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Moschee im Westjordanland nach Brand schwer beschädigt

Im Westjordanland wurde eine Moschee bei einem Brandanschlag schwer beschädigt. Siedler hinterließen Parolen, die Gemeinde ist tief erschüttert.

Fakten im Überblick

In Mikhmas im Westjordanland wurde eine Moschee in Brand gesetzt.

Unbekannte sprühten hebräische Parolen an die Moschee.

Die israelische Armee ermittelt, Verdächtige sind noch nicht bekannt.

In der Nacht zum Mittwoch hat ein Brandanschlag in der palästinensischen Ortschaft Mikhmas im besetzten Westjordanland für Entsetzen gesorgt. Ein örtlicher Anwohner berichtete, er habe kurz nach Mitternacht das Geräusch von zersplitterndem Glas gehört und sei zur nahegelegenen Moschee geeilt. Bereits beim Eintreffen habe das Gebäude in Flammen gestanden, wie Atta Kanaan schilderte. „Das Feuer loderte heftig und wir riefen die Feuerwehr“, berichtete er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Gemeinsam mit anderen gelang es ihm, mithilfe von Feuerlöschern den Brand einzudämmen, bevor die Flammen das gesamte Gotteshaus zerstören konnten.

Videoaufnahmen der AFP zeigen die schwer beschädigte Moschee mit verbrannten Teppichen und verrußten Wänden. Unbekannte hatten auf die Außenwände zudem Parolen in hebräischer Sprache gesprüht. Die israelische Armee teilte auf Anfrage mit, sie habe nach Berichten über Vandalismus und Brandstiftung Soldaten nach Mikhmas entsandt. Eine Ermittlung sei eingeleitet worden, bislang konnten jedoch keine Verdächtigen identifiziert werden. Die Situation in Mikhmas ist angespannt, da die Ortschaft an mehrere israelische Siedlungsaußenposten grenzt und es laut Aussagen von Bewohnern bereits in den vergangenen Monaten wiederholt zu Übergriffen aus diesen Siedlungen gekommen ist. Die Gemeinde organisiert aus Angst Nachtwachen, um weitere Angriffe zu verhindern.

Im Westjordanland leben derzeit mehr als 500.000 israelische Siedler neben rund drei Millionen Palästinensern. Übergriffe unterschiedlichster Art gehören zum Alltag: Sie reichen von Sachbeschädigungen und Vandalismus an Gotteshäusern, Wohnungen und Gebäuden über Land- und Erntediebstahl bis zu direkter Gewalt. Nach internationalem Recht gelten die israelischen Siedlungen als illegal.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Moschee als Ziel – eine gefährliche Eskalation

Der Brandanschlag auf die Moschee in Mikhmas steht symbolhaft für die anhaltende Eskalation im Westjordanland. Wenn ausgerechnet Gotteshäuser in den Fokus von Hass und Gewalt geraten, verliert die Gesellschaft ein Stück ihrer moralischen Grundlage. Das Anschmieren hebräischer Parolen an die Wände verstärkt die tiefe politische und religiöse Dimension des Angriffs. Die Unsicherheit der palästinensischen Bevölkerung zeigt sich nicht zuletzt darin, dass Nachtwachen organisiert werden. Ohne konsequente Aufklärung und ein Ende der Straflosigkeit drohen die Fronten weiter zu verhärten. Sollte in den kommenden Wochen keine deutliche Reaktion der Behörden erfolgen, ist leider kaum mit einer Beruhigung der Lage zu rechnen.

Historischer Hintergrund

Das Westjordanland ist seit 1967 von Israel besetzt, seither wächst die Zahl israelischer Siedlungen. Mikhmas liegt zwischen Ramallah und Jerusalem, direkt angrenzend an mehrere Siedlungsaußenposten. In den letzten Monaten kam es aus diesen Gebieten verstärkt zu Übergriffen auf palästinensische Gemeinden. Übergriffe auf Gotteshäuser sind ein Indikator für die tiefe Spaltung zwischen den Gemeinschaften. Die internationale Gemeinschaft betrachtet die israelischen Siedlungen im Westjordanland als völkerrechtswidrig.

Zukunftsprognose

Experten erwarten, dass sich die politische Spannung im Westjordanland weiter steigern könnte, wenn Übergriffe wie in Mikhmas nicht schnell und wirksam verfolgt werden. Gesellschaftlich könnten weitere ähnliche Vorfälle das Misstrauen beider Seiten vertiefen und zu erhöhten Spannungen in der gesamten Region führen. International wächst der Druck auf Israel, seine Siedlungspolitik und den Schutz palästinensischer Gemeinden zu überdenken. Eine unmittelbare Entspannung der Lage bleibt dennoch vorerst fraglich.

Erklärungen

Was ist das Westjordanland?

Das Westjordanland ist ein Gebiet im Nahen Osten, das seit dem Sechstagekrieg 1967 von Israel besetzt gehalten wird. Es gilt als eines der Kerngebiete des israelisch-palästinensischen Konflikts. Rund drei Millionen Palästinenser und etwa eine halbe Million israelische Siedler leben dort.

Was sind israelische Siedlungsaußenposten?

Israels Siedlungsaußenposten im Westjordanland sind meist kleinere, nicht offiziell genehmigte Siedlungen, die oft im Grenzgebiet zu palästinensischen Ortschaften liegen und für besondere Spannungen sorgen. Nach internationalem Recht gelten sie, wie auch andere israelische Siedlungen im Westjordanland, als illegal.

OZD-Extras

Der Vorfall in Mikhmas ist Teil einer seit Monaten anhaltenden Welle ähnlicher Übergriffe auf palästinensische Dörfer und religiöse Stätten.

Kurzfristige Auswirkungen auf internationale Börsen sind nicht zu erwarten; das Thema beeinflusst vor allem die politische Debatte im Nahen Osten.

Gewinnspiel

Wie viele israelische Siedler leben ungefähr im Westjordanland?

A) Mehr als 500.000

B) Etwa 100.000

C) Weniger als 10.000

D) Über drei Millionen

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.