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Merz will Ukraine über den Winter stärker unterstützen

Kanzler Merz fordert beim EU-Gipfel in Brüssel zusätzliche Mittel für die Ukraine. Die Hilfen stehen unter Druck – auch innenpolitisch in Frankreich.

Fakten im Überblick

Kanzler Merz drängt auf zusätzliche Ukraine-Hilfen über den Winter.

Die EU diskutiert auf dem Gipfel über weitere Unterstützungsmaßnahmen.

Frankreichs Le Pen droht mit Stopp der Ukraine-Hilfe bei Wahlsieg.

Beim EU-Gipfel in Brüssel hat Bundeskanzler Friedrich Merz von der CDU am Donnerstag verstärkte Unterstützung für die Ukraine gefordert. Der Kanzler betonte, wie wichtig es sei, der vom Krieg erschütterten Ukraine besonders im kommenden Winter zur Seite zu stehen. Merz sagte: "dass wir alles tun, um der Ukraine auch über den Winter zu helfen, und auch im nächsten Jahr zu helfen". Die humanitäre und militärische Lage in der Ukraine sei nach seinem Besuch in Kiew am vergangenen Sonntag besonders besorgniserregend, da eine "immer rücksichtsloser werdende Angriffswelle aus Russland gegen die Ukraine" stattfinde. Laut Merz wird die Bundesregierung sich dafür einsetzen, "hier noch einmal die Mittel aufstocken müssen, um der Ukraine wirklich dauerhaft zu helfen".

Das Thema Ukraine-Unterstützung steht auch am Freitag erneut weit oben auf der Tagesordnung des EU-Gipfels. Erwartet wird dabei der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der um weitere Unterstützung der Mitgliedsstaaten werben will. Allerdings gibt es in Europa zunehmend Stimmen, die die Fortführung der Hilfen infrage stellen. Besonders mit Blick auf die Wahlen 2027 in mehreren EU-Ländern wird befürchtet, dass Erfolge europaskeptischer Kandidaten den Ukraine-Kurs der Europäischen Union erschweren könnten. In diesem Zusammenhang meldete sich Frankreichs Rechtspopulistin Marine Le Pen am Vorabend in Brüssel zu Wort und erklärte, sie werde im Falle eines Wahlsiegs in Frankreich die Ukraine-Unterstützung ihres Landes nach sechs Monaten beenden. Aufgrund der angespannten Haushaltslage sei es "ehrlich" gegenüber dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj, "ihm zu sagen, dass wir diese finanzielle Hilfe nicht mehr tragen können". Le Pen betonte zudem: "Ich überrumple niemanden".

Die Diskussion um die Zukunft der Ukraine-Hilfen spitzt sich damit europaweit weiter zu und bringt sowohl wirtschaftliche als auch politische Herausforderungen für die EU mit sich.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Hilfe für die Ukraine im europäischen Stresstest

Die Forderung von Friedrich Merz nach zusätzlicher Unterstützung für die Ukraine markiert einen entscheidenden Moment in der europäischen Ukraine-Politik. Die Dringlichkeit, die der Kanzler nach seinem Besuch in Kiew formuliert, spiegelt die Realität einer tief in den Winter gehenden Krise wider, in der es für die Menschen in der Ukraine buchstäblich ums Überleben geht. Dass Merz dafür plädiert, die Hilfen weiter aufzustocken, zeigt nicht nur humanitäre Verantwortung, sondern signalisiert an ganz Europa Führung.

Gleichzeitig offenbart die Ankündigung von Marine Le Pen, die Ukraine-Hilfen im Falle eines Wahlsiegs rasch einzustellen, wie sehr die europäische Einigkeit in dieser Frage auf dem Prüfstand steht. Nationalen Interessen, Haushaltsengpässe und eine zunehmende Europaskepsis könnten die Solidarität mit der Ukraine erschüttern. Die kommenden Monate werden zeigen, wie robust der politische Wille innerhalb der EU wirklich ist. Sollte die europäische Unterstützung schwinden, drohen nicht nur der Ukraine massive Konsequenzen – auch das gemeinsame Projekt Europa würde an Glaubwürdigkeit verlieren. Doch die Chance bleibt, dass europäische Verantwortung siegt – und die Ukraine die Hilfe erhält, die sie braucht.

Historischer Hintergrund

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 haben EU-Staaten regelmäßig finanzielle, militärische und humanitäre Unterstützung bereitgestellt. Die Wintermonate stellen die Ukraine wegen zerstörter Infrastruktur und Energieversorgung jedes Jahr vor große Herausforderungen.

Die Rolle der EU ist dabei zentral geworden, sowohl bei der Koordinierung der Hilfsgelder als auch politisch im Dialog mit der ukrainischen Regierung. Frankreichs politische Entwicklung, insbesondere die Bedeutung von Rechtspopulisten wie Marine Le Pen, wurde nach den letzten Präsidentschaftswahlen verstärkt zum Unsicherheitsfaktor für die EU-Ukraine-Strategie.

Zukunftsprognose

Sollte die EU die Mittel für die Ukraine weiter aufstocken, könnte das Kiew Stabilität verschaffen, insbesondere in den kritischen Wintermonaten. Allerdings hängt die Kontinuität der Unterstützung an den politischen Mehrheiten in den EU-Staaten.

Ein Wahlsieg europaskeptischer Parteien wie der Rassemblement National in Frankreich könnte die EU-Hilfen für die Ukraine erheblich einschränken und den Druck auf andere Geberländer erhöhen. Das könnte nicht nur die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine schwächen, sondern auch das internationale Ansehen der EU beeinträchtigen.

Langfristig ist mit einer weiteren politischen Polarisierung in der Frage der Ukraine-Hilfe zu rechnen. Sollte die Unterstützung bröckeln, drohen nicht nur Rückschläge für die Ukraine, sondern auch negative wirtschaftliche und sicherheitspolitische Folgen für Europa insgesamt.

Erklärungen

Wer ist Friedrich Merz?

Friedrich Merz ist seit 2025 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und Vorsitzender der CDU. Er engagiert sich seit Jahren für eine proeuropäische Politik und die Unterstützung der Ukraine.

Was ist der EU-Gipfel in Brüssel?

Der EU-Gipfel ist das regelmäßige Treffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union in Brüssel, um wichtige Themen wie den Umgang mit internationalen Krisen und Verteilungsfragen zu besprechen.

Wer ist Marine Le Pen?

Marine Le Pen ist führende Politikerin der französischen rechten Partei Rassemblement National und spielt eine entscheidende Rolle in der aktuellen Debatte um Europas Ukraine-Politik.

OZD-Extras

Bei politischen Unsicherheiten in großen EU-Ländern wie Frankreich reagieren auch die Börsen häufig nervös. Ein kompletter Stopp der EU-Unterstützung wäre ein Signal für Unsicherheit an den europäischen Märkten, die sich auch auf den Euro und europaweit notierte Aktien auswirken könnte. Hintergrundszenarien zeigen in der Vergangenheit, dass politische Umbrüche in Frankreich oft zu kurzfristigen Kursreaktionen an den Finanzmärkten führen.

Gewinnspiel

Welche Politikerin fordert einen Stopp der Frankreich-Hilfen für die Ukraine?

A) Marine Le Pen

B) Angela Merkel

C) Annette Widmann-Mauz

D) Ursula von der Leyen

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.