Fakten im Überblick
Der Deutsche Umweltpreis 2026 geht an den Ingenieur Klaus Vossenkaul und die Umweltjuristin Roda Verheyen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier soll die Auszeichnung am Sonntag in Aachen überreichen.
Der Preis ist mit insgesamt 500.000 Euro dotiert. Vossenkaul wird für energieeffiziente Membranfiltertechnik zur Abwasserreinigung geehrt, Verheyen für ihren juristischen Einsatz für den Klima- und Umweltschutz.
Verliehen wird der Deutsche Umweltpreis von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Sitz in Osnabrück. Er zählt nach Angaben der Stiftung zu den höchstdotierten Umweltauszeichnungen Europas.
Technologische Innovation und juristisches Engagement stehen im Mittelpunkt des Deutschen Umweltpreises 2026. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) zeichnet in diesem Jahr den Ingenieur und Unternehmer Klaus Vossenkaul sowie die Hamburger Rechtsanwältin Roda Verheyen aus. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird den beiden Preisträgern die mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Auszeichnung am Sonntagmittag in Aachen überreichen. Wie die DBU mitteilte, werden damit zwei unterschiedliche Wege gewürdigt, die zum Schutz von Umwelt und Klima beitragen sollen: die Entwicklung leistungsfähigerer Technik für die Abwasserreinigung und die Durchsetzung von Umwelt- und Klimaschutzinteressen mit juristischen Mitteln.
Klaus Vossenkaul ist Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens Membion, das auf Membranfiltertechnologie spezialisiert ist. Der Ingenieur hält nach Angaben der DBU insgesamt 28 Patente. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Weiterentwicklung von Filtersystemen, die in Kläranlagen eingesetzt werden können. Ziel dieser Technologie ist es, Abwasser energieeffizienter zu reinigen und gleichzeitig weniger Platz für die entsprechenden Anlagen zu benötigen. Gerade angesichts steigender Anforderungen an die Wasserwirtschaft können solche Entwicklungen für Kommunen und Betreiber von Kläranlagen von Bedeutung sein.
Die DBU würdigt Vossenkauls Arbeit ausdrücklich als Beitrag zum Schutz der lebenswichtigen Ressource Wasser. Er habe „neue Maßstäbe in der Abwasserreinigung gesetzt“, erklärte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Der Unternehmer habe „mit Mut, Beharrlichkeit und Innovationskraft Lösungen gefunden, um die lebenswichtige Ressource Wasser besser zu schützen“. Damit hebt die Stiftung nicht nur die technische Entwicklung hervor, sondern auch den unternehmerischen Einsatz, der erforderlich ist, um neue Verfahren für die praktische Anwendung weiterzuentwickeln.
Membranfilter können bei der Abwasserbehandlung eine wichtige Rolle spielen. Sie dienen dazu, bestimmte Bestandteile aus Wasser abzutrennen und dadurch die Reinigungsleistung zu unterstützen. Die von Vossenkaul weiterentwickelte Technologie soll nach Angaben der DBU besonders energieeffizient und platzsparend sein. Welche konkreten Einsparungen einzelne Kläranlagen damit erzielen können, hängt von den jeweiligen technischen Voraussetzungen ab. Die vorliegende AFP-Meldung enthält dazu keine Zahlen. Die Auszeichnung würdigt jedoch ausdrücklich den innovativen Ansatz seiner Entwicklung.
Die zweite Preisträgerin, Roda Verheyen, verfolgt einen anderen Weg im Umwelt- und Klimaschutz. Sie arbeitet als Rechtsanwältin in Hamburg und ist Mitglied des Hamburgischen Verfassungsgerichts. Ihr berufliches Engagement umfasst nach Angaben der DBU die Tätigkeit als Sachverständige, die Erarbeitung von Gesetzesinitiativen sowie die Beratung von Politik und Zivilgesellschaft. Darüber hinaus verfasst sie Klagen, die sich mit grundlegenden Fragen des Umwelt- und Klimaschutzrechts befassen. Die Stiftung würdigt damit die Bedeutung rechtlicher Instrumente für die Durchsetzung umweltpolitischer Ziele.
„Der Umwelt zu ihrem Recht zu verhelfen: Dieses Motiv zieht sich durch Verheyens gesamtes Berufsleben“, erklärte die DBU. Die Formulierung verdeutlicht, weshalb die Juristin für die Auszeichnung ausgewählt wurde. Umwelt- und Klimaschutz hängen nicht allein von technischen Lösungen ab. Auch gesetzliche Regelungen, gerichtliche Entscheidungen und die Frage, welche Verpflichtungen staatliche Stellen oder Unternehmen erfüllen müssen, spielen eine wichtige Rolle. Verheyens Arbeit setzt an diesen rechtlichen Rahmenbedingungen an.
DBU-Generalsekretär Alexander Bonde bezeichnete die beiden Preisträger als „Mutmacher, die zeigen, wie es positiv vorangehen kann“. Zugleich betonte er: „Roda Verheyen und Klaus Vossenkaul verkörpern Haltung, Beharrlichkeit und Innovationskraft mit klarem Kompass beim Umwelt- und Klimaschutz – auch als Standortfaktoren für Unternehmen in Deutschland.“ Mit dieser Einschätzung verbindet die Stiftung den Umweltgedanken ausdrücklich mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Perspektiven. Umwelttechnik kann neue Lösungen für bestehende Herausforderungen schaffen, während rechtliche Arbeit zur Klärung von Verantwortlichkeiten beiträgt.
Der Deutsche Umweltpreis wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit Sitz in Osnabrück verliehen. Die Stiftung geht auf eine Initiative der Bundesregierung zurück und wurde 1990 durch ein Gesetz des Bundestages eingerichtet. Nach eigenen Angaben gehört ihre Auszeichnung zu den höchstdotierten Umweltpreisen Europas. Die diesjährige Ehrung verdeutlicht, wie unterschiedlich die beruflichen Wege sein können, auf denen Menschen zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen. Während Klaus Vossenkaul an technischen Lösungen für eine effizientere Wasserreinigung arbeitet, setzt sich Roda Verheyen für die rechtliche Verankerung und Durchsetzung entsprechender Interessen ein.
Mit der Preisverleihung in Aachen rücken zwei Persönlichkeiten in den Mittelpunkt, deren Tätigkeiten auf unterschiedliche Weise praktische Veränderungen ermöglichen sollen. Die Auszeichnung zeigt, dass Umwelt- und Klimaschutz nicht auf einen einzelnen Wirtschafts- oder Wissenschaftsbereich begrenzt sind. Vielmehr können Ingenieurwesen, Unternehmertum, Recht und Politik zusammenwirken. Welche weiteren Entwicklungen sich aus der öffentlichen Anerkennung der beiden Preisträger ergeben, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass die DBU mit ihrer Entscheidung sowohl technische Innovationskraft als auch langfristiges juristisches Engagement würdigt.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Umweltschutz braucht Erfinder und Menschen, die Verantwortung einfordern
Der Deutsche Umweltpreis 2026 setzt ein wichtiges Zeichen: Fortschritte beim Umwelt- und Klimaschutz entstehen nicht ausschließlich durch politische Beschlüsse. Sie benötigen Menschen, die konkrete Lösungen entwickeln und bestehende Regeln auf ihre Wirksamkeit überprüfen.
Klaus Vossenkaul steht für den technischen Ansatz. Seine Arbeit zeigt, dass Innovationen dort ansetzen können, wo täglich große Mengen Wasser gereinigt werden müssen. Wenn sich Abwasser effizienter und platzsparender behandeln lässt, können davon Umwelt und Betreiber gleichermaßen profitieren.
Roda Verheyen vertritt dagegen den juristischen Weg. Ihr Engagement erinnert daran, dass gesetzlich formulierte Umweltziele auch Fragen der Verantwortung und Durchsetzung aufwerfen. Rechtliche Verfahren können dazu beitragen, solche Fragen verbindlich zu klären.
Beide Ansätze sind unterschiedlich, müssen aber kein Gegensatz sein. Technische Lösungen benötigen geeignete rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Umgekehrt bleiben rechtliche Ziele ohne praktische Umsetzung häufig wirkungslos.
Bemerkenswert ist auch die wirtschaftliche Perspektive, die die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hervorhebt. Umwelttechnik kann ein Innovationsfeld für deutsche Unternehmen sein. Voraussetzung ist allerdings, dass neue Verfahren ihre Leistungsfähigkeit im praktischen Einsatz unter Beweis stellen.
Die Auszeichnung für Vossenkaul und Verheyen macht deutlich, dass Beharrlichkeit in sehr unterschiedlichen Berufen gefragt ist. Umwelt- und Klimaschutz brauchen Menschen, die neue Wege entwickeln, ebenso wie Menschen, die bestehende Verpflichtungen konsequent hinterfragen.
Historischer Hintergrund
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt wurde 1990 durch ein Gesetz des Deutschen Bundestages eingerichtet. Ihr Sitz befindet sich in Osnabrück.
Die Stiftung fördert Projekte und Entwicklungen, die zum Schutz der Umwelt beitragen sollen. Dabei spielt die Verbindung zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen, technischer Innovation und praktischer Anwendung eine wichtige Rolle.
Der Deutsche Umweltpreis gehört zu den bekanntesten Auszeichnungen der Stiftung. Mit ihm werden Menschen geehrt, die sich durch besondere Leistungen im Umwelt- und Klimaschutz hervorgetan haben.
Die Bedeutung technischer Lösungen für die Abwasserreinigung ist eng mit der Entwicklung moderner Umweltstandards verbunden. Kläranlagen müssen unterschiedliche Stoffe aus dem Abwasser entfernen, bevor gereinigtes Wasser wieder in natürliche Gewässer gelangt.
Auch das Umweltrecht hat sich über Jahrzehnte weiterentwickelt. Nationale Gesetze, europäische Vorgaben und gerichtliche Entscheidungen prägen heute zahlreiche Bereiche des Umwelt- und Klimaschutzes.
Die Auszeichnung von Klaus Vossenkaul und Roda Verheyen verbindet damit zwei Entwicklungen: die technische Verbesserung umweltrelevanter Verfahren und die juristische Auseinandersetzung mit Umweltverantwortung.
Zukunftsprognose
Energieeffiziente Technologien für die Abwasserreinigung dürften auch künftig von Interesse sein. Kommunen und Betreiber von Kläranlagen stehen vor der Aufgabe, technische Anforderungen mit wirtschaftlichen und ökologischen Zielen zu verbinden.
Ob und in welchem Umfang sich die von Klaus Vossenkaul entwickelte Membranfiltertechnologie weiter verbreitet, hängt unter anderem von ihrer praktischen Leistungsfähigkeit, den Investitionskosten und den Anforderungen einzelner Anlagen ab.
Im Bereich des Umweltrechts dürfte die Frage nach der Umsetzung bestehender Klimaschutzverpflichtungen weiterhin relevant bleiben. Juristische Verfahren können dabei eine Rolle spielen, ohne politische Entscheidungen oder technische Maßnahmen zu ersetzen.
Die öffentliche Anerkennung durch den Deutschen Umweltpreis könnte die Aufmerksamkeit für beide Arbeitsfelder erhöhen. Konkrete wirtschaftliche Auswirkungen oder neue Projekte werden in der vorliegenden Meldung allerdings nicht angekündigt.
Langfristig wird entscheidend sein, ob technische Innovationen und rechtliche Rahmenbedingungen so zusammenwirken, dass messbare Verbesserungen für Umwelt und Gesellschaft entstehen.
Wer erhält den Deutschen Umweltpreis 2026?
Ausgezeichnet werden der Ingenieur und Unternehmer Klaus Vossenkaul sowie die Hamburger Umweltjuristin Roda Verheyen.
Wie hoch ist der Deutsche Umweltpreis dotiert?
Die Auszeichnung ist im Jahr 2026 mit insgesamt 500.000 Euro dotiert.
Wofür wird Klaus Vossenkaul ausgezeichnet?
Er erhält den Preis für die Weiterentwicklung energieeffizienter und platzsparender Membranfiltertechnologie zur Abwasserreinigung.
Warum wird Roda Verheyen geehrt?
Die DBU würdigt ihren langjährigen juristischen Einsatz für den Umwelt- und Klimaschutz, unter anderem durch Gutachten, Gesetzesinitiativen, Beratung und Klagen.
Wer verleiht den Deutschen Umweltpreis?
Der Preis wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit Sitz in Osnabrück verliehen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier soll die Auszeichnung 2026 in Aachen überreichen.
OZD-Extra – Wie funktioniert die Abwasserreinigung mit Membranfiltern?
In Kläranlagen wird Abwasser in mehreren Schritten behandelt, bevor es wieder in den natürlichen Wasserkreislauf gelangt.
Bei der mechanischen Reinigung werden zunächst größere Bestandteile und absetzbare Stoffe entfernt. Anschließend kommen biologische Verfahren zum Einsatz, bei denen Mikroorganismen organische Verunreinigungen abbauen.
Membranfilter können in solche Reinigungsprozesse integriert werden. Sie bestehen aus Materialien mit sehr feinen Öffnungen, durch die Wasser hindurchtreten kann, während bestimmte Partikel und andere Bestandteile zurückgehalten werden.
Welche Stoffe ein Membranfilter abtrennen kann, hängt unter anderem von der Membranart und der Größe ihrer Poren ab.
Ein Vorteil geeigneter Membransysteme kann darin bestehen, dass sie für bestimmte Reinigungsaufgaben weniger Platz benötigen als herkömmliche Verfahren. Auch der Energiebedarf kann durch technische Verbesserungen beeinflusst werden.
Allerdings benötigen Membrananlagen selbst Energie für ihren Betrieb. Zudem müssen die Filter regelmäßig gereinigt und gewartet werden, damit ihre Leistungsfähigkeit erhalten bleibt.
Die von Klaus Vossenkaul weiterentwickelte Technologie soll nach Angaben der Deutschen Bundesstiftung Umwelt besonders energieeffizient und platzsparend sein.
Gerade in dicht bebauten Städten können kompakte Anlagen von Interesse sein, wenn bestehende Kläranlagen modernisiert oder erweitert werden müssen.
Die Entwicklung zeigt, dass Umweltschutz nicht nur durch einen geringeren Verbrauch von Ressourcen erreicht werden kann. Auch die Verbesserung bestehender technischer Prozesse kann dazu beitragen, Wasser effizienter zu reinigen und natürliche Gewässer zu schützen.
Gewinnspiel
In welchem Bereich hat der Umweltpreisträger Klaus Vossenkaul eine innovative Technologie entwickelt?
A: Solarstromspeicherung
B: Abwasserreinigung mit Membranfiltern
C: Windkraftanlagen
D: Elektromobilität
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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.