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Klimawandel bedroht fast alle Korallenriffe der Erde

Die Zukunft der Korallenriffe weltweit ist durch den Klimawandel massiv bedroht. Fast alle könnten laut IUCN bis 2075 absterben.

Fakten im Überblick

Die IUCN sieht für 96 Prozent aller Korallenriffe ein extrem erhöhtes Risiko des Absterbens.

Die Prognose bewertet Riffe in über 80 Ländern und Gebieten.

Korallen sind wichtige Barrieren und Lebensräume für die Artenvielfalt.

Die dramatischen Folgen des Klimawandels gefährden über 96 Prozent der Korallenriffe in den Weltmeeren, so die jüngste Analyse der Weltnaturschutzunion IUCN. Laut Einschätzung der Organisation besteht für nahezu alle Korallenriffe „ein extrem erhöhtes Risiko“, dass sie bis zum Jahr 2075 absterben könnten. Diese Prognose gilt für Riffe vor den Küsten von mehr als 80 Ländern und Gebieten. Die IUCN-Studie, die erstmals weltweit Riffe in dieser Breite untersuchte, stuft 96 Prozent in die höchste Gefährdungskategorie „vom Aussterben bedroht“ ein.

Korallen sind weit mehr als nur beeindruckende Naturschönheiten: Sie bieten Lebensraum für unzählige Tierarten, schützen die Küsten durch natürliche Barrieren vor Erosion und speichern Kohlenstoff. Durch die Erderwärmung steigen die Meerestemperaturen, was die Korallen unter enormen Stress setzt. Bleichen sie infolge von Hitze aus, sterben die Mikroorganismen ab, die ihnen die markanten Farben und Nahrung liefern. Die Folge: Die Korallen werden bleich und „verhungern“ langsam. Der Verlust dieser Ökosysteme hätte gravierende Folgen für den Artenschutz, die Küstenbewohner und das globale Klima.

Die IUCN unterstreicht mit ihrer Studie, wie dringlich internationale Maßnahmen gegen den Klimawandel und für den Schutz der Meere sind, denn der drohende Verlust der Riffe könnte schon in den kommenden Jahrzehnten Realität werden.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Kein Umkehren ohne konsequenten Klimaschutz

Die Prognose der IUCN zum Sterben der Korallenriffe ist ein Weckruf, den die Weltgemeinschaft nicht länger ignorieren darf. Korallen sind Hotspots der Artenvielfalt und sichern Lebensgrundlagen von Millionen Menschen in Küstenregionen. Ihr fast vollständiger Verlust wäre nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein wirtschaftliches und soziales Desaster. Internationale Kluft und fehlender politischer Wille gefährden eine rasche Trendwende. Nur mit sofortigem, wirkungsvollem Klimaschutz lässt sich diese Entwicklung noch verlangsamen. Setzt das globale Umdenken zu spät ein, wird das Sterben der Korallenriffe unumkehrbar. Die Chance auf ein Wunder sind verschwindend gering, aber entschlossene Maßnahmen könnten zumindest einige Riffe retten.

Historischer Hintergrund

Korallenriffe prägten seit Jahrmillionen die Küsten tropischer Meere und sind entscheidende Stabilisatoren des marinen Ökosystems. Die Bedrohung durch Klimaerwärmung und schädliche Einflüsse wie Überfischung und Verschmutzung erreichte in den vergangenen Jahrzehnten ein nie dagewesenes Ausmaß. Die Weltnaturschutzunion IUCN veröffentlicht erstmals eine globale Analyse, die das Ausmaß der Bedrohung quantifiziert.

Zukunftsprognose

Sollte der Klimawandel ungebremst voranschreiten, sind dramatische Verluste der marinen Artenvielfalt und weitreichende Schäden für Küstenregionen wahrscheinlich. Der Verlust der natürlichen Schutzbarrieren könnte Küstenerosion und das Risiko von Überschwemmungen steigern. Wirtschaftliche Einbußen im Fischfang und Tourismus sowie negative Effekte auf die Kohlenstoffbindung würden viele Länder treffen. Sollten umfassende Schutzmaßnahmen und Klimaschutz rasch greifen, könnten wenigstens einzelne Riffe langfristig überleben. Die Prognose bleibt jedoch eindeutig: Ohne internationalen Kraftakt ist der Rückzug der Korallenriffe kaum zu stoppen.

Erklärungen

Was ist ein Korallenriff?

Korallenriffe sind komplexe Lebensräume im Meer, die von winzigen Nesseltieren, den Korallenpolypen, gebildet werden. Sie zählen zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde und beherbergen tausende Tier- und Pflanzenarten.

Was ist die IUCN?

Die Internationale Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) ist eine weltweit anerkannte Organisation, die sich für den Schutz von Ökosystemen und Artenvielfalt einsetzt und ihren Sitz in der Schweiz hat.

OZD-Extras

Korallenriffe speichern etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie tropische Regenwälder es vermögen.

Wirtschaftlich können steigende Schäden an den Aktienmärkten jener Länder auftreten, deren Wirtschaft direkt an Riffe und Küstenschutz gekoppelt ist. Ein starker Kursrutsch ist kurzfristig jedoch nicht sicher, die Risiken bleiben aber erhöht.

Gewinnspiel

Welcher Anteil der weltweiten Korallenriffe gilt laut IUCN als stark bedroht?

A) 96 Prozent

B) 50 Prozent

C) 4 Prozent

D) 70 Prozent

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.