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Japan schickt Idefix zu Marsmond Phobos – Deutsche Technik hilft

Japan startet eine historische Marsmond-Mission. Mit dabei: der deutsch-französische Rover Idefix zur Erforschung von Phobos und Deimos.

Fakten im Überblick

Japans Raumsonde ist mit dem deutsch-französischen Rover Idefix auf dem Weg zum Mars.

Die Mission soll erstmals Bodenproben vom Marsmond Phobos zur Erde bringen.

Deutschland, Frankreich, ESA und NASA unterstützen die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa.

Am frühen Dienstag ist eine historische Weltraummission vom japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima aus gestartet. Die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa hat eine Sonde ins All geschickt, deren Ziel die Erforschung der beiden Marsmonde Phobos und Deimos ist. Gut eine Stunde nach dem Start der H3-Trägerrakete löste sich die Sonde ab und begann laut Jaxa „ihre Reise zum Mars-System“. Die Wissenschaftlerin Mari Aida zeigte sich erleichtert: „Ich habe von diesem Tag geträumt, ich bin unglaublich froh.“ Die Mission verfolgten tausende Menschen live im Internet.

An Bord der Sonde befindet sich der deutsch-französische Rover Idefix, der von DLR und CNES entwickelt wurde und der nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt für die Erkundung von Phobos vorgesehen ist. Die Landung auf Phobos ist laut DLR für den Jahreswechsel 2028/2029 geplant. Der Rover soll Phobos etwa 100 Tage lang erforschen. Mindestens zehn Gramm an Bodenproben sollen gesammelt und anschließend zur Erde gebracht werden. Die Mission "Martian Moons eXploration" gilt bereits jetzt als "eine Weltpremiere", wie Missionsleiter Yasuhiro Kawakatsu erläutert.

Auch Bundesraumfahrtministerin Dorothee Bär würdigt die deutsche Beteiligung an dem Projekt und gibt an, sie sei "stolz" auf den deutschen Beitrag. Sie betonte den "Raumfahrtstandort Deutschland" und verwies auf die "hochpräzise Technik, die in den Weiten des Alls auf dem Marsmond Phobos noch perfekt funktionieren muss". Außerdem sagte sie: „Gleichzeitig betreten wir mit Idefix auch technologisches Neuland – das ist Hightech Hand-in-Hand.“ DLR-Chefin Anke Kaysser-Pyzalla unterstrich, dass mit dem Rover Idefix "ein Stück europäischer Robotik-Kompetenz auf eine außergewöhnliche Forschungsreise" geschickt werde.

Die Raumsonde wird neben Phobos auch den Marsmond Deimos beobachten, ohne dort zu landen. Die Rückkehrkapsel mit den Proben aus Phobos wird nach DLR-Angaben im Jahr 2031 in Australien erwartet. Die japanische Raumfahrtbehörde und ihre internationalen Partner hoffen auf Erkenntnisse über die Entstehung der Marsmonde und untersuchen, ob Phobos als "natürliche Raumstation" dienen kann. Damit könnten die Daten dieser Mission auch für die Planung künftiger Marsreisen von entscheidender Bedeutung werden.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Deutsch-japanische Kooperation öffnet neue Horizonte

Die internationale Mission zum Marsmond Phobos veranschaulicht, wie leistungsfähig die europäische Raumfahrt in der Zusammenarbeit mit Japan agieren kann. Mit dem gemeinsamen Ehrgeiz, sowohl technologisch als auch wissenschaftlich Maßstäbe zu setzen, präsentiert sich der europäische Beitrag, insbesondere durch den Rover Idefix, als echtes Zukunftsprojekt. Die öffentlichkeitswirksamen Äußerungen aus Ministerium und Forschung zeigen, dass der inklusive Ansatz in der Weltraumforschung politisch und gesellschaftlich angekommen ist. Entscheidend wird allerdings sein, ob die ambitionierten Vorhaben bei Technik, Zeitplan und Ergebnisse wie geplant eingehalten werden können. Gelingt dies, wird Deutschland als "Raumfahrtstandort" weiter wachsen und international an Bedeutung gewinnen.

Historischer Hintergrund

Die gezielte Erforschung der Marsmonde ist ein bisher unerreichtes Ziel in der Raumfahrt. Japans Mission "Martian Moons eXploration" wurde unter Beteiligung deutscher, französischer, europäischer und US-amerikanischer Einrichtungen entwickelt. Nach jahrelanger Vorbereitung und Entwicklung durch das DLR, die französische CNES, NASA und ESA ist der Start ein gemeinsamer technischer Meilenstein. Zu den deutschen Beiträgen zählen Systemengineering, Softwarelösungen für autonome Navigation und Steuerung, technische Leitung und wissenschaftliche Betreuung.

Zukunftsprognose

Bei erfolgreicher Probenrückführung könnten wichtige Antworten zur Entstehungsgeschichte der Marsmonde und dem Ursprung des Sonnensystems folgen. Sollte sich Phobos als "natürliche Raumstation" eignen, sind neue Perspektiven für zukünftige bemannte Missionen zum Mars vorstellbar. Auch wirtschaftlich und geopolitisch wäre ein Erfolg bedeutend, da er die internationale Zusammenarbeit und Europas Position in der Weltraumforschung weiter stärkt.

Erklärungen

Was ist Idefix?

Idefix ist ein deutsch-französischer Rover, der auf dem Marsmond Phobos im Rahmen der japanischen Mission MMX Daten sammeln und die Oberfläche erkunden soll. Der Name Idefix stammt aus den Asterix-Comics.

Was ist die Mission Martian Moons eXploration?

Martian Moons eXploration (MMX) ist die erste Mission, bei der von Japans Raumfahrtbehörde Jaxa Material von einem Marsmond zur Erde gebracht werden soll. Sie vereint Beiträge aus Japan, Deutschland, Frankreich, Europa und den USA.

OZD-Extras

Die MMX-Mission ist die erste, bei der ein Hinflug zu den Marsmonden und eine Rückkehr zur Erde geplant ist – ein Novum in der Raumfahrtgeschichte. Sie wird international als Referenzprojekt für Kooperation und Hightech-Entwicklung gesehen. Mögliche Auswirkungen auf Börsen oder Rohstoffe ergeben sich aktuell nicht, könnten aber durch neue Erkenntnisse zu extraterrestrischen Ressourcen langfristig von Bedeutung sein.

Gewinnspiel

Wie heißt der Rover der auf dem Marsmond Phobos eingesetzt wird?

A) Curiosity

B) Idefix

C) Sojourner

D) Perseverance

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.