Fakten im Überblick
Cristiano Ronaldo verließ im September nach Nichtberücksichtigung durch Trainer Jorge Jesus das Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft.
Für sein Verhalten erhielt er eine rückwirkende Sperre von 30 Tagen und eine Geldbuße von 255 Euro, was europaweit für Spott sorgte.
Die FPF nannte mildernde Umstände, darunter Ronaldos Eingeständnis und Verdienste für die Nationalmannschaft.
Die Disziplinarmaßnahme für Cristiano Ronaldo zieht in ganz Europa Wellen. Nachdem Ronaldo im September das Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft frühzeitig verlassen hatte, weil ihn Trainer Jorge Jesus in Norwegen nicht berücksichtigt und auch für das nächste Spiel gegen Dänemark lediglich einen Platz auf der Bank vorgesehen hatte, legte der Superstar Wert auf ein schnelles Ende seiner Teilnahme. Das Entsetzen über die nun bekanntgewordene Strafe ist groß: Ronaldo muss lediglich 255 Euro zahlen – eine Summe, die angesichts seines Grundgehalts von 208 Millionen Euro jährlich, inklusive Boni fast 250 Millionen Euro, weniger als eine Minute seiner Arbeitszeit entspricht.
Die portugiesische Sportzeitung A Bola kommentierte dies mit "Zeit für Mathematik". Fans und Medien rechneten nach, dass die Strafe im Verhältnis zu Ronaldos Einkommen kaum ins Gewicht fällt. Weiter schrieb A Bola: "Die Welt hat erfahren, was es kostet, die Nationalmannschaft zu verlassen", und hielt ebenso fest, "aber wir haben auch erfahren, was die Welt vom portugiesischen Fußball und seinen Vorschriften hält: 'Lächerlich', war zu lesen." International wurde dieser Tenor aufgenommen und die Disziplinarmaßnahme für den Ausnahmespieler geriet zum Gesprächsthema.
Die Sperre, die Ronaldo eigentlich davon abhalten sollte, für die Nationalmannschaft zu spielen, lief rückwirkend ab dem Tag nach seiner Abreise am 30. September. Da für Portugal die nächsten Länderspiele erst im November anstehen, bleibt die Sanktion praktisch ohne Folgen für die Spielpraxis des Rekordtorschützen. Der Verband erklärte, die Strafe halte sich an Artikel 160 der Disziplinarordnung, der eine Sperre von einem bis sechs Monaten und eine Geldbuße von 510 bis 1020 Euro für Profispieler vorsieht. Im Fall Ronaldos führten jedoch mildernde Umstände, wie sein Eingeständnis des Fehlverhaltens und seine Verdienste, zu einer reduzierten Sanktion. Medienberichten zufolge plant Jesus, Ronaldo im November wieder zu nominieren.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Medienrummel statt Wirkung
Die 255-Euro-Strafe für Cristiano Ronaldo ist kaum mehr als eine symbolische Maßnahme und spiegelt ein Problem des modernen Fußballs wider: Wenn Regeln für Superstars zum Spiegelbild der Verhältnismäßigkeit werden, droht jeder Versuch, Disziplin zu zeigen, zur Farce zu geraten. Die internationale Reaktion voller Spott, wie sie unter anderem durch das Wort "Lächerlich" auf den Punkt gebracht wird, ist nachvollziehbar. Der Verband folgt zwar seiner Regularien, doch die mediale Inszenierung stellt das eigentliche Problem bloß. Für kommende Fälle wird es entscheidend sein, glaubwürdige Konsequenzen zu ziehen, wenn Fußball und Öffentlichkeit nicht noch weiter auseinanderdriften sollen.
Historischer Hintergrund
Disziplinarstrafen wegen unerlaubter Abreise gab es im internationalen Fußball schon häufig. Nationalverbände stecken den Rahmen für Sanktionen in eigenen Disziplinarordnungen ab. Die Reaktion auf Ronaldos Fall zeigt, wie groß der Einfluss von Prominenten auf die öffentliche Diskussion und die Wahrnehmung der Strafen ist – vor allem, wenn es um Ikonen des Fußballs wie Cristiano Ronaldo geht.
Zukunftsprognose
Der portugiesische Verband dürfte künftig verstärkt unter Beobachtung stehen, ob Regeln für alle Spieler unabhängig vom Starstatus gleich angewandt werden. Die öffentliche Erwartung an konsequente Sanktionen wird steigen. Gesellschaftlich bleibt der Vertrauensverlust in ähnliche Verfahren möglich. Internationale Debatten über die Glaubwürdigkeit von Verbänden dürften anhalten.
Erklärungen
Wer ist Cristiano Ronaldo?
Cristiano Ronaldo ist Portugals bekanntester Fußballspieler, Rekordnationalspieler, mehrfacher Weltfußballer und steht beim saudischen Klub Al-Nassr unter Vertrag.
Was ist Artikel 160 der Disziplinarordnung?
Artikel 160 der Disziplinarordnung des portugiesischen Fußballverbands FPF regelt Strafen für das unerlaubte Verlassen der Nationalmannschaft und sieht eine Sperre von einem bis sechs Monaten sowie eine Geldstrafe von 510 bis 1020 Euro für Profis vor.
OZD-Extras
Die 255-Euro-Strafe entspricht rund 0,00012 Prozent von Ronaldos Jahresgehalt – für Fans und Medien ein Symbol für die geringe Wirkung.
Der Fall bewegt keine internationalen Märkte und bleibt auf die Sportberichterstattung beschränkt.
Gewinnspiel
Wie hoch ist die Geldstrafe für Ronaldos Trainingslager-Abreise laut FPF?
A) 255 Euro
B) 510 Euro
C) 1000 Euro
D) 39.000 Euro
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.