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Todeskandidatin Christa Pike überlebt Hinrichtung

Die US-Todeskandidatin Christa Pike kann nach ihrer fehlgeschlagenen Hinrichtung wieder laufen. Ärzte sorgen sich um mögliche Folgeschäden.

Fakten im Überblick

Die Hinrichtung von Christa Pike mit Pentobarbital scheiterte.

Sie kann wieder laufen, ist aber noch "etwas benommen".

Pike war 1995 wegen Mordes zum Tode verurteilt worden.

Die US-Todeskandidatin Christa Pike sorgt nach ihrem Fehlversuch einer Hinrichtung für Aufsehen im US-Bundesstaat Tennessee, denn sie kann gut eine Woche danach bereits wieder eigenständig laufen. Ihr Anwalt Stephen Ferrell berichtete am Donnerstag der BBC, dass sie sich auf den Beinen halte und in ihrem Krankenhauszimmer herumspaziere. Ihren Kollegen zufolge gehe es ihr aber noch nicht vollständig gut, denn sie wirke "etwas benommen" und verliere gelegentlich das Ziel ihrer Wege aus den Augen.

Ferrell betonte, dass aktuell nicht absehbar sei, ob Pike bleibende Schäden davontragen werde. "Es könnte bleibende Schäden geben. Das wissen wir noch nicht", sagte der Jurist. Pike, die bereits 1995 im Alter von 18 Jahren wegen Mordes an ihrer 19-jährigen Klassenkameradin Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden war, überlebte vor rund einer Woche in Nashville zwei Injektionen des normalerweise tödlichen Präparats Pentobarbital. Im Anschluss wurde sie in eine Klinik gebracht und musste künstlich beatmet werden. Bevor die Ärztinnen und Ärzte Pike aufgrund eines vermuteten Hirntods von den lebenserhaltenden Geräten entfernen wollten, kam sie am Dienstag plötzlich wieder zu Bewusstsein und konnte sprechen.

Pikes Anwälte weisen seit Langem darauf hin, dass sie während der Tat noch sehr jung gewesen sei und im Vorfeld als Opfer von sexuellem Missbrauch psychische Probleme entwickelt habe.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Ein Drama bleibt ein Skandal

Der gescheiterte Hinrichtungsversuch an Christa Pike ist ein Drama, das tief an der Glaubwürdigkeit des US-Justizsystems kratzt. Wenn eine verurteilte Mörderin zwei Injektionen eines tödlichen Mittels übersteht und nur durch Zufall wieder ins Leben zurückkehrt, stellt das die Menschlichkeit und Professionalität der beteiligten Behörden massiv infrage. Niemand kann an einem System festhalten, das solche Fehler hervorbringt, und in dem Ungewissheit und mögliche Langzeitschäden für die Betroffene nun noch zuweilen die medizinischen Folgen unüberschaubar machen. Solange in den USA die Todesstrafe existiert, bleibt sie ein Pulverfass – voll mit menschlichem Leid, Versagen und Unsicherheit. Es ist realistisch, dass die Debatte um die Rechtmäßigkeit und Durchführung tödlicher Strafen nach dem Fall Pike wieder an Fahrt gewinnen wird.

Historischer Hintergrund

Christa Pike wurde 1995 wegen Mordes an ihrer Klassenkameradin Colleen Slemmer zum Tode verurteilt. Das Urteil sorgte bereits damals für mediale Aufmerksamkeit, weil Pike erst 18 Jahre alt war. Seitdem kämpfen ihre Anwälte um mildernde Umstände, da sie als Opfer von sexuellem Missbrauch und psychischen Problemen galt. Tennessee zählt zu den US-Bundesstaaten, die weiterhin Todesurteile vollstrecken. Fälle fehlgeschlagener Hinrichtungen haben in den USA immer wieder Diskussionen über die Menschlichkeit dieser Praxis ausgelöst.

Zukunftsprognose

Der Fall wird die politische und gesellschaftliche Debatte über die Todesstrafe in Tennessee und den USA insgesamt wohl weiter anheizen. Medizinisch bleibt unklar, ob Christa Pike dauerhafte Schäden davonträgt, weswegen eine erneute Hinrichtung vorerst unwahrscheinlich erscheint. International wird das Vorgehen erneut Kritik an der Todesstrafenpraxis und den verwendeten Methoden in den Vereinigten Staaten auslösen.

Erklärungen

Was ist eine tödliche Injektion

Die tödliche Injektion ist in den meisten US-Bundesstaaten die gängige Methode zur Vollstreckung der Todesstrafe. Es werden dabei Mittel wie Pentobarbital verabreicht, die das Bewusstsein und die Atmung lahmlegen und zum Tod führen sollen.

OZD-Extras

Bei Fehlversuchen von Hinrichtungen, wie im Fall Pike, häufen sich in den USA Forderungen nach einer weiteren Überprüfung der eingesetzten Medikamente und Methoden. Die Börsenkurse der Hersteller entsprechender Präparate werden von Einzelfällen wie diesem meist nicht beeinflusst, da es sich um seltene Ereignisse mit begrenztem finanziellen Einfluss handelt.

Gewinnspiel

Mit welchem Mittel sollte die Hinrichtung von Christa Pike vollzogen werden?

A) Pentobarbital

B) Insulin

C) Morphin

D) Lidocain

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.