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Tabaksteuer steigt deutlich Rauchen wird spürbar teurer

Ab 2025 wird Rauchen schrittweise deutlich teurer. Der Bundesrat lässt die Tabaksteuer steigen, bis 2030 kostet eine Schachtel fast zwölf Euro.

Fakten im Überblick

Der Bundesrat hat der Erhöhung der Tabaksteuer zugestimmt.

Der Preis für 20 Zigaretten steigt bis 2030 auf 11,78 Euro.

Auch andere Tabakprodukte und E-Zigaretten werden teurer.

Der Bundesrat hat am Freitag endgültig grünes Licht für die geplante Erhöhung der Tabaksteuer gegeben und verzichtete darauf, den Vermittlungsausschuss anzurufen. Damit ist der Weg frei, dass das Gesetz zum Jahreswechsel in Kraft treten kann. Am Donnerstag hatte bereits der Bundestag die Steuererhöhung beschlossen. Raucherinnen und Raucher müssen sich damit auf spürbar steigende Preise einstellen: Laut Gesetz wird sich eine Schachtel mit 20 Zigaretten bis 2030 schrittweise verteuern, von derzeit durchschnittlich 8,05 Euro auf künftig 11,78 Euro.

Die Preiserhöhung erfolgt in mehreren Stufen. Schon im kommenden Jahr steigt der Durchschnittspreis auf 9,10 Euro, 2028 wird er bei 9,91 Euro liegen, 2029 voraussichtlich bei 10,81 Euro und schließlich 2030 bei 11,78 Euro. Nicht nur Fertigzigaretten werden teurer, sondern auch Feinschnitt für selbstgedrehte Zigaretten, Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak. Auch das Vapen per E-Zigarette verteuert sich durch höhere Steuern.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) erwartet für die kommenden Jahre Steuermehreinnahmen von insgesamt fast zwölf Milliarden Euro. Die Koalitionsfraktionen sehen die Steueranhebung als Doppelstrategie: Zum einen soll der Schutz der öffentlichen Gesundheit gestärkt und die Raucherquote, insbesondere unter Jugendlichen, gesenkt werden. Zum anderen dient die Maßnahme auch der Sanierung des Bundeshaushalts, der von den erwarteten Zusatzeinnahmen profitieren soll. Auf diese Weise verfolgt die Bundesregierung neben gesundheitspolitischen auch haushaltspolitische Ziele.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Teure Kippen – Druck auf Raucher wächst

Mit der abermaligen Erhöhung der Tabaksteuer zieht die Politik die Zügel für Raucher deutlich an. Die Maßnahme trifft Gewohnheitsraucher finanziell hart und dürfte viele zum Nachdenken bringen – vor allem junge Menschen, für die hohe Preise eine reale Hürde bedeuten. Dass der gesundheitliche und gesellschaftliche Nutzen im Vordergrund steht, ist nachvollziehbar, doch spielt auch der prall gefüllte Staatshaushalt eine gewichtige Rolle. Die Steueranhebung ist damit nicht nur ein Gesundheitsinstrument, sondern auch ein Weg, um Haushaltslöcher zu stopfen. Wie viele tatsächlich das Rauchen aufgeben oder auf illegale Wege ausweichen, bleibt offen. Fest steht: Rauchen wird mehr und mehr zum Luxus, den sich immer weniger leisten wollen – oder können. Die Preise an der Ladenkasse senden eine klare Botschaft. Prognose: In den kommenden Jahren werden sich Raucher mit noch strengeren Maßnahmen und steigender gesellschaftlicher Ablehnung auseinandersetzen müssen.

Historischer Hintergrund

Steigende Tabaksteuern haben in Deutschland seit Jahrzehnten Tradition. Sie wurden immer wieder als Teil der Gesundheits- und Haushaltspolitik angehoben. In der Vergangenheit führten deutliche Steuererhöhungen teils zu kurzfristigen Rückgängen beim Tabakkonsum, lösten aber auch Diskussionen über den illegalen Handel mit Zigaretten aus. International verfolgen viele Staaten ähnliche Strategien, um den Tabakkonsum zu senken und Haushaltsmittel zu generieren.

Zukunftsprognose

Es ist zu erwarten, dass die erhöhte Tabaksteuer zu einem spürbaren Rückgang des Tabakkonsums beiträgt. Sinkende Raucherquoten könnten längerfristig Kosten im Gesundheitssystem reduzieren. Für den Handel mit Tabakwaren könnten die höheren Preise ebenfalls Veränderungen bringen – etwa einen stärkeren Trend zu Alternativprodukten oder einen Anstieg beim Schwarzmarkt. Die Einnahmen kommen dem Bundeshaushalt zugute, wobei unklar bleibt, wie stabil sie langfristig bleiben. Gesellschaftlich wird Rauchen noch mehr zum Randphänomen, internationale Organisationen könnten Deutschland als positives Beispiel aufgreifen.

Erklärungen

Was ist die Tabaksteuer?

Die Tabaksteuer ist eine Verbrauchssteuer, die auf Tabakprodukte wie Zigaretten, Feinschnitt, Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak erhoben wird. Sie sorgt für höhere Preise und stellt in Deutschland eine wichtige Einnahmequelle für den Staat dar.

Wie wirken sich Tabaksteuererhöhungen aus?

Höhere Tabaksteuern führen in der Regel zu steigenden Preisen für Tabakprodukte. Das Ziel ist, den Konsum zu verringern, insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, und die Einnahmen des Staates zu erhöhen.

OZD-Extras

Einige Ökonomen erwarten, dass die Aktienkurse von Tabakherstellern unter Druck geraten könnten – insbesondere, wenn der Absatz in Deutschland durch die Steuererhöhung weiter sinkt. Allerdings agieren die meisten Tabakkonzerne international, sodass sich negative Auswirkungen meist in Grenzen halten. Auf den Rohstoffmarkt haben Tabaksteueränderungen in Deutschland kaum Einfluss.

Gewinnspiel

Wie hoch soll der Durchschnittspreis für eine Schachtel mit 20 Zigaretten im Jahr 2030 liegen?

A) 8,05 Euro

B) 9,10 Euro

C) 11,78 Euro

D) 12,50 Euro

Zum Gewinnspiel

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.