vitinha und Felix sorgten dafür, dass an diesem Abend in Kopenhagen zumindest für 90 Minuten nicht Ronaldos Abwesenheit, sondern Portugals Fußball im Mittelpunkt stand. Die größere Frage bleibt jedoch bestehen: War das 4:2 gegen Dänemark lediglich das erste Spiel ohne Ronaldo in diesem Länderspielfenster – oder bereits der Beginn einer portugiesischen Nationalmannschaft nach Cristiano Ronaldo?

OZD/SID

OZD-Kommentar – Portugal liefert die sportliche Antwort auf das Ronaldo-Chaos

Cristiano Ronaldo war über zwei Jahrzehnte nicht nur ein Spieler der portugiesischen Nationalmannschaft. Er war ihr Gesicht, ihr Kapitän, ihr Rekordtorschütze und häufig auch ihr Fixpunkt. Umso größer ist die Aufmerksamkeit, wenn genau dieser Spieler plötzlich abreist.

Portugal musste in Kopenhagen deshalb mehr bewältigen als ein schwieriges Auswärtsspiel. Jede schwache Phase wäre automatisch mit Ronaldos Abwesenheit verbunden worden. Stattdessen erzielte die Mannschaft vier Tore und gewann zum dritten Mal im dritten Nations-League-Spiel.

Das beantwortet noch nicht die entscheidende Frage. Ob Ronaldo tatsächlich endgültig nicht mehr für Portugal spielen wird, ist bislang nicht geklärt. Auch die genaue Ursache seines Abschieds hat er selbst noch nicht öffentlich erläutert.

Sportlich hat die Mannschaft allerdings gezeigt, dass sie nicht handlungsunfähig wird, wenn ihre größte Figur fehlt. Sollte die Trennung dauerhaft sein, dürfte genau diese Erkenntnis für Portugal wichtig werden. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Jesus und Ronaldo noch einmal zueinanderfinden oder ob in Kopenhagen bereits die Zeit nach CR7 begonnen hat.

Historischer Hintergrund

Cristiano Ronaldo gehört seit 2003 zur portugiesischen Nationalmannschaft und prägte über mehr als zwei Jahrzehnte eine außergewöhnlich erfolgreiche Epoche.

Seinen größten Erfolg mit Portugal feierte er 2016 mit dem Gewinn der Europameisterschaft. Im Finale gegen Frankreich musste Ronaldo zwar früh verletzt ausgewechselt werden, Portugal gewann jedoch in der Verlängerung mit 1:0.

Ronaldo entwickelte sich zudem zum Rekordtorschützen seines Landes und bestritt mehr Länderspiele als jeder andere portugiesische Spieler.

Seine Bedeutung ging dabei weit über Tore hinaus. Über Jahre war die Nationalmannschaft sportlich und öffentlich eng mit seiner Person verbunden.

Was ist zwischen Ronaldo und Jorge Jesus passiert?

Die vollständigen Hintergründe sind bislang nicht öffentlich geklärt. Fest steht, dass Ronaldo in den ersten Spielen unter Jesus deutlich weniger eingesetzt wurde, als dies über viele Jahre in der Nationalmannschaft üblich gewesen war.

Beim Sieg in Norwegen spielte er überhaupt nicht, gegen Wales wurde er erst spät eingewechselt. Jesus machte anschließend deutlich, dass Ronaldo auch künftig nicht automatisch einen Platz in seiner Mannschaft erhalten werde.

Ronaldo verließ daraufhin das Nationalteam und kündigte eine spätere ausführliche Erklärung an.

Ist Ronaldos Nationalmannschaftskarriere beendet?

Bislang gibt es keine endgültige öffentliche Erklärung, dass Cristiano Ronaldo seine Karriere in der portugiesischen Nationalmannschaft beendet hat.

Seine Formulierungen über den „Abschied von der Nationalmannschaft“ lassen jedoch offen, ob eine Rückkehr vorgesehen ist.

Entscheidend dürfte sein, wie sich das Verhältnis zwischen Ronaldo, Trainer Jorge Jesus und dem portugiesischen Verband entwickelt.

OZD-Extra – Portugal verteilt die Ronaldo-Tore auf vier Spieler

Das 4:2 in Dänemark lieferte eine interessante sportliche Antwort auf die Diskussion um Ronaldos Rolle: Alle vier portugiesischen Tore wurden von unterschiedlichen Spielern erzielt.

Joao Cancelo eröffnete, Goncalo Ramos traf zum 2:1, Vitinha erzielte die dritte Führung und Joao Felix setzte den Schlusspunkt.

Gerade Ramos und Felix stehen dabei sinnbildlich für die Frage, wie Portugal seine Offensive künftig organisieren könnte. Über viele Jahre war Ronaldo der zentrale Torjäger und Zielspieler.

In Kopenhagen funktionierte es anders. Die Verantwortung verteilte sich auf mehrere Schultern – und Portugal erzielte vier Tore. Sollte Ronaldo tatsächlich nicht zurückkehren, könnte genau diese breitere Verteilung offensiver Verantwortung zum wichtigsten Merkmal der neuen Selecao werden.

Gewinnspiel

Wie endete Portugals Nations-League-Spiel in Dänemark?

A: 2:1 für Portugal

B: 3:2 für Dänemark

C: 4:2 für Portugal

D: 1:1

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.