Fakten im Überblick
Die Polizei Bremen prüft in einem Ordnungswidrigkeitsverfahren, ob der Kapitän der "Mein Schiff 3" gegen seine Sorgfaltspflicht verstoßen hat.
Das Kreuzfahrtschiff war beim Auslaufen aus Bremerhaven während eines Sturms mit zwei Containerschiffen kollidiert. Verletzt wurde niemand.
Die Kanaren-Reise mit 2428 Gästen wurde abgesagt. Das beschädigte Kreuzfahrtschiff muss in einer Werft repariert werden.
Nach der Kollision der "Mein Schiff 3" beim Auslaufen aus Bremerhaven rückt nun der Kapitän des Kreuzfahrtschiffes in den Fokus. Die Polizei Bremen hat ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Dabei soll geklärt werden, ob der Kapitän gegen seine Sorgfaltspflicht verstoßen hat. Das Ergebnis der Prüfung steht noch aus.
Die "Mein Schiff 3" war am Sonntagnachmittag kurz nach dem Start ihrer geplanten Reise zu den Kanaren von einer Sturmböe erfasst worden. Anschließend kollidierte das Kreuzfahrtschiff mit zwei Containerschiffen. An Bord befanden sich 2428 Gäste und 922 Besatzungsmitglieder. Menschen wurden bei dem Unfall nicht verletzt.
An den beteiligten Schiffen entstanden allerdings Schäden. Nach Angaben der Polizei wurde ein kleineres Containerschiff leicht beschädigt. An einem größeren Containerschiff entstand dagegen "erheblicher Schaden". Auch die "Mein Schiff 3" wurde beschädigt und muss nach Angaben von TUI Cruises in einer Werft repariert werden.
Die geplante Kreuzfahrt zu den Kanaren wurde deshalb abgesagt. TUI Cruises bezeichnete die Entscheidung als bedauerlich, zugleich aber als "die einzig verantwortungsvolle Entscheidung", um "unsere hohen Sicherheitsstandards zu gewährleisten".
Der Zwischenfall ereignete sich während einer stürmischen Wetterlage, die an der Nordseeküste für erhebliche Beeinträchtigungen sorgte. Ebenfalls am Sonntagnachmittag geriet rund 16 Seemeilen westlich von Borkum ein Schwerguttransporter unter portugiesischer Flagge in Schwierigkeiten. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hielt der Anker nicht, sodass das Schiff abdriftete. Drei Besatzungsmitglieder wurden verletzt. Zwei von ihnen mussten mit einem Hubschrauber in eine Klinik gebracht werden.
Das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie gab am Montag zudem eine Sturmflutwarnung für die Nordseeküste heraus. An der ostfriesischen Küste konnte das Hochwasser etwa 1,5 Meter über dem mittleren Hochwasser liegen. Für die nordfriesische Küste und das Elbegebiet wurden Werte von 1,5 bis zwei Metern über dem mittleren Hochwasser erwartet.
Während sich die Wetterlage nach dem Abzug von Sturmtief "Manja" in weiten Teilen Deutschlands zunächst beruhigte, kündigte sich bereits das nächste Tief an. In der Nacht zum Mittwoch soll nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes von Nordwesten die Kaltfront von "Naomi" aufziehen. Sie bringt dichtere Wolken, Regen und kühlere Meeresluft. Im Vergleich zu den Sturmtiefs des Wochenendes bezeichnete der DWD "Naomi" allerdings als eher "zahnlosen Tiger".
OZD/AFP
OZD-Kommentar - Jetzt geht es um die Frage der Verantwortung
Die Kollision in Bremerhaven bekommt mit den Ermittlungen gegen den Kapitän eine neue Dimension.
Bislang standen vor allem die Folgen des Unfalls im Mittelpunkt: drei beschädigte Schiffe, eine abgesagte Kreuzfahrt und mehr als 2400 Gäste, deren Reise nicht stattfinden kann.
Nun geht es zusätzlich um die Frage, ob der Kapitän angesichts der Wetterbedingungen seine Sorgfaltspflichten eingehalten hat.
Dabei ist eine klare Unterscheidung wichtig: Das eingeleitete Ordnungswidrigkeitsverfahren bedeutet nicht, dass ein Fehlverhalten bereits festgestellt wurde. Genau diese Frage soll erst geklärt werden.
Dass bei der Kollision trotz der großen Zahl von Menschen an Bord niemand verletzt wurde, bleibt die wichtigste Nachricht des eigentlichen Unfallgeschehens.
Was wird gegen den Kapitän ermittelt?
Die Polizei Bremen hat ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.
Dabei soll geprüft werden, ob der Kapitän der "Mein Schiff 3" beim Auslaufen aus Bremerhaven gegen seine Sorgfaltspflicht verstoßen hat.
Ob tatsächlich ein Verstoß vorliegt, ist bislang nicht festgestellt.
Was geschah mit der "Mein Schiff 3"?
Das Kreuzfahrtschiff verließ am Sonntagnachmittag Bremerhaven mit dem Ziel Kanaren.
Kurz nach dem Start wurde es während des Sturms von einer Böe erfasst und kollidierte anschließend mit zwei Containerschiffen.
An Bord befanden sich 2428 Gäste und 922 Crew-Mitglieder. Verletzt wurde niemand.
Wie schwer sind die Schäden?
Nach Angaben der Polizei entstand an einem kleineren Containerschiff leichter Sachschaden.
Ein größeres Containerschiff wurde dagegen erheblich beschädigt.
Auch die "Mein Schiff 3" erlitt Schäden und muss nach Angaben von TUI Cruises in einer Werft repariert werden.
Warum wurde die Kreuzfahrt abgesagt?
Aufgrund der Schäden kann die geplante Kanaren-Reise nicht fortgesetzt werden.
TUI Cruises bezeichnete die Absage als "die einzig verantwortungsvolle Entscheidung", um die eigenen hohen Sicherheitsstandards zu gewährleisten.
OZD-Extra - Mehr als 3300 Menschen waren an Bord
Zum Zeitpunkt der Kollision befanden sich insgesamt 3350 Menschen auf der "Mein Schiff 3".
2428 davon waren Gäste.
Hinzu kamen 922 Mitglieder der Besatzung.
Trotz der Kollision mit zwei Containerschiffen wurde nach Angaben der Polizei niemand verletzt.
Sturm sorgt auch vor Borkum für Notfall
Die schwierige Wetterlage führte am selben Nachmittag zu einem weiteren Einsatz auf der Nordsee.
Rund 16 Seemeilen westlich von Borkum hielt der Anker eines Schwerguttransporters unter portugiesischer Flagge nicht mehr. Das Schiff begann abzudriften und setzte einen Notruf ab.
Drei Besatzungsmitglieder wurden verletzt. Zwei von ihnen mussten mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen werden. Deutsche und niederländische Seenotretter waren im Einsatz.
Wie geht es mit dem Wetter weiter?
Nach "Luise" und "Manja" zieht bereits das nächste Tief heran.
In der Nacht zum Mittwoch soll die Kaltfront von "Naomi" Deutschland von Nordwesten erreichen und Regen sowie kühlere Meeresluft bringen.
Der Deutsche Wetterdienst erwartet allerdings eine deutlich weniger ausgeprägte Wetterlage als am Wochenende und bezeichnete "Naomi" im Vergleich zu den vorherigen Sturmtiefs als "zahnlosen Tiger".
Gewinnspiel
Wie viele Gäste befanden sich bei der Kollision an Bord der "Mein Schiff 3"?
A: 1428
B: 1922
C: 2428
D: 3350
Zum großen OZD-Gewinnspiel 2026
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.