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Watzke pocht auf klare DFB Haltung gegenüber Infantino

Der DFB verschärft seine Kritik an FIFA-Präsident Infantino. Watzke und Neuendorf fordern klare Konsequenzen und einen Kurswechsel im Weltfußball.

Fakten im Überblick

Der DFB kritisiert erneut das Verhalten von FIFA-Präsident Infantino.

UEFA-Vertreter beraten in Berlin über das weitere Vorgehen im Machtkampf.

Eine Gegenkandidatur Infantinos für den FIFA-Kongress 2027 bleibt unklar.

Im Streit um die Zukunft des internationalen Fußballs pocht der Deutsche Fußball-Bund vor dem UEFA-Treffen in Berlin deutlicher denn je auf eine klare Position gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino. Hans-Joachim Watzke, DFB-Vize und Ligapräsident, machte kurz vor Beginn der Gespräche kein Hehl aus dem Unmut über das Verhalten des Schweizers. "Ich bin kein Papagei, ich habe es die letzten Wochen oft genug gesagt", erklärte Watzke und sprach von "so viele Fehler passiert, vom Friedenspreis über das Balogun-Thema bis hin zu der Investorengeschichte als Gipfel". Er unterstrich: "Wir haben eine klare Meinung als DFB." Der deutsche Verband sieht Infantino "nicht mehr tragbar" und wirft ihm vor, dem "Fußball sehr geschadet" zu haben.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf brachte zudem einen unabhängigen Gegenkandidaten ins Gespräch. Dieser müsse laut Neuendorf nicht zwangsläufig aus Europa kommen. Im Verband herrsche Einigkeit: Infantino habe "jegliches Vertrauen verspielt" und man müsse ihn "vom Platz stellen". Während im Berliner Nobelhotel am Potsdamer Platz die Chefs der europäischen Fußballverbände über die weitere Strategie berieten, galt es als wenig wahrscheinlich, dass direkt ein Gegenkandidat für die Weltpräsidentschaft aufgestellt wird. Die Frist für eine Nominierung läuft noch bis 18. November, der FIFA-Kongress findet im März 2027 in Rabat statt.

Infantino sieht sich erstmals massiver und breiter Kritik ausgesetzt, nachdem sein umstrittenes Investorenvorhaben gescheitert war. Er signalisierte Reformbereitschaft und stellte beispielsweise Auszahlungen aus den FIFA-Reserven in Aussicht, um Rivalen im Zaum zu halten. Dennoch bleiben viele Kontinentalverbände uneins. Wichtige Stimmen aus Europa, Asien sowie Nord- und Mittelamerika wirken nicht geschlossen, auch weil Einzelverbände wie Aserbaidschan und Lettland Infantino unterstützen. Zuletzt positionierte sich sogar der Chef der asiatischen Föderation, Salman bin Ibrahim Al Khalifa, wieder näher zu Infantino – er warb in einem Brief für eine interne Arbeitsgruppe, um "konstruktiv zu prüfen, ob die bestehenden Governance-Strukturen der FIFA gestärkt werden können". Der arabische Verband UAFA, darunter die einflussreichen Verbände aus Katar und Saudi-Arabien, stellte sich ebenfalls hinter Infantino. In Europa empfing jüngst auch Prag den umstrittenen FIFA-Chef und zeigte sich offen für Dialog. So sendet das Treffen in Berlin vor allem ein Signal – doch die künftige Besetzung der FIFA-Spitze bleibt offen.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – DFB muss internationale Geschlossenheit suchen

Die Wortwahl des DFB zeigt, wie gravierend der Vertrauensverlust gegenüber Infantino inzwischen ist. Begriffe wie "nicht mehr tragbar" und "jegliches Vertrauen verspielt" unterstreichen, dass es um mehr als Einzelinteressen geht. Dennoch offenbart die Suche nach einem Gegenkandidaten die Schwäche Europas: Es fehlt die Einigkeit innerhalb der kontinentalen Verbände, dazu gesellen sich abweichende nationale Interessen, wie etwa die Annäherungen aus Asien und einigen europäischen Ländern. Wenn es dem DFB und Gleichgesinnten ernst damit ist, einen Kurswechsel durchzusetzen, muss die Diplomatie für internationale Allianzen klug genutzt werden. Denn ein starker Gegenkandidat hat nur dann Chancen, wenn auch außerhalb Europas Unterstützung gesichert ist. Wahrscheinlicher ist aktuell jedoch, dass Infantino seine Ausgangslage vorerst behaupten kann – es sei denn, die Opposition findet einen Weg zu geschlossener internationaler Zusammenarbeit.

Historischer Hintergrund

Der Machtkampf um die FIFA-Spitze hat sich zuletzt zugespitzt, seit Gianni Infantino nach dem gescheiterten Investorenvorhaben in der Kritik steht. Bereits zuvor gab es wiederholt Vorwürfe gegenüber seiner Amtsführung. Die formelle Wahl des FIFA-Präsidenten steht 2027 im marokkanischen Rabat an – bis dahin müssen mögliche Gegenkandidaturen angemeldet werden. Europa, Asien und Nordamerika haben ihre Kritik zuletzt verstärkt, sind aber intern gespalten. Der DFB zählt inzwischen zu den lautesten Kritikern Infantinos.

Zukunftsprognose

Bleibt Infantinos internationale Unterstützung stabil, dürfte er auch ohne europäische Zustimmung weiter FIFA-Präsident bleiben. Findet die europäische Opposition jedoch geeinte Partner vor allem in anderen Kontinentalverbänden, könnten Forderungen nach einer transparenten Reform neuen Auftrieb erhalten. Politisch entsteht so Druck auf die FIFA, tatsächliche Verbesserungen in der Führung voranzubringen. Wirtschaftlich und gesellschaftlich steht die Integrität des Weltfußballs auf dem Spiel. Mit Blick auf die internationale Wahrnehmung hängt die Legitimation der FIFA künftig stärker denn je von inneren Reformen und klarer Governance ab.

Erklärungen

Was ist die FIFA?

Die FIFA ist der internationale Weltfußballverband und für die Organisation und Regelung des globalen Fußballs zuständig. Sie richtet unter anderem die Fußball-Weltmeisterschaft aus.

OZD-Extras

Mit Blick auf die Märkte könnten FIFA-Diskussionen Einfluss auf die Entwicklung internationaler Fußball-Aktien oder Sponsoringverträge nehmen, konkrete Kursreaktionen sind aktuell aber nicht erkennbar. Ein ungewöhnlicher Aspekt: Die Frist für neue Kandidaturen läuft bereits viele Monate vor der offiziellen Wahl ab, was der Opposition wenig Zeit für Konsens gibt.

Gewinnspiel

Wer ist derzeit Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB)?

A) Hans-Joachim Watzke

B) Bernd Neuendorf

C) Gianni Infantino

D) Salman bin Ibrahim Al Khalifa

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.