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Selenskyj kündigt neue Angriffe auf russische Raffinerien an

Selenskyj widersetzt sich Trumps Aufruf und kündigt weitere Angriffe auf russische Ölraffinerien an. Die Ukraine erhält verstärkt Unterstützung aus Europa.

Fakten im Überblick

Selenskyj kündigt neue Angriffe auf russische Ölraffinerien an und hebt die von Trump geforderte Waffenruhe auf.

Die Ukraine beklagt Einschränkungen beim Zugang zu US-Militärressourcen sowie Probleme mit Starlink und Starshield.

Europa, insbesondere Frankreich, übernimmt verstärkt die Geheimdienstunterstützung für die Ukraine.

Mitten im andauernden Ukraine-Krieg hat Präsident Wolodymyr Selenskyj klare Worte gefunden und angekündigt, dass die Ukraine neue Angriffe auf russische Raffinerien plant. Damit widersetzt er sich offen dem aktuellen US-Präsidenten Donald Trump, der zuletzt auf eine beiderseitige „Energie-Waffenruhe“ zwischen Kiew und Moskau gedrängt hatte. Selenskyj erklärte gegenüber der „Financial Times“, die von Trump geforderte Einstellung von Angriffen auf Energieinfrastruktur sei für ihn „aufgehoben“. Nach eigener Aussage sei damit für die Ukraine die Waffenruhe „erledigt“. Laut Selenskyj wurde Kiew von den Plänen Trumps, die Angriffe auf Energieanlagen einzustellen, im Vorfeld nicht informiert. Trotzdem hatte die Ukraine nach seinen Angaben ihre Angriffe auf russische Energieziele kürzlich tatsächlich ausgesetzt, während Russland weiterhin ukrainische Infrastruktur angriff.

Die Situation verschärfte sich, als bekannt wurde, dass das Satellitennetz Starshield, zentral für die militärische Kommunikation der Ukraine und betrieben von SpaceX, offenbar gezielt eingeschränkt wurde. Selenskyj sprach davon, dass dies „kein technisches Problem, das war Absicht“ gewesen sei. Demnach sei für die Ukraine der Zugriff auf wichtige US-Militärressourcen wie auch auf Geheimdienstinformationen eingeschränkt – etwas, das er als „gefährlich“ für die Landesverteidigung bezeichnete. Gerade die Frühwarnung vor russischen Luftangriffen ist für die Ukraine lebenswichtig. Am Mittwoch hatte Selenskyj Elon Musk, dessen Unternehmen das für die Ukraine bedeutsame Starlink-Netzwerk kontrolliert, eindringlich dazu aufgefordert, die volle Funktionalität wiederherzustellen. Kurz darauf meldete das ukrainische Verteidigungsministerium eine Verbesserung der Verbindungen.

Auch Präsident Trump steht unter Druck: Trotz Sanktionen ließ er russische Diesel-Importe weiter zu, was in den USA vor den Kongresswahlen angesichts gestiegener Preise für politische Spannungen sorgt. Die jüngsten Angriffe auf russische Raffinerien, etwa in Rjasan südöstlich von Moskau, hat das russische Verteidigungsministerium mit Brand- und Schadensberichten belegt – laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow würden damit die Bemühungen Washingtons um Frieden untergraben. Parallel fordern Trump und Elon Musk offen Selenskyjs Rückzug aus dem Präsidentenamt. Musk schrieb in seinem Netz: „Es ist Zeit für Selenskyj zu gehen.“ Diese amerikanische Debatte läuft auf europäische Unterstützung für die Ukraine hinaus, die laut Frankreichs Außenminister „schon seit langer Zeit“ die Hauptlast trägt. Zwei Drittel der geheimdienstlichen Erkenntnisse stammten inzwischen aus Europa, „insbesondere von Frankreich“, so Jean-Noël Barrot. Die EU hat in den letzten Tagen weitere sechs Milliarden Euro an Kiew überwiesen, während Bundeskanzler Friedrich Merz beim EU-Gipfel weitere Hilfe zusicherte. Die Fortsetzung der Unterstützung, gerade im bevorstehenden Winter, steht oben auf der Agenda, wenn Selenskyj in Brüssel erwartet wird.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Selenskyjs Kurs gegen Druck aus den USA

Präsident Selenskyj hält trotz erheblichem internationalen Gegenwind unbeirrt am militärischen Kurs gegen Russland fest. Die von Trump geforderte Waffenruhe bei Energieanlagen lehnt er ab, weil die Ukraine weitere russische Angriffe auf das eigene Land nicht länger dulden will. Die offene Konfrontation mit den USA zeigt, in welchem Dilemma die Regierung in Kiew steckt: Sich den Bedingungen Trumps zu unterwerfen, würde strategische Nachteile bedeuten, während die Gefahr einer abnehmenden amerikanischen Unterstützung steigt. Gleichzeitig zeigt sich Europas Rolle als Rückhalt für die Ukraine immer deutlicher. Die starke Einbindung Frankreichs und die milliardenschwere Hilfe der EU unterstreichen, dass der Krieg längst mehr als ein bilaterales Problem ist. Sollte Kiew die transatlantische Zerrissenheit nicht überbrücken können, drohen unübersichtliche Machtverschiebungen. Angesichts der Vielschichtigkeit der Interessen könnte schon bald nicht mehr primär auf die Kraft von Waffen, sondern auf geschickte Diplomatie gesetzt werden müssen. Es ist wahrscheinlich, dass die Ukraine in naher Zukunft noch stärker auf europäische Unterstützung angewiesen ist – und die USA ihre Bedingungen weiter verschärfen.

Historischer Hintergrund

Der Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 markierte den Beginn eines intensiven und lange anhaltenden Konflikts. Seitdem sind Energieinfrastruktur und Kommunikationsnetze immer wieder Ziel von Angriffen. Die Rolle der USA und Europas, insbesondere Frankreichs, als Unterstützer der Ukraine ist historisch gewachsen. Zuletzt hat sich das Kräfteverhältnis zwischen den westlichen Verbündeten und Kiew zunehmend verschoben, weil die US-amerikanische Unterstützung nicht mehr als selbstverständlich gilt und Europa größere Verantwortung übernimmt. Die aktuelle Auseinandersetzung um Angriffe auf Energieinfrastruktur und die militärische Kommunikation unterstreichen diesen Wandel.

Zukunftsprognose

Es ist möglich, dass die Ukraine angesichts der Einschränkungen bei US-Militärressourcen und der Satellitenkommunikation gezwungen sein wird, ihre Strategie weiter umzustellen. Sollte die transatlantische Uneinigkeit anhalten, wird die Abhängigkeit Kiews von europäischer Militär- und Wirtschaftshilfe weiter zunehmen.

Politisch könnte die offene Konfrontation mit Trump und anderen US-Akteuren die Position Selenskyjs im eigenen Land und international schwächen. Europa könnte perspektivisch mehr Verantwortung in der Unterstützung übernehmen und weitere Hilfspakete beschließen.

Im internationalen Maßstab bleibt das Risiko bestehen, dass sich das Kriegsgeschehen weiter ausweitet und die geopolitischen Spannungen zwischen den USA, Russland und Europa zunehmen. Möglicherweise wird auch die Wirtschaft, insbesondere im Energiesektor, in den betroffenen Regionen auf lange Sicht durch die Angriffswellen beeinträchtigt.

Erklärungen

Was ist Starlink und Starshield?

Starlink ist ein von Elon Musks Firma SpaceX betriebenes weltumspannendes Satellitennetzwerk. Es liefert Internetverbindungen, die für die Kommunikation im zivilen und militärischen Bereich genutzt werden – etwa in Krisengebieten. Starshield ist das militärische Pendant von Starlink und steht unter direkter Kontrolle der US-Regierung. Seine Nutzung wurde für die Ukraine zuletzt eingeschränkt.

Wer ist Wolodymyr Selenskyj?

Wolodymyr Selenskyj ist seit 2019 Präsident der Ukraine. Er ist zum Symbol für den ukrainischen Widerstand gegen die russische Invasion geworden und setzt sich entschieden für die Verteidigung seines Landes ein.

Was bedeutet Energie-Waffenruhe?

Eine Energie-Waffenruhe bezeichnet die beiderseitige Aussetzung von Angriffen auf kritische Energienetze, Raffinerien oder Strominfrastruktur im Krieg. US-Präsident Trump hatte sie zwischen Kiew und Moskau einseitig verkündet, doch Kiew nahm die Ankündigung nicht hin.

OZD-Extras

Als überraschender Aspekt der aktuellen Lage zeigt sich, wie sehr die europäischen Demokratien, insbesondere Frankreich und Deutschland, in die Rolle zentraler Unterstützer der Ukraine gerückt sind. Während sich die US-Position zunehmend differenziert, wächst das Gewicht der europäischen Hilfsleistungen und Expertise.

Mögliche Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte sind denkbar: Weitere Angriffe auf Ölraffinerien könnten die Versorgungslage in Europa und den USA verkomplizieren. Preisschwankungen bei Rohöl und Diesel sind wahrscheinlich, sollten die Angriffe weiter zunehmen. Die aktuelle Lage kann sich aber auch kurzfristig wieder beruhigen, falls energiebezogene Waffenruhen durchgesetzt werden.

Gewinnspiel

Welches Land übernimmt laut Frankreich die Hauptlast bei der Unterstützung der Ukraine?

A) USA

B) Frankreich

C) China

D) Großbritannien

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.