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FIFA Präsidentschaft UEFA drängt auf Reform und neuen Kurs

Die UEFA einigt sich auf Reformen für die FIFA und will eine glaubwürdige Alternative zu Präsident Infantino finden. Es geht um Vertrauen und Erneuerung.

Fakten im Überblick

Die UEFA-Mitgliedsverbände unterstützen fast einstimmig ein Reformpaket für die FIFA.

Für die FIFA-Präsidentenwahl 2027 wird von der UEFA offen eine Alternative zu Gianni Infantino gefordert.

Die Vorschläge thematisieren unter anderem Governance, Transparenz und Verteilung von Geldern.

Der Streit um die Zukunft der FIFA spitzt sich weiter zu. Beim sogenannten "Anti-Infantino-Gipfels" in Berlin haben sich die 55 Mitgliedsverbände der UEFA fast geschlossen hinter eine Reformagenda gestellt, um den internationalen Fußballverband grundlegend zu verändern. Nur Aserbaidschan enthielt sich, ansonsten zeigte sich ungewöhnliche Geschlossenheit. Für die FIFA-Präsidentenwahl im März 2027 in Rabat drängt die europäische Fußball-Union darauf, Amtsinhaber Gianni Infantino mit einer glaubwürdigen Alternative herauszufordern. "Die Person an der Spitze, die in besonderer Weise dafür steht, wie die FIFA sich heute darstellt, muss abgelöst werden", betonte DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Er fügte hinzu: "Ich persönlich, aber das war heute, glaube ich, die Mehrheitsmeinung, bin nicht überzeugt, dass es mit dieser Führung der FIFA zu einem glaubhaften Reformprozess kommen kann."

Kern der Beratungen in Berlin war ein Reformpaket, das sich auf institutionelle Governance, Entscheidungsfindung, Kontrolle und Rechenschaftspflicht sowie die Verteilung der FIFA-Gelder konzentriert. Die UEFA skizzierte eine FIFA, "die dem Fußball hilft und ihm nicht schadet". Konkrete Personalvorschläge blieben zunächst aus. Aleksander Ceferin, Präsident der UEFA, und Nasser Al-Khelaifi, Präsident von Paris Saint-Germain, lehnten eine eigene Kandidatur ab. Stattdessen werden Namen wie Victor Montagliani vom CONCACAF-Verband oder Salman bin Ibrahim Al Khalifa, Chef der asiatischen Konföderation, gehandelt. Doch Letzterer näherte sich jüngst wieder Infantino an.

Die Frist für die Nominierung eines Gegenkandidaten läuft am 18. November. Spätestens am 17. November will die UEFA erneut beraten. Die Nationalverbände erklärten abermals ihr Misstrauen gegenüber der aktuellen FIFA-Spitze. "Die Nationalverbände bekräftigten, dass sie das Vertrauen in die derzeitige FIFA-Führung verloren haben. Institutionelle Reformen allein würden nicht ausreichen", hieß es in der offiziellen Mitteilung. "Die FIFA braucht auch eine neue Führung: eine respektierte und verbindende Persönlichkeit mit tiefen Wurzeln im Fußball, der Vision und Erfahrung zur Führung der Organisation, der Fähigkeit, Vertrauen über die verschiedenen Regionen hinweg zu schaffen, sowie einem eindeutigen Bekenntnis zu Entwicklung, Reform, Integrität und Unabhängigkeit."

Infantino war nach dem Scheitern seines Investorenvorhabens und angesichts des wachsenden Drucks zu Reformen gezwungen, eigene Reformbereitschaft und finanzielle Zusagen aus der FIFA-Reserve zu bekräftigen. Dennoch ist klar: Die vollständige Unterstützung aller Kontinentalverbände kann die UEFA auch für ihren Reformweg nicht gewinnen. Der Machtkampf bleibt offen und die Suche nach einer überzeugenden Führungsfigur für die FIFA geht weiter.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Europa fordert Glaubwürdigkeit und einen Neuanfang

Die UEFA bringt mit ihrer Reformoffensive Schwung in den festgefahrenen Machtkampf rund um die FIFA-Spitze. Dass einzelne Kandidaten sich bisher nicht zur Wahl stellen, ist angesichts der Misstrauenswelle gegenüber Präsident Infantino kaum überraschend. Die klaren Worte von DFB-Präsident Neuendorf machen deutlich, wie brüchig die Beziehung der europäischen Verbände zur FIFA geworden ist. Allein mit institutionellen Reformen lässt sich Vertrauen nicht zurückgewinnen, wenn an der Spitze der Organisation weiterhin ein Symbol für Altlasten und einen Mangel an Transparenz steht. Fußball braucht jetzt verbindliche Persönlichkeiten, die für Entwicklung, Integrität und Dialog stehen, statt für interne Machtspiele und Abgrenzung. Die Herausforderung bleibt: Kann die UEFA eine Figur finden, die in der zerstrittenen Fußballwelt wirklich Mehrheiten hinter sich bringt? Das bleibt ein Wagnis, aber ohne einen echten Neuanfang werden Reformen im Weltfußball wohl Stückwerk bleiben.

Historischer Hintergrund

Die Forderung nach einer grundlegenden Reform der FIFA ist nicht neu. In den vergangenen Jahren wurden mehrfach Skandale und Korruptionsvorwürfe gegen hohe Funktionäre des Weltverbandes laut, was die Rufe nach mehr Transparenz und guter Führung verstärkt hat. Insbesondere die europäischen und amerikanischen Verbände zählen seit langem zu den Kritikern des Präsidialsystems in der FIFA. Das jüngste Treffen in Berlin knüpft an eine Tradition regionaler Pakte an, deren Ziel es ist, Einfluss auf den Weltfußball und dessen Steuerungsmechanismen zu gewinnen.

Zukunftsprognose

Die aktuelle Initiative der UEFA kann den FIFA-Machtkampf 2027 entscheidend prägen. Politisch könnte die Drohung mit einer eigenen Alternative zu Infantino das Kräfteverhältnis zwischen den Konföderationen verschieben. Wirtschaftlich sind umfangreiche Reformen denkbar, die etwa die Verteilung der FIFA-Erlöse transparenter machen könnten. Gesellschaftlich wird deutlich, dass die Glaubwürdigkeit internationaler Sportverbände zunehmend in den Fokus öffentlicher Debatten rückt. Sollte es der UEFA gelingen, einen anerkannten Gegenkandidaten zu präsentieren, wäre das Signal für einen Neuanfang im Weltfußball klar. Andernfalls bleibt zu befürchten, dass die bestehenden Machtstrukturen bestehen und echte Reformen verzögert werden.

Erklärungen

Was ist der FIFA-Präsidentenwahlkampf?

Die Wahl zum FIFA-Präsidenten ist das weltweit wichtigste Abstimmungsverfahren im internationalen Fußball. Sie entscheidet, wer den mächtigen Weltverband FIFA leitet. Der Wahlkampf ist geprägt von strategischen Allianzen, Reformversprechen und politischen Auseinandersetzungen zwischen den Mitgliedsverbänden.

Wer ist Gianni Infantino?

Gianni Infantino ist seit 2016 Präsident der FIFA. Unter seiner Führung wurden verschiedene Reformen angestoßen, er steht aber zunehmend in der Kritik.

OZD-Extras

Ein fast einstimmiges Votum von 54 der 55 UEFA-Mitgliedsverbände für die Reformen unterstreicht die besondere Geschlossenheit der eigentlich oft zerstrittenen europäischen Fußballverbände.

Sollten größere Umwälzungen bei der FIFA umgesetzt werden, könnte dies mittel- und langfristig auch Einfluss auf die Verteilung lukrativer Übertragungsrechte und Sponsorenverträge nehmen. Konkrete Auswirkungen auf Börsen oder Währungen sind aktuell nicht ersichtlich.

Gewinnspiel

Wer ist aktuell Präsident der FIFA?

A) Gianni Infantino

B) Aleksander Ceferin

C) Nasser Al-Khelaifi

D) Victor Montagliani

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.