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ATP-Reform: Mehr Geld und neues Ranking für Tennisprofis 2028

Die ATP entlastet Topspieler und erhöht ab 2028 Bonuszahlungen. Beim neuen Ranking zählen alle Mastersturniere stärker für die Weltrangliste.

Fakten im Überblick

Die ATP reformiert ab 2028 das Weltranglistensystem und die Bonuszahlungen.

Durch die Änderungen reagiert die ATP auf Verletzungen und Kritik am Kalender.

Alle Mastersturniere werden künftig voll für das Ranking gewertet.

Die ATP hat eine umfassende Reform ihrer Weltrangliste angekündigt, die ab 2028 gelten soll. Damit will die Organisation ihre Topspieler entlasten und reagiert auf die wachsende Kritik am überfüllten Turnierkalender sowie zahlreiche Verletzungen prominenter Profis wie Jannik Sinner und Carlos Alcaraz. Laut ATP werden künftig alle Resultate aus den Mastersturnieren vollständig für das Ranking berücksichtigt. Bisher war es möglich, schwache Ergebnisse bei diesen 1000er-Events durch bessere Resultate bei kleineren Turnieren auszugleichen. Die ATP erklärt auf ihrer Homepage: "Die Anforderungen der Saison treffen vor allem die Spieler am härtesten, die bei den größten Turnieren am weitesten kommen". Weiter heißt es: "Viele Spieler – auch die im mittleren Ranglistenbereich – haben Schwierigkeiten, sich ausreichend Zeit für die Regeneration zu nehmen, wenn das System sie faktisch dafür belohnt, noch ein weiteres Turnier in ihren Zeitplan aufzunehmen." Die Regelung führte bislang dazu, „nach einem frühen Ausscheiden bei einem Turnier weitere Turniere in den Spielplan aufzunehmen, um die fehlenden Punkte auszugleichen". Diese Belastung soll in Zukunft gezielt verhindert werden.

Neben sportlichen Änderungen kündigt die ATP deutliche finanzielle Verbesserungen an. Der Bonuspool für Mastersturniere wird nach Angaben der ATP von 21,5 auf 50 Millionen Dollar steigen, der Top-250-Bonus soll 25 Millionen Dollar betragen. Zusätzlich soll die Altersvorsorge der Spieler jährlich mit 30 Millionen Dollar finanziert werden. In einem Offenen Brief formuliert ATP-Chef Andrea Gaudenzi: "Die Vorschläge würden die jährlichen zentralen Investitionen der ATP in den Sport – durch Spielervergütungen und Unterstützungsleistungen – ab 2028 auf mehr als 100 Millionen US-Dollar anwachsen lassen, zusätzlich zu den Preisgeldern und weiteren Einnahmen bei den Turnieren vor Ort". Ab 2028 wird zudem ein weiteres Mastersturnier in Saudi-Arabien ausgetragen. Die ATP, gegründet 1972 zum besseren Marketing des Profitennis, ist für die meisten Profi-Turniere außerhalb der Grand Slams zuständig und organisiert auch das Saisonfinale der besten acht Spieler.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Die ATP-Reform ist mutig und überfällig

Mit dem neuen Ranking und den erhöhten Boni zieht die ATP die Konsequenzen aus den Verletzungsserien der Stars und der langanhaltenden Kritik am Spielplan. Die ehrliche Analyse der Belastungen und die markanten Zitate der ATP zeigen, dass die Probleme im System erkannt wurden. Endlich gehen die Verantwortlichen gezielt auf die Bedürfnisse der Spieler ein. Die Reform dürfte die Zahl der Verletzungen reduzieren, den Leistungsdruck verringern und die Karrierechancen breiter verteilen. Dennoch bleiben Unsicherheiten: Bleibt die Attraktivität kleinerer Turniere erhalten? Wie wird sich der Tennis-Markt mit einer stärkeren Gewichtung der Masters und einem neuen Austragungsort in Saudi-Arabien entwickeln? Es ist wahrscheinlich, dass weitere Anpassungen folgen, wenn sich Lücken in der Reform zeigen. Trotzdem ist die Richtung richtig – für ein moderneres und faires Tennis auf internationaler Ebene.

Historischer Hintergrund

Die ATP wurde 1972 gegründet, um die Vermarktung der Tennis-Profis und deren Interessen besser zu vertreten. Die Organisation ist für den Profikalender zuständig, ausgenommen die Grand-Slam-Turniere. Mit der wachsenden Zahl der Turniere stieg die Belastung der Spieler kontinuierlich an. In den letzten Jahren gab es verstärkt Kritik an Spielplan und Vergütung, die durch prominente Verletzungen nochmals an Dringlichkeit gewann.

Zukunftsprognose

Sollte die Reform wie geplant greifen, könnten Topspieler und Profis im mittleren Rankingbereich spürbar entlastet werden. Mehr Regenerationstage und bessere finanzielle Absicherung könnten die Karrierezeiten verlängern und dem Tennis insgesamt zugutekommen. Wirtschaftlich wird die ATP mit höheren Investitionen attraktiver für neue Sponsoren, besonders durch das neue Mastersturnier in Saudi-Arabien. Gesellschaftlich ist mit einer stärkeren internationalen Ausrichtung des Sports zu rechnen, wobei abzuwarten bleibt, wie sich die Verteilung der Einnahmen auf die Breite der Spieler auswirkt.

Erklärungen

Was ist die ATP?

Die ATP ist der globale Verband für Herrenprofitennis. Sie organisiert den Turnierkalender außer den vier Grand-Slam-Turnieren und vertritt die Interessen der Profis.

Was sind ATP-Mastersturniere?

ATP-Mastersturniere sind nach den Grand Slams die wichtigsten Turniere der Herrentour. Ab 2028 fließen alle erzielten Punkte ins Weltranking ein.

OZD-Extras

Ab 2028 wird es ein ATP-Mastersturnier in Saudi-Arabien geben. Diese Expansion unterstreicht die wachsende internationale Bedeutung des Tennis. Auswirkungen auf Aktienmärkte, Börsenkurse oder Währungen sind aus aktueller Sicht nicht zu erwarten, doch könnten zusätzliche Sponsoren und Fernsehrechte das wirtschaftliche Gewicht der ATP weiter steigern.

Gewinnspiel

Ab 2028 kommt ein neues Mastersturnier in welches Land?

A) Saudi-Arabien

B) Großbritannien

C) Kanada

D) Deutschland

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.