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Macrons Beliebtheit auf historischem Tiefpunkt

Emmanuel Macrons Beliebtheit in Frankreich fällt laut aktueller Umfrage auf den niedrigsten Stand seit 2017. Die Sorgen um Schulden und Preise wachsen.

Fakten im Überblick

Frankreichs Präsident Macron erreicht nur noch 15 Prozent Zustimmung.

Hauptsorgen der Bevölkerung sind Energiekosten und Staatsverschuldung.

Bei der nächsten Wahl liegen Bardella und Le Pen aktuell in Führung.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erlebt inmitten gesellschaftlicher Spannungen und wirtschaftlicher Sorgen einen historischen Einbruch seiner Popularität. Nur 15 Prozent der Befragten äußerten laut einer neuen Ipsos BVA-Cesi-Umfrage eine positive Meinung zu Macron – so wenig hatten es seit Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2017 nicht mehr getan. Schon im Vormonat war der Wert mit 16 Prozent sehr niedrig, doch der jüngste Rückgang unterstreicht die dramatische Stimmungslage im Land.

Derzeit prägen steigende Energiekosten und eine enorme Staatsverschuldung die Gefühlslage der Franzosen. Für die aktuelle Umfrage, die im Auftrag der Zeitung "La Tribune Dimanche" durchgeführt wurde, gaben die Menschen hohe Energiepreise als größte Sorge an. Zugleich werfen die milliardenschweren Defizite einen langen Schatten: Mit einer erwarteten Gesamtverschuldung von 121,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steht Frankreich so schlecht da wie seit Jahren nicht mehr. Die Regierung sieht sich gezwungen, mit deutlichen Einsparmaßnahmen gegenzusteuern. Schon jetzt ist Frankreich das am höchsten verschuldete EU-Land, wohingegen allein die Zinszahlungen in diesem Jahr rund 80 Milliarden Euro betragen. Diese finanzielle Belastung verstärkt die Unsicherheit an den Märkten.

Der Sparkurs der Regierung hat zuletzt bundesweit Streiks und Demonstrationen auf die Straße gebracht. Besonders heftig waren die landesweiten Schülerproteste, deren Teilnehmer bessere Lernbedingungen und mehr Chancengleichheit forderten. Dabei kam es zu zahlreichen Verletzten und Festnahmen. Die Auseinandersetzungen spiegeln den gesellschaftlichen Druck wider, unter dem die politische Führung steht.

Auch der kommende Präsidentschaftswahlkampf ist von der aktuellen Stimmung geprägt. Laut der aktuellen Ipsos-Umfrage führen der RN-Chef Jordan Bardella mit 33 Prozent und die RN-Kandidatin Marine Le Pen mit 32 Prozent das Feld an. Beide mussten allerdings gegenüber dem Vormonat Verluste hinnehmen. Bardella fiel nach Enthüllungen durch das Magazin "Mediapart" zurück: In einem Bericht wurde ihm vorgeworfen, in seiner Jugend über einen alten Facebook-Account antisemitische Botschaften verbreitet zu haben. Die französische Politik steht somit vor einer spannungsgeladenen und entscheidenden Phase.

OZD/AFP

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Macrons Absturz als Weckruf für Frankreich

Das Umfrage-Tief für Emmanuel Macron ist mehr als nur eine Momentaufnahme. Es ist das sichtbare Zeichen einer Gesellschaft, die sich von ihrer politischen Spitze entfremdet fühlt. Die hohe Staatsverschuldung, steigende Energiekosten und die Unzufriedenheit mit sozialen Missständen dürften vielen Franzosen das Gefühl geben, dass ihre Sorgen nicht gehört werden. Die Proteste auf der Straße und die niedrigen Werte in den Umfragen richten eine klare Botschaft an die politische Klasse: So wie bisher kann es nicht weitergehen. Gerade vor einer wegweisenden Präsidentschaftswahl ist das ein Alarmzeichen. Macron steht vor der schweren Aufgabe, Vertrauen zurückzugewinnen. Gelingt das nicht, könnten populistische Kräfte daraus Kapital schlagen und den politischen Kurs Frankreichs spürbar verändern. Es ist wahrscheinlich, dass die nächsten Monate von heftigen Debatten, Protesten und schwierigen Entscheidungen geprägt sein werden – für Macron, für seine Konkurrenten und nicht zuletzt für die Bevölkerung.

Historischer Hintergrund

Emmanuel Macron wurde 2017 zum Präsidenten Frankreichs gewählt und galt zu Beginn seiner Amtszeit als Hoffnungsträger, der mit Reformkurs und modernem Stil antrat. Über die Jahre standen immer wieder soziale und wirtschaftliche Herausforderungen im Fokus, etwa durch die Protestbewegungen der 'Gelbwesten', Corona-Pandemie und zunehmende Finanzprobleme des Staates. Frankreich hat sich in den vergangenen Jahren im internationalen Kontext zu einem von Schulden belasteten EU-Mitglied entwickelt, mit einer der höchsten bestehenden Staatsverschuldungen in der Eurozone. Institutionen wie "La Tribune Dimanche" und "Mediapart" spielen eine Rolle bei der öffentlichen Meinungsbildung, indem sie Umfragen veröffentlichen oder politische Enthüllungen vorantreiben.

Zukunftsprognose

Angesichts der wirtschaftlichen Situation und der enttäuschenden Beliebtheitswerte für Macron muss sich Frankreich in den kommenden Monaten auf sozialen und politischen Druck einstellen. Politisch könnte das Erstarken des Rassemblement National sowie weiterer Protestparteien den Ton des Wahlkampfs weiter verschärfen. Wirtschaftlich sind weitere Sparprogramme denkbar, um der Schuldenkrise entgegenzuwirken. Gesellschaftlich könnten die Proteste anhalten oder sich sogar intensivieren. International dürfte das angeschlagene Image Frankreichs die Position des Landes innerhalb der EU belasten. Diese Entwicklungen sind jedoch noch nicht abschließend vorhersehbar und hängen stark vom weiteren Verlauf der innenpolitischen Debatten ab.

Erklärungen

Was ist das Institut Ipsos BVA-Cesi?

Ipsos BVA-Cesi ist ein französisches Meinungsforschungsinstitut, das regelmäßig Umfragen zu politischen und gesellschaftlichen Themen veröffentlicht. In der aktuellen Umfrage bewertete es die Beliebtheit von Emmanuel Macron und die Stimmungslage der Bevölkerung in Frankreich.

Wer ist Emmanuel Macron?

Emmanuel Macron ist seit Mai 2017 Präsident der Republik Frankreich. Zuvor war er Wirtschaftsminister. Er gilt als Vertreter eines proeuropäischen Reformkurses und steht regelmäßig wegen seines Politikstils und Reformvorhabens im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit.

OZD-Extras

Überraschend fiel bei der aktuellen Umfrage auf, dass nicht nur Macrons Werte absinken: Auch die Zustimmungsraten für die wichtigsten rechten Herausforderer Bardella und Le Pen sind im Rückgang begriffen. Das könnte auf eine allgemeine Politikverdrossenheit in der Bevölkerung hindeuten. Ob und wie sich das auf die internationale Wahrnehmung Frankreichs und die Stabilität des Euro auswirkt, bleibt offen, denkbar sind sensible Reaktionen an den Finanzmärkten sobald Unsicherheiten zunehmen.

Gewinnspiel

Wie hoch ist laut Prognose die Staatsverschuldung Frankreichs zum Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr?

A) 121,7 Prozent

B) 98,5 Prozent

C) 77,3 Prozent

D) 134,2 Prozent

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.