Fakten im Überblick
Der DFB wird Gianni Infantino bei der FIFA-Präsidentenwahl 2027 nicht unterstützen.
DFB-Chef Neuendorf fordert einen Gegenkandidaten für die Wahl in Rabat.
Die Frist für die Nominierung eines Gegenkandidaten endet am 18. November.
Im Machtkampf um die FIFA-Spitze vollzieht der Deutsche Fußball-Bund einen Bruch mit Gianni Infantino. Wie DFB-Präsident Bernd Neuendorf bekanntgab, wird der Verband den amtierenden FIFA-Präsidenten bei der Wahl 2027 nicht mehr unterstützen. Neuendorf sprach in einem Interview mit dem Tagesspiegel von massiver Vertrauenskrise: Infantino sei „nicht mehr tragbar“, habe dem „Fußball sehr geschadet“ und im DFB herrsche Einigkeit, Infantino habe „jegliches Vertrauen verspielt“, man müsse ihn „vom Platz stellen“. Damit bezieht der DFB offen Position gegen den Schweizer und setzt auf einen Neuanfang an der Weltverbandsspitze.
Am Donnerstag beraten die Chefs der europäischen Verbände in Berlin über das weitere Vorgehen im FIFA-internen Machtkampf. DFB-Chef Neuendorf plädierte öffentlich für die Aufstellung eines Gegenkandidaten zur Wahl im März 2027 in Rabat, Marokko. Nach seinen Worten müsse der Herausforderer nicht zwingend aus Europa stammen, auch eine Alternative aus einer anderen Konföderation sei möglich. Die Frist für eine Kandidatur läuft noch bis zum 18. November.
Neuendorf betonte, unter Infantino habe sich an der FIFA-Spitze eine Kultur entwickelt, „die eines grundlegenden Wandels bedarf“. Nach dem „Fall Balogun“ habe der DFB einen Kurswechsel eingeschlagen. Schon vor dem gescheiterten WM-Investorendeal, der den FIFA-Präsidenten unter Druck gesetzt hatte, hatte der deutsche Verband darauf verzichtet, ein offizielles Unterstützerschreiben für die Wiederwahl zu verfassen. Weitere Schritte werden im DFB-Präsidium beraten. Neuendorf sagte deutlich: „Wir können aber nicht den Bock zum Gärtner machen. Es kann nicht sein, dass derjenige, der die heutigen Zustände zu verantworten hat, den dringend nötigen Reformprozess steuert.“
Die Europäische Fußball-Union (UEFA), die asiatische AFC sowie die nord- und mittelamerikanische und karibische CONCACAF stehen ebenfalls in Opposition zu Infantino, wobei nicht alle Mitglieder dieser Verbände den Kurs mittragen. Infantino selbst zeigte sich zuletzt reformbereit und versprach Auszahlungen aus den FIFA-Reserven an die Mitgliedsverbände.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – DFB fordert echten Wechsel an der FIFA-Spitze
Der DFB bringt mit seinen Aussagen Bewegung in die FIFA-Präsidentenwahl. Die Forderung, Infantino „vom Platz stellen“ zu müssen, unterstreicht die Tiefe des Zerwürfnisses. Deutlich wird jedoch auch das Dilemma: Eine Alternative zu präsentieren, ist leichter gefordert als umgesetzt, denn einvernehmliche Geschlossenheit der Verbände ist nicht gesichert. Dennoch ist das Signal aus Deutschland klar. Es steht eine Richtungsentscheidung an, die für viele überfällig erscheint. Die Prognose: Ob tatsächlicher Wandel gelingt, hängt am Ausgang der nächsten Monate, doch der Druck auf Infantino wächst spürbar.
Historischer Hintergrund
Die Kritik des DFB an der FIFA wurde durch Entwicklungen rund um den sogenannten „Fall Balogun“ und das geplatzte WM-Investorenmodell öffentlich sichtbarer. Der bestehende Vertrauensverlust spiegelt sich nun erstmals so deutlich in der offenen Ablehnung einer Wiederwahl Infantinos wider. Die FIFA-Präsidentenwahl 2027 findet in Rabat, Marokko, statt. Zuletzt haben sich große Kontinentalverbände mit kritischen Positionen zur Präsidentschaft gezeigt.
Zukunftsprognose
Die kommenden Wochen könnten über Bündnisse zugunsten eines Gegenkandidaten entscheiden. Ein erfolgversprechender Bewerber hätte Potenzial, Reformen in den Weltfußball zu bringen. Findet sich jedoch keine Einigung, könnte Infantino seine Position erneut behaupten. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Änderungen bleiben ungewiss, der internationale Druck zur Veränderung am FIFA-Spitzenamt dürfte weiter steigen. Die Entwicklung bleibt offen.
Erklärungen
Was ist die FIFA-Präsidentenwahl
Die FIFA-Präsidentenwahl bestimmt den Präsidenten des Weltfußballverbands. Die Wahl 2027 wird in Rabat, Marokko, durchgeführt.
Wer ist Gianni Infantino
Gianni Infantino ist FIFA-Präsident, seit er 2016 gewählt wurde. Er war zuvor Generalsekretär der UEFA und ist international umstritten.
OZD-Extras
Vor dem gescheiterten WM-Investorendeal hatte der DFB ein Unterstützerschreiben für Infantino bereits verweigert. Auswirkungen auf Börsen, Aktien oder Währungen sind aus dem Vorgang bisher nicht bekannt.
Gewinnspiel
In welchem Land findet die FIFA-Präsidentenwahl 2027 statt?
A) Marokko
B) Deutschland
C) Schweiz
D) Katar
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.