Fakten im Überblick
Ermittler werfen einem Flydubai-Copiloten die Planung eines Terrorakts vor.
Der Mann griff den Kapitän mit einer Rettungsaxt an Passagiere überwältigten ihn.
Das Flugzeug mit 166 Passagieren landete sicher in Saudi-Arabien.
Der Verdacht auf einen geplanten Terrorakt durch den Copiloten eines Flydubai-Fluges hat sich nach Angaben der Ermittler erhärtet. Generalstaatsanwalt Hamad Saif al-Schamsi erklärte am Samstag auf Basis der bisherigen Erkenntnisse, der Mann habe einen „Terrorakt“ geplant und während des Flugs von Dubai nach Israel den Kapitän im Cockpit mit der Rettungsaxt angegriffen. Angaben zum Motiv machte al-Schamsi bislang nicht und betonte, die Ermittlungen dazu dauerten an. Laut der staatlichen emiratischen Nachrichtenagentur WAM versuchte der Copilot am Mittwoch, „das Kommando über das Flugzeug“ zu übernehmen. Passagiere konnten den Angreifer jedoch überwältigen, sodass die Maschine mit 166 Fluggästen und acht Besatzungsmitgliedern sicher in Saudi-Arabien gelandet werden konnte – eine zweite Crew übernahm die Landung.
Der Copilot befindet sich nach dem Angriff in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Gewahrsam. Der Kapitän, der indische Pilot Smit Machchhar, wurde bei dem Angriff schwer verletzt und liegt dort in einem Krankenhaus. Mehrere Medien, unter anderem das "Wall Street Journal" und der US-Sender CNN, berichteten zuvor, der aus dem Oman stammende Copilot habe wegen extremistischer Ansichten nicht mehr bei Oman Air arbeiten dürfen. Später sei er erfolglos bei Emirates gewesen, bevor er bei Flydubai angestellt wurde. Laut dem saudiarabischen Sender Al-Arabiya soll der Mann auch eine Zeit lang in Syrien gewesen sein, was die Sorge weckte, er könne dort von radikalen Gruppen beeinflusst worden sein. ABC News berichtete, der Copilot sei schon während seiner Ausbildung im Besitz extremistischer Materialien gewesen.
Die israelische Regierung sprach nach dem Vorfall von einem vereitelten Anschlag auf die Flydubai-Maschine. Nach Angaben von Regierungschef Benjamin Netanjahu habe der Copilot versucht, den Piloten niederzustechen, um das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Er sagte dem US-Sender Fox News, Israel werde prüfen, wie der Mann die erforderlichen Sicherheitsvoraussetzungen für Flüge nach Israel habe erfüllen können. Die Maschine hatte auf ihrem Weg nach Tel Aviv massiv an Höhe verloren. Nach dem Angriff hatte Flydubai die Verbindung nach Israel vorübergehend ausgesetzt. Am Samstag landete erstmals wieder eine Maschine aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in Tel Aviv. Die Ermittlungen laufen weiter.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Sicherheitslücken im internationalen Flugverkehr
Ein Angriff im Cockpit trifft den Kern des Vertrauens in den Luftverkehr. Die Enthüllung eines geplanten Terrorakts durch einen erfahrenen Copiloten stellt alle Sicherheitsmechanismen der Branche infrage. Besonders alarmierend ist, dass Hinweise auf extremistische Einstellungen des Mannes offenbar schon vorlagen, aber nicht konsequent in Sicherheitsentscheidungen eingeflossen sind. Die internationale Luftfahrt ist vernetzt, aber offenbar fehlt es bei sensiblen Informationen an gegenseitigem Austausch und anstrengungsloser Transparenz. Die jetzigen Erkenntnisse müssen dazu führen, Schwachstellen aufzuarbeiten, Hintergründe genau zu beleuchten und Verfahren nachhaltig zu verbessern. Prognose: Internationale Kontrollstandards und der Informationsaustausch zwischen Airlines und Behörden werden sich nach diesem Vorfall spürbar verändern.
Historischer Hintergrund
Angriffe oder Anschlagsversuche durch Flugpersonal sind in der zivilen Luftfahrt äußerst selten, werfen aber immer wieder grundsätzliche Fragen nach effektiven Kontrollen auf. Besonders bei Flügen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel steht die Sicherheitskooperation unter genauer Beobachtung.
Zukunftsprognose
In nächster Zeit könnten Airlines und Behörden die Sicherheitsüberprüfungen von Flugpersonal intensivieren und neue Standards setzen. Flüge zwischen den Emiraten und Israel werden möglicherweise genauer überwacht. Die internationale Debatte über den Austausch sicherheitsrelevanter Informationen dürfte an Fahrt aufnehmen. Der wirtschaftliche Einfluss auf die Airlines kann vorerst nicht abschließend bewertet werden.
Erklärungen
Was ist Flydubai
Flydubai ist eine staatliche Billigfluggesellschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Zielen im Nahen Osten, Asien und Europa.
Wer ist Smit Machchhar
Smit Machchhar ist ein indischer Pilot, der beim Angriff im Cockpit einer Flydubai-Maschine schwer verletzt wurde.
Was ist das Wall Street Journal
Das Wall Street Journal ist eine US-amerikanische Wirtschaftszeitung. In diesem Fall berichtete sie über die Hintergründe des Copiloten.
OZD-Extras
Rettungsaxten sind Standard-Ausrüstung im Cockpit und dienen eigentlich technischen Notfällen, nicht zum Einsatz gegen Menschen.
Zurzeit sind keine spürbaren Auswirkungen des Vorfalls auf die internationalen Finanzmärkte zu beobachten. Ob sich dies durch die laufenden Ermittlungen noch ändern wird, bleibt abzuwarten.
Gewinnspiel
Mit welchem Gegenstand griff der Copilot den Kapitän im Cockpit an
A) Mit einer Rettungsaxt
B) Mit einem Notebook
C) Mit einem Feuerlöscher
D) Mit einer Schlafmaske
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.