Fakten im Überblick
In den 40 größten deutschen Städten fahren noch fast 80 Prozent Dieselbusse.
Fast die Hälfte der Städte plant bis 2030 neue Verbrenner-Busse.
In manchen Städten wie Augsburg oder Magdeburg fährt kein einziger E-Bus.
In deutschen Großstädten prägen weiterhin Dieselbusse das Bild im öffentlichen Nahverkehr. Laut einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) sind in den 40 größten Städten fast 80 Prozent der Busse mit Dieselantrieb unterwegs. Die DUH kritisierte zudem, dass fast die Hälfte dieser Städte auch bis zum Jahr 2030 weitere Verbrenner-Busse anschaffen will. Aus Sicht der Organisation ist besonders alarmierend, dass die Bundesregierung aktuell die Förderung von Elektrobussen kürzt.
DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch erklärte dazu: "Fast 10.000 Diesel-Busse sind in den abgefragten 40 Städten zurzeit unterwegs und verpesten die Atemluft mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid". Resch forderte, die kommunalen Verkehrsbetriebe müssten den Neukauf von Verbrenner-Bussen stoppen und die Busflotten bis 2030 vollständig elektrifizieren. Als Schlusslichter bei der Umstellung nennt die DUH die Städte Augsburg, Essen, Wuppertal, Krefeld und Magdeburg. Dort fuhr am Stichtag 31. Dezember 2025 "kein einziger E-Bus". In Oberhausen, Nürnberg, Aachen, Gelsenkirchen, Kassel und Erfurt fahren weiterhin Dieselbusse mit Abgasstufen schlechter als Euro V. In Mannheim, Freiburg und Karlsruhe dagegen ist jeweils schon mehr als die Hälfte der Busse elektrisch unterwegs.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Dieselbusse bleiben Bremsklotz der Verkehrswende
Die aktuellen Zahlen der Deutschen Umwelthilfe machen deutlich, wie schwer sich Deutschlands große Städte mit dem Umstieg auf klimafreundliche Antriebe tun. Während einige Kommunen bei der Elektrifizierung der Busflotten noch nicht einmal begonnen haben, zeugen die Pläne vieler Städte, noch bis 2030 neue Verbrenner anzuschaffen, von einer gefährlichen Beharrlichkeit. Die Kürzung der Förderung von Elektrobussen durch die Bundesregierung sendet dabei das völlig falsche Signal. Andere Städte dagegen zeigen, dass Wandel möglich ist. Ohne konsequente Vorgaben, so meine Einschätzung, wird es aber kaum gelingen, Dieselbusse in absehbarer Zeit flächendeckend durch saubere Alternativen zu ersetzen.
Historischer Hintergrund
Über Jahre hinweg galt der Dieselantrieb bei Stadtbussen in Deutschland als Standardlösung. Umweltverbände fordern schon lange eine Wende zu klimafreundlichen Technologien. Seit Einführung strengerer Abgasnormen sind die Defizite in der Luftreinhaltung stärker ins Licht gerückt, was die Debatte um alternative Busantriebe befeuert.
Zukunftsprognose
Sollte der Anteil dieselbetriebener Busse nicht bald sinken, geraten die Klimaziele deutscher Städte weiter außer Reichweite. Eine deutliche politische Kursänderung könnte die Umrüstung beschleunigen und Herstellern elektrischer Antriebe Chancen eröffnen. International könnte der Rückstand Deutschlands bei sauberen Nahverkehrslösungen den Druck auf Politik und Verkehrsbetriebe erhöhen.
Erklärungen
Was ist die Deutsche Umwelthilfe?
Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) ist eine deutsche Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation. Sie setzt sich für Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschutz ein und engagiert sich für saubere Luft in Städten.
OZD-Extras
Die vollständige Elektrifizierung der Busflotten ist nicht nur eine technische, sondern auch eine finanzielle Herausforderung für die kommunalen Verkehrsbetriebe. Noch ist unklar, wie stark die deutsche Busindustrie und Zulieferer die Umstellung mitgestalten und davon wirtschaftlich profitieren werden.
Gewinnspiel
Welche Organisation kritisierte die Dieselbus-Politik scharf?
A) Bundesverband Elektromobilität
B) Deutsche Umwelthilfe (DUH)
C) Verkehrsclub Deutschland
D) Naturschutzbund Deutschland
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.