Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de
Diesen Artikel teilen

Drohnenangriff trifft Schiffe vor Bulgariens Küste

Zwei Handelsschiffe werden vor Bulgariens Küste im Schwarzen Meer von Drohnen getroffen. Ein Schiff sinkt, die Crew bleibt vermisst.

Fakten im Überblick

Zwei Handelsschiffe werden im Schwarzen Meer vor Bulgariens Küste von Drohnen getroffen.

Das Schiff Alfa Watan sinkt, von der Crew fehlt jede Spur. Die Crew der Able wird gerettet.

Bulgarien spricht von einem eklatanten Verstoß gegen das Seerecht.

Im Schwarzen Meer wurden in der Nacht zum Dienstag etwa 112 Kilometer östlich der bulgarischen Küstenstadt Byala zwei Handelsschiffe durch Drohnen angegriffen. Eines der Schiffe sank, die Besatzung gilt als vermisst. Ministerpräsident Rumen Radew nannte den Angriff einen "absolut inakzeptablen" Vorfall. Auf dem zweiten Schiff brach ein Feuer aus, doch die Crew konnte in Sicherheit gebracht werden. Die bulgarische Fähre "Dioskuria" und ein Schnellboot der Marine eilten zur Unglücksstelle, fanden aber nur leere Rettungsinseln und Rettungswesten. Eine großangelegte Suche nach den vermissten Seeleuten wurde eingeleitet, genaue Zahlen nannte Radew nicht.

Beim gesunkenen Schiff handelt es sich um die "Alfa Watan" unter togolesischer Flagge. Das zweite Schiff, die "Able" unter der Flagge Palaus, hatte Weizen geladen und fuhr Richtung Süden. Dessen 18 Besatzungsmitglieder, darunter elf Türken und sieben Inder, wurden gerettet, zwei davon verletzt. Ministerpräsident Radew sprach von einem "eklatanten Verstoß gegen das Seerecht und allgemein gegen die Regeln der Schifffahrt". Das dramatische Geschehen reiht sich ein in eine Serie von Angriffen auf Schiffe im Schwarzen Meer seit Beginn des Ukraine-Kriegs.

Einen Tag zuvor ereignete sich ein weiterer Drohnenangriff auf das Frachtschiff "Royad Mammadow" vor der Küste Rumäniens. Dabei wurde ein Kapitän getötet und ein weiteres Besatzungsmitglied vermisst, beide aus Aserbaidschan. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte russische Drohnen für diesen Angriff verantwortlich. Nach Angaben der türkischen Handelskammer für Seefahrt wurden seit Beginn des Krieges 226 zivile und Handelsschiffe im Schwarzen Meer angegriffen, die meisten davon in diesem Jahr.

Ministerpräsident Radew erklärte: "Wir sehen, dass der Krieg sich verschärft". Weiter betonte er: "Alle Regeln des Völkerrechts werden inzwischen missachtet und zivile Schiffe angegriffen." Die Situation im Schwarzen Meer erschwert den Seehandel erheblich und erhöht das Risiko für Seeleute.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Der Schutz für Zivilschiffe im Schwarzen Meer schwindet

Die fortdauernden Angriffe auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer zeigen, wie bedrohlich die Lage für Besatzungen und den internationalen Handel geworden ist. Wenn nach Einschätzung von Ministerpräsident Radew bereits ein "eklatanten Verstoß gegen das Seerecht und allgemein gegen die Regeln der Schifffahrt" vorliege und zivile Schiffe gezielt attackiert werden, tritt das geltende Recht hinter den Eskalationen des Konflikts zurück. Die internationale Gemeinschaft steht in der Verantwortung, die Seewege zu schützen und für die Sicherheit der Seeleute einzutreten. Bleibt diese Trendwende aus, muss mit weiteren Angriffen und einer Verschärfung der Lage gerechnet werden.

Historischer Hintergrund

Seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs ist das Schwarze Meer immer wieder Schauplatz von Drohnenangriffen auf zivile und Handelsschiffe. Betroffen sind sowohl Schiffe unter europäischen als auch unter internationalen Flaggen. Die Häufung solcher Vorfälle zeigt die wachsende Unsicherheit im gesamten Schwarzmeerraum.

Zukunftsprognose

Weitere Drohnenangriffe könnten den internationalen Handel durch das Schwarze Meer nachhaltig beeinträchtigen. Versicherungsprämien könnten steigen und Transportwege sich ändern. Politisch könnte sich der Druck auf internationale Akteure erhöhen, gemeinsame Lösungen zum Schutz der Zivilschifffahrt zu entwickeln. Für Seeleute und ihre Familien steigt die Unsicherheit, und neue Vorfälle könnten weitere Maßnahmen und internationale Reaktionen zur Folge haben.

Erklärungen

Was ist die Alfa Watan?

Die Alfa Watan ist ein unter togolesischer Flagge fahrendes Handelsschiff, das vor Bulgarien nach einem Drohnenangriff gesunken ist.

Was ist die Able?

Die Able ist ein unter der Flagge von Palau fahrendes Handelsschiff. Beim Angriff geriet sie in Brand, ihre gesamte Crew konnte aber gerettet werden.

OZD-Extras

Nach Angaben der türkischen Handelskammer für Seefahrt wurden seit Beginn des Ukraine-Kriegs 226 zivile und Handelsschiffe im Schwarzen Meer angegriffen. Diese Serie von Vorfällen könnte sich auf weltweite Versicherungsmärkte und Handelsrouten auswirken. Über konkrete Effekte auf die Rohstoffpreise liegen bisher keine gesicherten Zahlen vor.

Gewinnspiel

Wie heißt das im Schwarzen Meer gesunkene Handelsschiff?

A) Alfa Watan

B) Dioskuria

C) Able

D) Royad Mammadow

Zum Gewinnspiel

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.